
Die deutschen Automarken gehören zu den Verlierern des weltweiten Markenrankings 2026. Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW, Audi und Porsche haben nach Berechnungen der Markenberatung Interbrand innerhalb eines Jahres zwischen 17,5 und 23 Prozent ihres Markenwerts eingebüßt. An der Spitze der 100 wertvollsten Marken steht weiterhin Apple. Besonders deutlich legen Technologieunternehmen zu, während die Automobilindustrie insgesamt an Bedeutung im Ranking verliert.
Am stärksten trifft der Rückgang unter den fünf deutschen Automarken Volkswagen. Der geschätzte Markenwert sinkt gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent auf 11,6 Milliarden US-Dollar. Damit fällt die Marke im internationalen Vergleich von Platz 56 auf Rang 71 zurück.
Auch die anderen deutschen Automarken verlieren zweistellig. Audi verzeichnet einen Rückgang um 19,5 Prozent auf 12,4 Milliarden Dollar und landet auf Platz 65. Mercedes-Benz büßt 18,6 Prozent ein und erreicht mit einem Markenwert von 40,8 Milliarden Dollar noch Rang 20.
BMW verliert 17,9 Prozent und liegt mit 38,4 Milliarden Dollar auf Platz 22. Porsche kommt nach einem Rückgang um 17,5 Prozent auf einen geschätzten Markenwert von 12,4 Milliarden Dollar und belegt Rang 66.
Zusammengerechnet sinkt der Markenwert dieser fünf deutschen Marken auf Basis der gerundeten Einzelwerte von 142,3 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 115,6 Milliarden Dollar im Jahr 2026. Das entspricht einem Rückgang um rund 26,7 Milliarden Dollar.
Die Entwicklung beschränkt sich nicht auf deutsche Hersteller. Toyota bleibt zwar die wertvollste Automarke der Welt, verliert nach den Berechnungen von Interbrand jedoch 19,9 Prozent seines Markenwerts. Mit 59,5 Milliarden Dollar liegt der japanische Hersteller auf Rang neun der Gesamtliste.
Noch stärker fällt der Rückgang bei Tesla aus. Die US-amerikanische Elektroautomarke verliert 37,8 Prozent ihres geschätzten Markenwerts und erreicht mit 18,3 Milliarden Dollar nur noch Platz 50. Im Vorjahr hatte Tesla auf Rang 25 gelegen.
Allerdings entwickeln sich nicht alle Automarken rückläufig. Ferrari legt um 14,7 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar zu. Auch Hyundai mit einem Plus von 1,6 Prozent und BYD mit einem Zuwachs von 4,5 Prozent verzeichnen höhere Markenwerte als im Vorjahr.
Nach Einschätzung von Interbrand fällt es etablierten Automobilherstellern zunehmend schwer, technische Neuerungen in eine klare Unterscheidung gegenüber Wettbewerbern umzusetzen. Der Branchenvergleich zeigt damit erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Marken.
An der Spitze des Markenrankings 2026 steht erneut Apple. Interbrand bewertet die Marke mit 514,6 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 9,3 Prozent.
Microsoft folgt mit einem Markenwert von 443,7 Milliarden Dollar auf Platz zwei. Das Unternehmen verbessert sich um 14,2 Prozent. Google erreicht nach einem Plus von 22,8 Prozent einen Wert von 389,3 Milliarden Dollar und liegt auf Platz drei.
Amazon belegt mit 351,8 Milliarden Dollar den vierten Platz. Auf Rang fünf folgt Samsung mit 105,2 Milliarden Dollar.
Besonders stark wächst die Bewertung von Nvidia. Der auf KI-Chips spezialisierte Technologiekonzern steigert seinen Markenwert nach Angaben von Interbrand um 71,5 Prozent auf 74 Milliarden Dollar. Damit erreicht Nvidia den sechsten Platz und gehört erstmals zu den zehn wertvollsten Marken weltweit.
Das neue Ranking zeigt eine Verschiebung zwischen den Wirtschaftsbranchen. Nach Angaben von Interbrand liegt der Unterhaltungssektor beim zusammengefassten Markenwert inzwischen vor der Automobilindustrie und ist damit die zweitwertvollste Branche der Rangliste.
Zu den Gewinnern zählt Spotify. Der Musikstreamingdienst steigert seinen Markenwert um 37,8 Prozent auf 20,5 Milliarden Dollar. Netflix erreicht nach einem Plus von 21,7 Prozent einen geschätzten Wert von 34,1 Milliarden Dollar.
Insgesamt steigt der addierte Markenwert der 100 gelisteten Unternehmen und Marken von 3,575 Billionen US-Dollar im Jahr 2025 auf 3,866 Billionen Dollar im Jahr 2026. Das entspricht einem Wachstum von 8,1 Prozent.
Die Automobilindustrie entwickelt sich damit entgegen dem Gesamttrend. Während viele Technologie- und Unterhaltungsmarken an Wert gewinnen, verzeichnet die Autobranche nach der Interbrand-Auswertung den stärksten Rückgang unter den untersuchten Branchen.
Das Ranking „Best Global Brands“ wird jährlich von der internationalen Markenberatung Interbrand erstellt. Die Bewertung basiert auf einem Verfahren, das wirtschaftliche Kennzahlen, den Einfluss der Marke auf Kaufentscheidungen und ihre Wettbewerbsstärke miteinander verbindet.
Dabei berücksichtigt Interbrand unter anderem die finanzielle Leistungsfähigkeit der mit einer Marke verbundenen Produkte und Dienstleistungen sowie deren Fähigkeit, langfristig Nachfrage und Kundenbindung zu schaffen.
Der ausgewiesene Markenwert ist deshalb nicht mit dem Börsenwert eines Unternehmens gleichzusetzen. Auch Umsatz und Gewinn eines Automobilherstellers lassen sich nicht unmittelbar aus der Markenbewertung ableiten.
Die Ergebnisse verdeutlichen allerdings, wie unterschiedlich sich die wirtschaftliche Bedeutung internationaler Marken entwickelt. Während Apple und andere große Technologieunternehmen ihre Spitzenpositionen behaupten oder ausbauen, verlieren die etablierten deutschen Automarken im weltweiten Vergleich deutlich an Wert.
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