MAD warnt vor neuer Dimension hybrider Bedrohungen

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Symbolbild mit KI erstellt

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Der Militärische Abschirmdienst warnt vor einer weiter verschärften Sicherheitslage in Deutschland. In seinem Jahresbericht für 2025 beschreibt der Nachrichtendienst eine wachsende Gefahr durch Spionage, Sabotage und andere hybride Angriffe. Nach Einschätzung des MAD ist Deutschland insbesondere wegen seiner Rolle in der NATO, seiner geostrategischen Lage in Europa, des Aufwuchses der Bundeswehr und der Einführung neuer Waffensysteme stärker in den Fokus ausländischer Nachrichtendienste gerückt. Der Dienst bewertet vor allem russische Spionageaktivitäten als bedeutende Herausforderung für die militärische Sicherheit.

Hybride Bedrohungen reichen von Cyberangriffen bis Sabotage

Die hybride Bedrohungslage in Deutschland habe sich nach Einschätzung des MAD weiter verschärft. Unter hybriden Angriffen werden unterschiedliche Mittel verstanden, die unterhalb oder an der Schwelle einer offenen militärischen Auseinandersetzung eingesetzt werden können. Dazu zählen Cyberangriffe, Spionage, Desinformation, politische Einflussnahme, Drohnenaktivitäten sowie Störungen von Verkehrswegen, Energieanlagen oder Telekommunikationsnetzen. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel verschiedener Methoden. Angriffe können darauf zielen, Informationen zu gewinnen, militärische Abläufe zu beeinträchtigen, Unsicherheit zu erzeugen oder staatliche und gesellschaftliche Strukturen unter Druck zu setzen.

Besonders deutlich warnt der MAD vor dem Risiko von Sabotage. Nach Einschätzung des Dienstes hat das Bedrohungspotenzial durch angeworbene Auftragsagenten erheblich zugenommen. Dabei handelt es sich um Personen, die für einzelne Aufgaben gewonnen werden und nicht zwingend dauerhaft in einen Nachrichtendienst eingebunden sind. Solche Helfer können beispielsweise für Beobachtungen, Ausspähungen oder Sabotagehandlungen eingesetzt werden. Konkrete Vergleichszahlen nennt der MAD für diesen Bereich im Jahresbericht nicht. Der Dienst begründet dies damit, dass aus detaillierten Angaben Rückschlüsse auf Erkenntnisse und Arbeitsweisen der deutschen Spionageabwehr gezogen werden könnten.

MAD sieht Deutschland im Fokus russischer Spionage

Deutschland ist nach Einschätzung des MAD ein priorisiertes Aufklärungsziel russischer Spionageaktivitäten. Als Gründe nennt der Dienst die zentrale Lage innerhalb Europas und der NATO, den Ausbau der Bundeswehr und die Einführung neuer Waffensysteme. Informationen über Fähigkeiten, Stationierung, Personal, Befehlsstrukturen und Einsatzbereitschaft können für ausländische Nachrichtendienste von besonderem Interesse sein. Der MAD verweist zudem auf sogenannte Legalresidenturen. Dabei handelt es sich um Strukturen ausländischer Nachrichtendienste, die unter diplomatischer oder anderer offizieller Abdeckung im Ausland tätig sein können.

Die Einschätzung des MAD steht in einem breiteren sicherheitspolitischen Zusammenhang. Deutsche Sicherheitsbehörden warnen seit längerem vor einer erhöhten Gefahr durch Spionage und Sabotage. Auch die Bundesregierung bewertet hybride Angriffe inzwischen als eine zentrale Herausforderung für die innere und äußere Sicherheit. Der MAD konzentriert sich dabei auf den Geschäftsbereich des Bundesverteidigungsministeriums und damit vor allem auf den Schutz der Bundeswehr vor Spionage, Sabotage und extremistischen Bestrebungen.

Auch China bleibt für die Spionageabwehr relevant

Neben Russland nennt der Jahresbericht auch China als Akteur, den die militärische Spionageabwehr im Blick hat. Der MAD geht davon aus, dass zumindest ein Teil von Ausspähungsaktivitäten gegen militärische Infrastruktur chinesischen Nachrichtendiensten zuzurechnen sein könnte. Genannt werden in diesem Zusammenhang unter anderem Drohnenüberflüge und das unbefugte Eindringen in Liegenschaften der Bundeswehr. Dabei handelt es sich um eine Bewertung des MAD. Einzelne Vorfälle lassen sich öffentlich nicht in jedem Fall einem staatlichen Auftraggeber zuordnen.

Reisen von Bundeswehrangehörigen gelten als Sicherheitsrisiko

Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts betrifft Reisen von Angehörigen der Bundeswehr nach Russland und Belarus. Nach Angaben des MAD reisten in den vergangenen Jahren trotz der angespannten Sicherheitslage zahlreiche Bundeswehrangehörige in beide Staaten. Der Dienst sieht dabei die Gefahr, dass Soldatinnen und Soldaten in das Blickfeld der dortigen Sicherheitsbehörden geraten. Besonders sensibel können nach Einschätzung des MAD Fälle sein, in denen familiäre oder persönliche Verbindungen bestehen. Daraus könnten Risiken für Anbahnungsversuche, Druck oder Erpressung entstehen.

Für die Spionageabwehr gewinnt deshalb neben technischen Schutzmaßnahmen auch die Prävention an Bedeutung. Bundeswehrangehörige werden für mögliche Anwerbeversuche, auffällige Kontaktaufnahmen und Risiken bei Auslandsreisen sensibilisiert. Der Schutz militärischer Informationen betrifft dabei nicht nur geheime Dokumente. Auch scheinbar unscheinbare Angaben über Personal, Standorte, Übungen, Material oder Einsatzbereitschaft können für ausländische Nachrichtendienste von Interesse sein, wenn sie mit anderen Informationen zusammengeführt werden.

MAD baut seine Strukturen weiter aus

Die verschärfte Lage wirkt sich auch auf die Organisation des Militärischen Abschirmdienstes aus. Zum Stichtag 1. Dezember 2025 verfügte der MAD laut Jahresbericht über rund 1.600 Beschäftigte. Zusätzlich zu den bestehenden Dienststellen werden weitere Strukturen vorbereitet. Für Litauen wurden Planungen für eine dauerhafte Präsenz des MAD abgeschlossen. Dort baut die Bundeswehr ihre dauerhafte Stationierung im Rahmen der Verstärkung der NATO Ostflanke aus.

Der Jahresbericht macht damit deutlich, dass sich die Anforderungen an die militärische Spionageabwehr verändert haben. Neben klassischen Versuchen, geheime Informationen zu beschaffen, rücken Sabotage, Cyberangriffe, Drohnenaktivitäten und kurzfristig angeworbene Helfer stärker in den Fokus. Der MAD beschreibt diese Entwicklung als langfristige sicherheitspolitische Herausforderung. Eine konkrete Gefährdung einzelner Bürgerinnen und Bürger leitet der Dienst aus seiner Bewertung nicht ab. Im Mittelpunkt steht vielmehr der Schutz der Bundeswehr, ihrer Infrastruktur und ihrer Einsatzfähigkeit vor staatlich gesteuerten oder nachrichtendienstlich unterstützten Aktivitäten.

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