Berliner Digitalstaatssekretär Hundt gibt Amt nach kurzer Zeit wieder auf

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Berlins Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung, Matthias Hundt, zieht sich nach gut zwei Monaten aus dem Amt zurück. Hundt bat den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner darum, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Wegner werde dieser Bitte entsprechen. Hundt war erst Mitte März 2026 aus Dresden nach Berlin gewechselt und hatte dort die Funktion des Chief Digital Officer übernommen.

Der Rücktritt steht im Zusammenhang mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden. Die Behörde führt ein Verfahren wegen verschiedener möglicher Insolvenzstraftaten. Grundlage ist die Insolvenz der SDC Sachsen Digital Consulting GmbH, für die am 25. November 2025 ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Weitere Angaben machte die Staatsanwaltschaft unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht. Für Hundt gilt die Unschuldsvermutung.

Ermittlungen im Zusammenhang mit früherer Firma

Im Zentrum des Verfahrens steht die frühere unternehmerische Tätigkeit Hundts in Sachsen. Die Ermittlungen beziehen sich auf die Insolvenz der SDC Sachsen Digital Consulting GmbH. Hundt war nach den vorliegenden Angaben in dem Unternehmensumfeld als Geschäftsführer tätig. Welche konkreten Sachverhalte die Staatsanwaltschaft im Einzelnen prüft, blieb zunächst offen. Die Behörde nannte keine weiteren Details zu möglichen Tatvorwürfen.

Hundts anwaltliche Seite wies eine persönliche Schuld zurück. Nach der Darstellung seines Anwalts habe sich Hundt mit wesentlichen Beteiligten geeinigt und sich nichts zuschulden kommen gelassen. Diese Darstellung ist Teil der Verteidigung gegen die Vorwürfe. Eine gerichtliche Entscheidung liegt nicht vor.

Nur gut zwei Monate im Amt

Hundt war am 18. März 2026 als Chief Digital Officer und Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung in der Berliner Senatskanzlei gestartet. Zu seinen Aufgaben gehörten zentrale Digitalthemen der Berliner Verwaltung: E-Government, Verwaltungsmodernisierung, IT-Sicherheit und der Schutz kritischer Infrastruktur.

Die Personalie hatte besondere Bedeutung, weil Berlin seit Jahren unter Druck steht, Verwaltungsleistungen schneller und digitaler bereitzustellen. Hundt folgte auf Martina Klement, die in die Brandenburger Landesregierung wechselte. Damit war der Posten des Berliner Chief Digital Officer erneut Teil einer größeren politischen Umbesetzung.

Rücktritt trifft einen zentralen Modernisierungsposten

Mit Hundts Rückzug verliert Berlin nach kurzer Zeit den politisch verantwortlichen Staatssekretär für eines der wichtigsten Reformfelder des Senats. Die Digitalisierung der Verwaltung gilt in der Hauptstadt als Daueraufgabe. Bürgerdienste, elektronische Akten, Schnittstellen zwischen Behörden und sichere IT-Strukturen gehören zu den Bereichen, die dauerhaft politische Steuerung benötigen.

Für den Senat bedeutet der Rücktritt deshalb mehr als eine gewöhnliche Personalentscheidung. Der Posten verbindet technische Verwaltungsmodernisierung mit politischer Verantwortung. Wer Hundt nachfolgt, muss nicht nur laufende Digitalprojekte übernehmen, sondern auch Vertrauen in die Besetzung einer sensiblen Schnittstelle zwischen Verwaltung, Politik und IT herstellen.

Offene Fragen zum weiteren Verfahren

Unklar blieb zunächst, wie lange die Ermittlungen in Dresden dauern und ob die Staatsanwaltschaft weitere Angaben machen wird. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass ein Ermittlungsverfahren wegen verschiedener möglicher Insolvenzstraftaten im Zusammenhang mit der Firmeninsolvenz geführt wird. Zu einer Anklage oder gerichtlichen Bewertung gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

Hundts Rücktritt beendet seine Berliner Amtszeit, nicht aber automatisch die offenen Fragen aus dem Insolvenzverfahren. Für die politische Bewertung in Berlin steht zunächst die Neubesetzung der Digitalspitze im Vordergrund. Für die rechtliche Bewertung bleibt das Verfahren der zuständigen Behörden maßgeblich.

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