
Mit „Menopause Mystery“ zeigt arte am Donnerstagabend einen Dokumentarfilm über eine Lebensphase, die Millionen Frauen betrifft und deren körperliche und psychische Auswirkungen zunehmend Gegenstand medizinischer Forschung sind. Die deutsche TV-Premiere beginnt am 1. Oktober um 21:45 Uhr. Im Mittelpunkt steht die dänische Filmemacherin Louise Unmack Kjeldsen, die ihre eigenen Erfahrungen mit den Wechseljahren zum Ausgangspunkt einer internationalen Spurensuche macht.
Die Menopause Mystery Doku verbindet persönliche Erfahrungen mit Gesprächen mit Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen Fachgebieten. Behandelt werden unter anderem Hitzewallungen, Schlafprobleme, Veränderungen der Stimmung und kognitive Beschwerden. Zugleich beschäftigt sich der Film mit der Frage, welche Folgen hormonelle Veränderungen während der Menopause für Körper und Gehirn haben können.
Arte zeigt „Menopause Mystery“ heute von 21:45 bis 22:40 Uhr. Die eigentliche Dokumentation wird vom Sender mit 53 Minuten angegeben. Im deutschen Programm wird sie von Maren Kroymann erzählt. Es handelt sich um die deutsche TV-Premiere des Films. Bereits seit dem 10. September ist die Fernsehfassung über arte.tv verfügbar. Dort kann sie nach Angaben des Senders noch bis zum 8. Dezember 2026 abgerufen werden.
Der Film lief zuvor in einer längeren Kinofassung unter dem deutschen Titel „Mein neues altes Ich“. Diese Fassung hat eine Länge von rund 77 Minuten und kam am 12. März 2026 in die deutschen Kinos. Die internationale Festivalfassung wurde unter dem Titel „Menopause Mystery“ präsentiert.
Produziert wurde der Dokumentarfilm als deutsch-dänisch-norwegische Koproduktion. Beteiligt waren unter anderem Hansen & Pedersen Film og Fjernsyn, Kloos & Co. und Ten Thousand Images. Louise Unmack Kjeldsen führte Regie und schrieb auch das Drehbuch. Die Kameraarbeit stammt unter anderem von Anders Löfstedt, die Musik von Astrid Fabrin.
Ausgangspunkt des Films sind Kjeldsens eigene Beschwerden. Sie beschreibt Schlafprobleme und sogenannte Brain-Fog-Symptome, also Schwierigkeiten mit Konzentration und Gedächtnis. Von dort aus erweitert die Regisseurin ihre persönliche Geschichte zu einer Recherche über die Menopause und den Stand der medizinischen Forschung.
Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt die Menopause als natürlichen Abschnitt des Alterns. Bei den meisten Frauen tritt sie zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein. Durch die nachlassende Funktion der Eierstöcke sinkt unter anderem der Östrogenspiegel. Die Beschwerden fallen sehr unterschiedlich aus. Manche Frauen haben kaum Symptome, andere erleben erhebliche Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität. Zu den von der WHO aufgeführten möglichen Begleiterscheinungen gehören Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafprobleme sowie Veränderungen von Stimmung, Depression und Angst.
„Menopause Mystery“ greift diese Spannweite auf und lässt neben betroffenen Frauen mehrere Forscherinnen und Ärztinnen zu Wort kommen.
Zu den Fachleuten im Film gehört Pauline M. Maki von der University of Illinois Chicago, deren Arbeit sich unter anderem mit Psychiatrie, Psychologie und Frauengesundheit beschäftigt. Außerdem treten die Psychiaterin Jayashri Kulkarni von der australischen Monash University und Silje Mæland von der Universität Bergen auf.
Weitere Gesprächspartnerinnen sind die Gynäkologin Anette Tønnes Pedersen vom Rigshospitalet in Kopenhagen und die Neurowissenschaftlerin Alexandra Paget-Blanc. Auch Susan Davis, eine international bekannte Forscherin auf dem Gebiet der Frauengesundheit und Menopause, ist in der Dokumentation zu sehen.
Ein Schwerpunkt liegt auf neurologischen und psychischen Veränderungen während der Wechseljahre. Schlafstörungen können beispielsweise mit Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen zusammenhängen. Das US-amerikanische National Institute on Aging weist darauf hin, dass insbesondere nächtliche Hitzewallungen und Veränderungen der Stimmung zu Schlafproblemen beitragen können.
Auch kognitive Veränderungen werden wissenschaftlich untersucht. Eine 2026 veröffentlichte Übersicht zur Menopause und zum Alzheimer-Risiko hält fest, dass kognitive Beschwerden während der menopausalen Übergangsphase häufig vorkommen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass solche Beschwerden auf eine spätere Demenzerkrankung hindeuten.
Der Film beschäftigt sich ebenfalls mit möglichen Verbindungen zwischen Wechseljahresbeschwerden und Alzheimer. Studien haben Zusammenhänge zwischen bestimmten vasomotorischen Symptomen wie nächtlichen Hitzewallungen und Biomarkern untersucht, die mit Alzheimer in Verbindung stehen. Forschende weisen dabei ausdrücklich darauf hin, dass damit bislang kein ursächlicher Zusammenhang bewiesen ist.
Ein weiteres Thema ist die Behandlung von Beschwerden während der Wechseljahre. Dabei spielen hormonelle Therapien ebenso eine Rolle wie nicht hormonelle Möglichkeiten. Die WHO betont, dass verschiedene Behandlungsformen zur Linderung menopausaler Symptome zur Verfügung stehen und die Entscheidung von der individuellen Krankengeschichte, den Beschwerden und persönlichen Präferenzen abhängen sollte.
Kjeldsens Film behandelt zugleich eine grundsätzliche Debatte: Wie lassen sich erhebliche Beschwerden ernst nehmen, ohne die Menopause insgesamt als Krankheit darzustellen? Diese Frage war auch Thema einer internationalen medizinischen Diskussion über den Umgang mit den Wechseljahren.
Die Dokumentation verbindet diese wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Dimension. Dabei geht es um fehlendes Wissen, die Wahrnehmung älter werdender Frauen und darum, welche Auswirkungen starke Beschwerden auf Alltag und Arbeitsleben haben können.
„Menopause Mystery“ wurde im Frühjahr 2026 international auf Festivals vorgestellt. Beim Dokumentarfilmfestival CPH lief die rund 74 Minuten lange Fassung als Weltpremiere. In Deutschland startete die Kinoversion am 12. März unter dem Titel „Mein neues altes Ich“.
Für die Fernsehausstrahlung setzt arte auf eine deutlich kürzere Fassung. Der Sender gibt die verfügbare Videolänge mit 53 Minuten an, während das Programmfenster von 21:45 bis 22:40 Uhr reicht. Weitere lineare Ausstrahlungen sind für den 12. Oktober um 5:05 Uhr und den 19. Oktober um 1:15 Uhr vorgesehen.
Damit erreicht der Film nach Kino und Streaming nun erstmals das deutsche lineare Fernsehen. Im Zentrum bleibt dabei weniger eine einzelne Behandlungsmethode als die Frage, was während der Menopause im Körper geschieht, warum die Erfahrungen von Frau zu Frau so verschieden sind und welche Antworten die Forschung bereits geben kann.






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