Lubmin soll mit dem Masterplan zum neuen Energiezentrum wachsen

Beim CDU-Bundesparteitag sprach sich Hendrik Wüst für den Parteivorsitzenden Friedrich Merz aus.
Foto: Robert diam

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Der Masterplan Lubmin rückt den Standort in Mecklenburg-Vorpommern erneut in den Mittelpunkt. Umweltminister Till Backhaus hat Unterstützung für die Pläne signalisiert und nach Medienberichten auch eine mögliche Taskforce in Aussicht gestellt. Im Kern geht es darum, den bereits bestehenden Energiestandort deutlich auszubauen. Genannt werden Wasserstoffproduktion, neue Kraftwerke, Energiespeicher und weitere Infrastruktur. Zugleich steht die Aussicht auf viele neue Arbeitsplätze im Raum, auch wenn diese Größenordnung bislang noch nicht verbindlich abgesichert ist.

Ausbaupläne für Lubmin reichen weit über einzelne Projekte hinaus

Lubmin ist schon heute ein bedeutender Energiestandort und soll nach den vorliegenden Plänen zu einem groß angelegten Industrie- und Wasserstoffcluster weiterentwickelt werden. Getragen wird der Ansatz von Unternehmen vor Ort, die sich im Verein Industrieparkentwicklung Lubmin zusammengeschlossen haben. Nach Angaben des Vereins gehören ihm mehr als 20 Mitglieder an. Präsident ist Michael Schneider, als Vizepräsident wird Gerold Jürgens genannt.

Der Standort bringt dafür mehrere Voraussetzungen mit. Verwiesen wird auf große Industrieflächen, die Nähe zu Offshore-Windstrom, bestehende Netzinfrastruktur, den Industriehafen und die Anbindung an das Wasserstoff-Kernnetz. Der Verein nennt rund 190 Hektar Fläche und geplante Energieprojekte in einem Umfang von 4 Gigawatt. Hinzu kommt, dass der Hafen über Anschlüsse an Schiff, Schiene und Straße verfügt.

Zum Masterplan gehören nicht nur klassische Industrieansiedlungen. Vorgesehen sind auch Wasserstoffprojekte in erheblicher Größenordnung. Genannt werden unter anderem Vorhaben von H2APEX mit mehreren Ausbaustufen sowie weitere Planungen zur Großelektrolyse. Auch Meerwasserentsalzung spielt in den Überlegungen eine Rolle. Sie soll helfen, die Versorgung eines wachsenden Industriestandorts abzusichern. Nach Medienberichten wird außerdem darüber nachgedacht, entstehende Abwärme später auch außerhalb des Standorts nutzbar zu machen.

Viel Infrastruktur ist schon vorhanden, der große Jobschub bleibt aber vorerst eine Perspektive

Für die politische Debatte ist entscheidend, dass Lubmin nicht bei null startet. Bereits Ende 2025 wurde nach Angaben der Landesregierung die erste großvolumige Wasserstoff-Pipeline Deutschlands in Lubmin vollständig mit Wasserstoff befüllt. Die Leitung verläuft demnach über rund 400 Kilometer bis nach Sachsen-Anhalt und verbindet Mecklenburg-Vorpommern mit dem übrigen Wasserstoff-Kernnetz. Das stärkt die Rolle des Standorts, weil künftige Produktion und Transport dort nicht nur geplant, sondern teilweise schon infrastrukturell vorbereitet sind.

Gleichzeitig bleibt die Frage nach den Arbeitsplätzen offen. Frühere Angaben zum Masterplan sprachen von rund 2.000 neuen Stellen. In der aktuellen Diskussion ist inzwischen sogar von tausenden möglichen Arbeitsplätzen die Rede. Sicher fest steht diese Größenordnung bislang jedoch nicht. Der erwartete Beschäftigungseffekt hängt weiterhin an Genehmigungen, Investitionsentscheidungen, dem Netzausbau und der tatsächlichen Ansiedlung neuer Unternehmen. Schon jetzt arbeiten nach Angaben des Vereins allerdings rund 1.500 Menschen im bestehenden Industriepark.

Damit zeichnet sich für Lubmin ein doppeltes Bild ab. Einerseits wächst der Standort durch reale Infrastruktur und konkrete Projektideen weiter in Richtung Wasserstoff- und Industriezentrum. Andererseits ist der große Beschäftigungsschub bislang noch ein Zukunftsszenario. Politisch ist der Rückenwind da. Ob daraus tatsächlich tausende neue Jobs entstehen, dürfte sich erst in den nächsten Schritten des Masterplans entscheiden.

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