Marvell will Lumentum übernehmen, beide Aktien unter Druck

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Chipkonzern Marvell Technology hat mit dem Optik- und Laserspezialisten Lumentum Holdings eine verbindliche Übernahmevereinbarung geschlossen. Der am 2. November 2026 angekündigte Aktiendeal wurde auf Basis früherer Börsenkurse mit einem Unternehmenswert von rund 115 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Darin sind auch Schulden berücksichtigt. Die geplante Übernahme von Lumentum gehört damit zu den größten angekündigten Transaktionen der Technologiebranche. Nach der Bekanntgabe gerieten die Aktien beider Unternehmen erheblich unter Druck.

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Lumentum-Aktionäre sollen 4,5 Marvell-Aktien erhalten

Die Vereinbarung sieht vor, dass Lumentum-Aktionäre für jede ihrer Aktien 4,5 Marvell-Aktien erhalten. Ausgehend von den Börsenschlusskursen des 28. Oktober entsprach dies einem rechnerischen Wert von rund 1.132 Dollar je Lumentum-Aktie. Gegenüber dem damaligen Lumentum-Kurs ergab sich ein Aufschlag von etwa 23,9 Prozent.

Der Wert des Aktienkapitals von Lumentum lag bei der ursprünglichen Berechnung bei rund 102,5 Milliarden Dollar. Da keine feste Barkomponente für die regulären Aktien vorgesehen ist, hängt der tatsächliche Gegenwert vom Marvell-Aktienkurs ab. Nach einem erfolgreichen Zusammenschluss sollen die bisherigen Marvell-Aktionäre rund 67 Prozent und die Lumentum-Aktionäre etwa 33 Prozent des gemeinsamen Unternehmens besitzen.

Aktien von Marvell und Lumentum verlieren deutlich

An der US-Technologiebörse Nasdaq fiel die Marvell-Aktie am 2. November um 12,72 Prozent auf 171,41 Dollar. Die Lumentum-Aktie verlor am selben Handelstag 18,59 Prozent und schloss bei 684,40 Dollar. Grundlage sind die historischen Kursdaten von Yahoo Finance.

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Die Verluste setzten sich im weiteren Wochenverlauf fort. Zum Börsenschluss am Donnerstag, 5. November 2026, um 16 Uhr New Yorker Zeit lag die Marvell-Aktie bei 133,55 Dollar und die Lumentum-Aktie bei 509,70 Dollar. Auf Basis dieses Marvell-Kurses errechnete sich für eine Lumentum-Aktie aus dem vereinbarten Umtauschverhältnis nur noch ein Gegenwert von rund 601 Dollar.

Am Freitag, 6. November, um 19.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit wurden bei StockAnalysis Kurse von 138,02 Dollar für Marvell und 526,94 Dollar für Lumentum ausgewiesen. Beide Aktien lagen damit über ihren Schlusskursen vom Vortag, aber weiterhin deutlich unter den Kursständen vor der Übernahmeankündigung.

Optische Verbindungen gewinnen für KI-Rechenzentren an Bedeutung

Mit dem Zusammenschluss wollen Marvell und Lumentum ihre Technologien für die Datenübertragung in großen Rechenzentren verbinden. Marvell entwickelt unter anderem kundenspezifische Halbleiter, Netzwerkchips und Komponenten zur Datenübertragung. Lumentum ist auf Laser, optische Transceiver und weitere photonische Technologien spezialisiert.

In Rechenzentren für künstliche Intelligenz müssen zahlreiche Prozessoren große Datenmengen möglichst schnell austauschen. Optische Verbindungen über Glasfasern spielen dabei eine zunehmende Rolle, weil herkömmliche Kupferverbindungen bei hohen Übertragungsraten und größeren Entfernungen an technische Grenzen stoßen können.

Die Unternehmen wollen elektrische und optische Komponenten künftig enger miteinander kombinieren. Dadurch sollen leistungsfähigere Datenverbindungen entstehen und der Energiebedarf für die Übertragung sinken. Im Wettbewerb um die technische Ausstattung großer KI-Rechenzentren trifft Marvell unter anderem auf den US-Halbleiterkonzern Broadcom.

Nach eigenen Prognosen soll das gemeinsame Produktportfolio einen adressierbaren Markt von rund 550 Milliarden Dollar abdecken. Zudem erwarten die Unternehmen jährliche Kostensynergien von mehr als einer Milliarde Dollar. Dabei handelt es sich um Unternehmensprognosen, nicht um bereits erzielte Ergebnisse.

Abschluss der Übernahme erst für 2028 vorgesehen

Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben der Vereinbarung einstimmig zugestimmt. Für den tatsächlichen Zusammenschluss fehlen jedoch noch die Zustimmung der Aktionäre sowie die erforderlichen regulatorischen Genehmigungen.

Marvell und Lumentum rechnen mit einem Abschluss in der ersten Hälfte des Jahres 2028. Die Führung des gemeinsamen Konzerns soll weiterhin bei Marvell-Chef Matt Murphy liegen. Drei Mitglieder des bisherigen Lumentum-Verwaltungsrats, darunter Unternehmenschef Michael Hurlston, sollen dem Verwaltungsrat von Marvell beitreten.

Bis zur Erfüllung der vereinbarten Bedingungen bleiben beide Unternehmen eigenständig. Ob der Zusammenschluss wie geplant umgesetzt werden kann, hängt insbesondere von den noch ausstehenden Genehmigungen ab.

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