
Auf der L 351 zwischen Bad Wildbad und Enzklösterle im Landkreis Calw steht Ende Oktober 2026 eine Vollsperrung für den regulären Autoverkehr bevor. Von Dienstag, 27. Oktober, bis Freitag, 30. Oktober, wird an der Guldenbrücke über die Enz eine Behelfsbrücke eingebaut. Dafür kommt ein Mobilkran zum Einsatz, der zwei jeweils mehr als 40 Meter lange Brückenelemente an ihren vorgesehenen Platz hebt. Während der Arbeiten müssen Autofahrer auf die B 294 ausweichen. Für Busse, Rettungsdienste und Radfahrer bleibt die bestehende Brücke passierbar. Das teilte das Regierungspräsidium Karlsruhe am 16. Oktober mit.
Die Sperrung betrifft den Bereich der Guldenbrücke auf der Landesstraße 351 zwischen Bad Wildbad und Enzklösterle. Der Straßenabschnitt verbindet Bad Wildbad unter anderem mit dem Bereich Christophshof. Während der Montage der Behelfsbrücke wird auch der Pkw-Verkehr großräumig über die Bundesstraße 294 umgeleitet. Bereits seit Beginn der Sanierungsarbeiten wird der überregionale Schwerlastverkehr auf diese Strecke verwiesen.
Die Einschränkungen sind für den Zeitraum vom 27. bis einschließlich 30. Oktober angekündigt. Genaue Uhrzeiten für den Beginn und das Ende der Vollsperrung hat das Regierungspräsidium zunächst nicht genannt. Auch eine detaillierte Beschreibung der Umleitung mit einzelnen Ortschaften oder Abzweigungen liegt in der Mitteilung nicht vor. Fest steht, dass die B 294 als Ausweichstrecke dient. Nach Abschluss der Montagearbeiten soll die Sperrung wieder aufgehoben werden.
Für den öffentlichen Nahverkehr gelten Ausnahmen. Linienbusse dürfen die bestehende Guldenbrücke auch während der angekündigten Vollsperrung weiterhin benutzen. Gleiches gilt für Rettungsdienste und den Radverkehr. Die Gemeinde Enzklösterle hatte bereits im Juni erklärt, dass der Busverkehr und die Erreichbarkeit für Rettungsdienste während der gesamten Baumaßnahme sichergestellt werden sollen. Konkrete Änderungen bei einzelnen Buslinien oder Haltestellen wurden für die vier Sperrtage nicht veröffentlicht. Auch zu Einschränkungen für Fußgänger oder möglichen Auswirkungen auf die Enztalbahn enthielt die aktuelle Ankündigung keine gesonderten Angaben.
Der Einbau der Behelfsbrücke erfolgt in mehreren aufeinanderfolgenden Arbeitsschritten. Am Dienstag, 27. Oktober, soll zunächst der Mobilkran zur Baustelle gebracht und aufgestellt werden. Gleichzeitig werden zwei vorgefertigte Brückenelemente angeliefert. Beide Teile sind jeweils 40,5 Meter lang und 2,5 Meter breit. Auf einer eigens eingerichteten Fläche werden sie abgeladen und für den anschließenden Einhub vorbereitet.
Für Mittwoch, 28. Oktober, ist das Einheben des ersten Brückenelements vorgesehen. Am Donnerstag, 29. Oktober, soll der zweite Teil folgen. Anschließend wird die Längsverbindung zwischen den beiden Elementen hergestellt und geschlossen. Die abschließenden Montagearbeiten sowie der Abbau des Mobilkrans sind nach dem bisherigen Zeitplan für Freitag, 30. Oktober, vorgesehen. Die genannten Termine stehen unter dem Vorbehalt eines planmäßigen Bauablaufs.
Mit der Behelfsbrücke wird die Grundlage dafür geschaffen, den Verkehr während der eigentlichen Sanierung an der historischen Guldenbrücke vorbeizuführen. Die provisorische Verbindung entsteht neben dem bestehenden Bauwerk. Während der weiteren Arbeiten soll der Verkehr grundsätzlich einspurig mit Ampelregelung geführt werden. Dadurch kann die Straßenverbindung zwischen Bad Wildbad und Christophshof nach den Planungen des Regierungspräsidiums bis auf wenige Wochen aufrechterhalten werden.
Die Bauarbeiten hatten am 31. August 2026 begonnen. In der ersten Phase standen insbesondere die Sicherung und Umgestaltung der angrenzenden Böschung sowie die Vorbereitung der Behelfsumfahrung im Mittelpunkt. Dazu gehören eine Blocksteinmauer, Arbeiten entlang des Enztalradwegs und die Herstellung einer geeigneten Standfläche für den Mobilkran. Bereits während dieser Bauphase wurde die L 351 im Bereich der Bestandsbrücke halbseitig gesperrt und der Verkehr durch eine Ampel geregelt.
Die Guldenbrücke wurde 1886 als Bogenbrücke aus Buntsandstein errichtet. Nach Angaben des Regierungspräsidiums entspricht sie nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen. Bei Untersuchungen wurden unter anderem Mängel an der Absturzsicherung sowie Defizite bei der langfristigen Standsicherheit festgestellt. Diese können zu Setzungen des Brückenbogens führen. Ein vollständiger Ersatzneubau kommt aufgrund der denkmalschutzrechtlichen Vorgaben nicht infrage.
Bei der Sanierung der Guldenbrücke sollen deshalb die Fahrbahntafel, die Kappen und die Schutzplanken erneuert werden. Außerdem wird der nördliche Ein- und Ausfahrtsbereich verbreitert. Damit soll die bisherige S-Kurve verbessert und die Verkehrsführung sicherer werden. Für die Anpassung sind auch Eingriffe in den angrenzenden Böschungsbereich erforderlich. Nach den veröffentlichten Planungen umfasst die Maßnahme neben dem rund 20 Meter langen historischen Brückenbauwerk auch etwa 150 Meter der angrenzenden Straßenbereiche.
Auswirkungen hat die Sanierung ebenfalls auf den Enztalradweg. Der Abschnitt zwischen Guldenbrücke und Christophshof ist seit dem 31. August 2026 gesperrt. Nach den Angaben auf der offiziellen Internetseite des Radwegs ist eine Umleitung über die Landesstraße vorgesehen. Die dort veröffentlichte Sperrung reicht derzeit bis zum 31. Juli 2027. Für Radfahrer bleibt die Passage über die bestehende Guldenbrücke während des Brückeneinhubs Ende Oktober ausdrücklich möglich.
Die gesamte Baumaßnahme soll nach dem bisherigen Projektzeitplan voraussichtlich Ende 2027 abgeschlossen werden. Das Land Baden-Württemberg übernimmt die Finanzierung. In seiner Pressemitteilung vom 16. Oktober beziffert das Regierungspräsidium die Gesamtkosten auf rund drei Millionen Euro. Die Behörde weist darauf hin, dass über mögliche Änderungen im Bauablauf frühzeitig informiert werden soll. Aktuelle Hinweise zu Baustellen und Verkehrsregelungen stellt das Land über das Portal VerkehrsInfo BW und die zugehörige App bereit.
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