Frau stürzt in der Eifel 20 Meter tief in die Lieser und stirbt

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Eine 53-jährige Frau aus Hessen ist am Freitagnachmittag bei einem Unfall auf dem Klettersteig bei Manderscheid in der Eifel ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei stürzte sie während des Kletterns aus etwa 20 Metern Höhe in die Lieser. Eine Notärztin konnte vor Ort nur noch den Tod der Frau feststellen. Wie es zu dem Absturz kam, war am Freitagabend noch nicht geklärt.

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Rettungskräfte wurden gegen 16.15 Uhr alarmiert

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei erhielten nach einer gemeinsamen Mitteilung der Verbandsgemeinde Wittlich-Land und der Polizeiinspektion Wittlich gegen 16.15 Uhr Kenntnis von einer abgestürzten Person am Manderscheider Klettersteig. Die ersten Einsatzkräfte stellten vor Ort fest, dass eine 53-jährige Frau aus Hessen etwa 20 Meter tief in die Lieser gestürzt war. Die eintreffende Notärztin konnte ihr nicht mehr helfen.

Die Polizeiinspektion Wittlich nahm gemeinsam mit Kräften der Kriminalpolizei Ermittlungen zur Unfallursache auf. Weitere Erkenntnisse lagen zunächst nicht vor. Insbesondere war am Freitagabend nicht bekannt, an welcher konkreten Stelle des mehrere Abschnitte umfassenden Klettersteigs sich der Unfall ereignete und wodurch der Sturz ausgelöst wurde. Auch dazu, wie die Frau zum Zeitpunkt des Unfalls gesichert war, gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

Damit lässt sich derzeit auch nicht beurteilen, ob technische, körperliche oder äußere Faktoren eine Rolle spielten. Die Ursache ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

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Klettersteig führt unmittelbar durch das Liesertal

Der sogenannte Burgenklettersteig liegt bei Manderscheid im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Die Strecke verläuft durch das Liesertal und rund um die Oberburg und Niederburg von Manderscheid. Anders als viele bekannte Klettersteige Deutschlands befindet sich die Anlage nicht im Hochgebirge, verlangt aber dennoch Erfahrung, Kraft und vollständige Sicherungsausrüstung.

Nach Angaben der Eifel Tourismus GmbH umfasst die gesamte Runde einschließlich des Zustiegs ungefähr vier Kilometer. Rund ein Kilometer davon ist mit Drahtseilen gesichert. Für die Tour werden abhängig von Kondition und Erfahrung etwa drei bis vier Stunden zuzüglich Pausen angegeben. Voraussetzung sind unter anderem Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, gute Kondition und festes Schuhwerk.

Der Klettersteig ist in drei Etappen aufgeteilt. Die erste führt entlang der Lieser durch felsiges Gelände. Sie wird überwiegend mit den Schwierigkeitsgraden B bis C eingestuft und enthält eine Stelle im Bereich C/D. Die zweite Etappe führt zur Oberburg und erreicht bei einem etwa 30 Meter hohen Felsaufstieg den Schwierigkeitsgrad C.

Besonders anspruchsvoll ist die dritte Etappe an der Niederburg. Sie enthält ausgesetzte und überhängende Passagen und ist mit C/D eingestuft. Die Tourismusorganisation weist ausdrücklich darauf hin, diesen Abschnitt nur mit ausreichender Armkraft und Kondition zu beginnen.

Welche dieser Passagen vom tödlichen Unfall am Freitag betroffen war, war zunächst nicht offiziell bekannt.

Drahtseile machen einen Klettersteig nicht risikofrei

Klettersteige unterscheiden sich vom klassischen Sportklettern. Stahlseile, Eisenklammern und andere Sicherungselemente erleichtern die Fortbewegung im steilen Gelände und ermöglichen eine kontinuierliche Selbstsicherung. Sie verhindern jedoch nicht automatisch Verletzungen.

Der Deutsche Alpenverein weist darauf hin, dass ein Klettersteigset vor allem einen vollständigen Absturz verhindern soll. Ein Sturz in ein solches Sicherungssystem kann dennoch schwere Verletzungen verursachen, beispielsweise durch den Aufprall auf Fels, Tritte oder andere Bestandteile der Anlage. Zur Standardausrüstung gehören deshalb Klettergurt, Klettersteigset und Helm. Mindestens ein Karabiner des Sets soll während der gesamten Bewegung am Stahlseil eingehängt bleiben.

Zu den weiteren Empfehlungen des Alpenvereins gehören eine Tourenplanung entsprechend der eigenen Leistungsfähigkeit, die Prüfung von Wetter und Bedingungen, ein Partnercheck vor dem Einstieg sowie ausreichend Abstand zwischen den Kletternden. Regen und Nässe können die Sturzgefahr erhöhen. Bei Gewittergefahr wird vom Einstieg ausdrücklich abgeraten.

Diese allgemeinen Sicherheitsregeln erlauben keine Rückschlüsse auf die Ursache des Unfalls in Manderscheid.

DAV-Daten zeigen unterschiedliche Ursachen von Klettersteigunfällen

Eine im Mai 2026 veröffentlichte Auswertung der DAV-Sicherheitsforschung zeigt, dass Klettersteigunfälle unterschiedliche Ursachen und Verläufe haben können. In der Unfallstatistik des Alpenvereins wurden für den Zeitraum von 2000 bis 2024 weltweit 778 Klettersteigunfälle mit 1.056 beteiligten DAV-Mitgliedern erfasst. Dabei gab es 31 Todesfälle. Diese Zahlen erfassen ausschließlich DAV-Mitglieder und sind deshalb keine vollständige Statistik aller Klettersteigunfälle in Deutschland.

Nach der DAV-Auswertung machten Stürze ungefähr ein Drittel der gemeldeten Klettersteigunfälle aus. Häufiger seien sogenannte Blockierungen, bei denen Menschen wegen Überforderung, Erschöpfung, Orientierungsschwierigkeiten oder ungünstiger Bedingungen nicht mehr selbstständig weiterkommen. Je nach ausgewerteter Datenquelle liegt deren Anteil bei 55 bis 65 Prozent.

Von den 778 beim DAV erfassten Unfällen zwischen 2000 und 2024 ereigneten sich 195 in Deutschland und 422 in Österreich. Auch hier handelt es sich nicht um eine Gesamtzahl sämtlicher Unfälle, sondern um Ereignisse mit DAV-Mitgliedern. Der Alpenverein betont zudem, dass die reine Schwierigkeitsstufe eines Steigs das Risiko nicht allein bestimmt. Länge, ausgesetzte Passagen, Konditionsanforderungen, Wetter und die konkreten Bedingungen vor Ort spielen ebenfalls eine Rolle.

Im Fall von Manderscheid blieben diese möglichen Einflussfaktoren am Freitagabend offen. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass die 53-Jährige beim Klettern etwa 20 Meter in die Lieser stürzte und noch am Unfallort starb. Polizei und Kriminalpolizei untersuchen die Ursache.

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