L’Osteria-Mitgründer Klaus Rader stirbt bei Rallye auf Mallorca

12-Jähriger stirbt nach schwerem Unfall in Bünde
Symbolfoto

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Der deutsche Gastronomieunternehmer Klaus Rader ist tot. Der 63-Jährige kam am Freitag, 9. Oktober 2026, bei einem Unfall während einer Autorallye auf Mallorca ums Leben. Rader hatte gemeinsam mit Friedemann Findeis die Restaurantkette L’Osteria aufgebaut und war auch an der Gründung von Vapiano beteiligt. Aus einem kleinen Restaurant in Nürnberg entwickelte sich unter seiner Mitwirkung eines der bekanntesten Gastronomieunternehmen Deutschlands.

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Klaus Rader verunglückt bei Rallye auf Mallorca

Der tödliche Unfall ereignete sich am Freitag gegen 13 Uhr auf der Landstraße Ma-10 im Norden Mallorcas. Nach Angaben der spanischen Guardia Civil kam während der 550 Challenge Mallorca ein Fahrzeug nahe Mortitx in der Serra de Tramuntana von der Straße ab und stürzte in eine Schlucht. Bei dem Fahrer handelte es sich um Klaus Rader.

Der Unternehmer war mit einem Porsche 911 GT3 RS unterwegs. Seine Beifahrerin wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Weitere gesicherte Informationen zu ihrem Gesundheitszustand lagen zunächst nicht vor.

Warum das Fahrzeug auf dem Streckenabschnitt zwischen Pollença und Lluc von der Fahrbahn abkam, war am Freitagabend noch unklar. Zu den genauen Umständen des Unfalls gab es zunächst keine abschließenden Erkenntnisse.

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Veranstalter brechen die Rallye nach dem Unfall ab

Die 550 Challenge Mallorca sollte ursprünglich vom 8. bis zum 10. Oktober stattfinden. Bei der sechsten Ausgabe der Veranstaltung waren mehrere Wertungsprüfungen auf abgesperrten Straßen der Baleareninsel vorgesehen. Neben modernen Sportwagen nahmen auch klassische Fahrzeuge an dem Wettbewerb teil.

Nach dem tödlichen Unfall beendeten die Veranstalter die Rallye vorzeitig. Sämtliche noch ausstehenden Wertungsprüfungen sowie die weiteren Aktivitäten im Zusammenhang mit der Veranstaltung wurden abgesagt.

Die Organisatoren veröffentlichten am Freitag eine offizielle Mitteilung, in der sie ihre Anteilnahme ausdrückten. Die Entscheidung zum Abbruch sei endgültig. Zugleich richteten sie ihr Mitgefühl an die Angehörigen und das persönliche Umfeld des Verstorbenen.

Von einem kleinen Restaurant zur internationalen Kette

Klaus Rader gehörte zu den prägenden Unternehmern der deutschen Systemgastronomie. Gemeinsam mit Friedemann Findeis übernahm er 1999 ein italienisches Restaurant in der Pirckheimerstraße in Nürnberg. Beide kannten das Lokal bereits als Gäste.

Die erste L’Osteria war ein überschaubarer Betrieb mit wenigen Tischen und einer offenen Küche. Zu ihren Besonderheiten gehörten große Pizzen, die über den Tellerrand hinausragten. Dieses Angebot blieb später ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Restaurantkette.

Die beiden Geschäftspartner brachten unterschiedliche Erfahrungen ein. Während Findeis vor allem das operative Restaurantgeschäft verantwortete, konzentrierte sich Rader zunächst auf die Finanzierung und die Entwicklung des Geschäftsmodells.

Rader verfügte bereits über umfangreiche Erfahrung im Franchisegeschäft. 1988 war er im Alter von 25 Jahren nach Unternehmensangaben der damals jüngste Franchisenehmer von McDonald’s geworden. Bis 2005 betrieb er insgesamt sechs eigene Filialen.

Diese Erfahrungen halfen beim Aufbau von L’Osteria. Statt das erste Restaurant lediglich als Einzelbetrieb fortzuführen, entwickelten die beiden Gründer ein Konzept, das sich auf weitere Standorte übertragen ließ.

Auch an der Gründung von Vapiano beteiligt

Neben L’Osteria war Klaus Rader am Aufbau eines weiteren bekannten Gastronomieunternehmens beteiligt. Gemeinsam mit Friedemann Findeis gehörte er zu den Mitbegründern des Restaurantkonzepts Vapiano.

Vapiano eröffnete sein erstes Restaurant im Oktober 2002 in Hamburg. Die Marke setzte auf frisch zubereitete italienische Speisen und ein standardisiertes Restaurantkonzept, das später international verbreitet wurde.

Die Beteiligung an Vapiano verdeutlicht, dass Raders unternehmerische Tätigkeit weit über eine einzelne Restaurantkette hinausging. Er beschäftigte sich über Jahrzehnte mit der Frage, wie Gastronomiekonzepte an unterschiedlichen Standorten wirtschaftlich betrieben und weiterentwickelt werden können.

2011 verkauften Rader und Findeis ihre Anteile an Vapiano. Anschließend konzentrierten sie sich auf die Expansion von L’Osteria.

L’Osteria expandierte in zahlreiche europäische Länder

Der Ausbau der Restaurantkette erfolgte zunächst innerhalb Deutschlands. Nach Nürnberg entstanden weitere Restaurants unter anderem in Rosenheim, Regensburg und München. Ab 2009 setzte das Unternehmen verstärkt auf Franchisepartner, die eigenständig Restaurants nach dem Konzept der Marke betreiben.

2011 eröffnete L’Osteria in Österreich den ersten Standort außerhalb Deutschlands. Später folgten weitere europäische Länder, darunter die Schweiz, Großbritannien, Frankreich, die Niederlande und Polen. Mit der Expansion nach Spanien erreichte das Unternehmen 2025 seinen zehnten europäischen Ländermarkt.

Zum Geschäftsmodell gehören neben den Restaurants auch zentrale Produktions- und Vertriebsstrukturen. Das Unternehmen baute eine eigene Pastamanufaktur auf und eröffnete eine Kaffeerösterei. Hinzu kamen digitale Bestellmöglichkeiten und ein eigener Lieferdienst.

Nach Angaben des Bundesverbands der Systemgastronomie umfasst L’Osteria inzwischen 213 Restaurants. Für 2025 wird ein systemweiter Umsatz von rund 540 Millionen Euro ausgewiesen. Die Zahlen verdeutlichen die wirtschaftliche Größenordnung, die aus dem ursprünglichen Restaurantprojekt entstanden ist.

Gründer verkauften 2023 die Mehrheit an einen Investor

Ein wichtiger Einschnitt in der Unternehmensgeschichte folgte im Januar 2023. Die Investmentgesellschaft McWin gab die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der FR L’Osteria SE bekannt.

Die Transaktion bewertete das Unternehmen damals mit rund 400 Millionen Euro. McWin übernahm ungefähr zwei Drittel der Anteile. Klaus Rader und Friedemann Findeis blieben als Minderheitsgesellschafter beteiligt.

Mit dem Einstieg des Investors sollte die Expansion in Europa weiter vorangetrieben werden. Für die Gründer bedeutete die Transaktion, dass sie die Mehrheit an dem von ihnen aufgebauten Unternehmen abgaben, ohne sich vollständig daraus zurückzuziehen.

Rader war zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr für das tägliche Restaurantgeschäft verantwortlich. Bereits mit der Neuordnung der Unternehmensstruktur 2019 hatte er gemeinsam mit Findeis eine Rolle im Aufsichtsrat übernommen. Damit blieb er an der strategischen Entwicklung der Restaurantgruppe beteiligt.

Unternehmer engagierte sich auch für soziale Projekte

Neben seiner Arbeit in der Gastronomie unterstützte Klaus Rader soziale Initiativen. Dazu gehörte sein Engagement für die kinderherzen Stiftung, die Projekte zur Versorgung und Behandlung herzkranker Kinder fördert.

Nach Angaben von L’Osteria gehörte Rader dem Kuratorium der kinderherzen Stiftung München an. Das Unternehmen selbst unterstützte entsprechende Projekte ebenfalls über mehrere Jahre hinweg.

Mit Klaus Rader ist einer der Mitgestalter der modernen deutschen Systemgastronomie im Alter von 63 Jahren gestorben. Seine unternehmerische Laufbahn reichte vom Betrieb eigener Fast-Food-Restaurants über die Mitgründung von Vapiano bis zum Aufbau von L’Osteria als internationaler Restaurantmarke.

Besonders die Verbindung aus gastronomischem Angebot, wiedererkennbarem Konzept und langfristiger Expansion prägte seine Arbeit. L’Osteria entwickelte sich unter Beteiligung zahlreicher Beschäftigter und Franchisepartner zu einem Unternehmen mit mehreren Hundert Millionen Euro Jahresumsatz. Die Marke und die von ihm mitentwickelten Strukturen bestehen über seinen Tod hinaus fort.

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