Meta wächst kräftig und verändert seine Aktienstruktur

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Facebook- und Instagram-Konzern Meta hat im dritten Quartal 2026 seinen Umsatz deutlich gesteigert. Gleichzeitig kündigte das US-Unternehmen eine neue Aktienklasse ohne Stimmrechte an und konkretisierte seine Investitionspläne für künstliche Intelligenz. Die Meta-Quartalszahlen 2026 zeigen damit einen Konzern, dessen Werbegeschäft weiter wächst, während hohe Ausgaben und rechtliche Belastungen das Ergebnis prägen.

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Umsatz steigt auf 64,6 Milliarden Dollar

Meta erzielte zwischen Juli und September 2026 einen Umsatz von 64,60 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten hatten nach Daten des Finanzdienstleisters LSEG im Durchschnitt mit rund 63,37 Milliarden Dollar gerechnet. Damit übertraf der Konzern sowohl die Markterwartungen als auch seine bisherige Umsatzprognose.

Das Geschäft mit Werbung bleibt der wichtigste Umsatzbringer. Allein die Werbeerlöse erreichten 63,06 Milliarden Dollar. Nach Unternehmensangaben stieg die Zahl der ausgespielten Anzeigen gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent, während der durchschnittliche Anzeigenpreis um 14 Prozent zunahm.

Die Zahl der Menschen, die mindestens eine Anwendung des Konzerns täglich nutzen, erreichte im September durchschnittlich 3,64 Milliarden. Dazu gehören unter anderem Facebook, Instagram, WhatsApp und Messenger. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von drei Prozent.

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Hohe Sonderbelastung drückt auf das operative Ergebnis

Unter dem Strich erzielte Meta einen Nettogewinn von 9,86 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal waren es 2,71 Milliarden Dollar gewesen. Allerdings war das damalige Ergebnis durch eine außergewöhnlich hohe Steuerbelastung verzerrt, sodass der direkte Gewinnvergleich nur begrenzt aussagekräftig ist.

Das operative Ergebnis ging dagegen deutlich zurück: von 20,54 Milliarden auf 12,99 Milliarden Dollar. Die operative Gewinnmarge sank von 40 auf 20 Prozent.

Ein wesentlicher Grund war eine Belastung von 9,89 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit einem im August vereinbarten Vergleich mit US-Generalstaatsanwälten. Die Vereinbarung betrifft Rechtsstreitigkeiten über die psychische Gesundheit Jugendlicher und soziale Medien. Nach Angaben von Meta sieht sie Zahlungen von insgesamt bis zu rund 18,59 Milliarden Dollar vor.

Ohne die Sonderbelastung hätte der operative Gewinn rechnerisch 22,88 Milliarden Dollar erreicht. Der verwässerte Gewinn je Aktie lag tatsächlich bei 3,83 Dollar. Ohne den Sondereffekt hätte er nach Unternehmensberechnung 7,40 Dollar betragen.

Meta konkretisiert Milliardeninvestitionen in KI

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Meta nun Investitionsausgaben zwischen 135 und 145 Milliarden Dollar. Zuvor hatte die Prognose bei 130 bis 145 Milliarden Dollar gelegen. Damit steigt die Untergrenze um fünf Milliarden Dollar, während die Obergrenze unverändert bleibt.

Allein im dritten Quartal investierte Meta einschließlich bestimmter Leasingzahlungen 34,91 Milliarden Dollar. Ein erheblicher Teil der Ausgaben fließt in die technische Infrastruktur für künstliche Intelligenz, insbesondere in Rechenzentren und leistungsfähige Computerchips.

Die steigenden Investitionen zeigen sich auch beim freien Cashflow. Dieser lag im dritten Quartal bei minus 2,12 Milliarden Dollar. Der Konzern gab damit nach seiner Berechnung mehr Geld für die entsprechenden Investitionen aus, als aus dem operativen Geschäft zufloss.

Meta arbeitet zugleich daran, seine KI-Angebote auszubauen. Dazu gehören der im September gestartete KI-Assistent Muse und neue KI-Modelle. Der Konzern setzt darauf, durch künstliche Intelligenz sowohl seine bestehenden Werbeangebote zu verbessern als auch zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen.

Neue Aktienklasse soll Zuckerberg Kontrolle sichern

Parallel zur Quartalsbilanz kündigte Meta eine wichtige Änderung seiner Kapitalstruktur an. Der Verwaltungsrat hat die Einführung einer neuen Aktienklasse C beschlossen, die keine Stimmrechte besitzt und künftig an der Börse gehandelt werden soll.

Die Änderung soll am 19. Januar 2027 wirksam werden. Vorgesehen ist, für jede bestehende Aktie der Klassen A und B zusätzlich eine neue Aktie der Klasse C auszugeben. Wirtschaftlich entspricht dies einer Aufteilung im Verhältnis zwei zu eins. Die Stimmrechte der bisherigen Aktionäre sollen dadurch unverändert bleiben.

Mit der neuen Aktienklasse verschafft sich Meta zusätzliche Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung, zur Vergütung von Beschäftigten und für mögliche Übernahmen. Zugleich kann das Unternehmen weitere Aktien ausgeben, ohne die bestehenden Stimmrechtsverhältnisse zu verändern.

Davon profitiert insbesondere Unternehmensgründer und Vorstandschef Mark Zuckerberg, der über Aktien mit erhöhtem Stimmrecht weiterhin die Kontrolle über zentrale Unternehmensentscheidungen behält. Nach Angaben der Financial Times verfügt Zuckerberg derzeit über rund 61 Prozent der Stimmrechte.

Die bestehenden A-Aktien sollen weiterhin an der Nasdaq gehandelt werden. Für die neuen C-Aktien strebt Meta ebenfalls eine Börsennotierung an. Die konkreten Termine für die Ausgabe sollen später festgelegt werden.

Meta erwartet weiteres Umsatzwachstum im vierten Quartal

Für das Schlussquartal 2026 rechnet Meta mit einem Umsatz zwischen 73 und 76 Milliarden Dollar. Damit liegt der Mittelwert der Prognose über den bisherigen Analystenschätzungen.

Auch die Erwartungen für die gesamten Betriebsausgaben hat das Unternehmen angepasst. Einschließlich der im dritten Quartal erfassten rechtlichen Sonderbelastung sollen sie 2026 zwischen 175 und 179 Milliarden Dollar erreichen.

Beim Geschäft mit virtueller und erweiterter Realität erwartet Meta für die Sparte Reality Labs im Gesamtjahr einen operativen Verlust von 18 bis 19 Milliarden Dollar. Für 2027 stellt das Unternehmen einen Rückgang auf etwa 15 Milliarden Dollar in Aussicht. Zugleich sollen Investitionsmittel verstärkt in künstliche Intelligenz fließen.

Eine konkrete Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2027 legte Meta noch nicht vor. Der Konzern rechnet jedoch weiterhin mit einem deutlichen Wachstum seiner Erlöse.

Meta-Aktie steigt nachbörslich um rund vier Prozent

An der Börse wurden die Quartalszahlen und die angekündigte neue Aktienklasse zunächst positiv aufgenommen. Die Meta-Aktie legte am Mittwochabend im nachbörslichen US-Handel zeitweise um rund vier Prozent zu. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete diesen Anstieg gegen 22.05 Uhr deutscher Zeit. Auch andere Finanzdienste verzeichneten deutliche Kursgewinne.

Die Reaktion zeigt, dass Anleger zunächst vor allem das Umsatzwachstum, den Ausblick auf das Schlussquartal und die zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten positiv bewerteten. Gleichzeitig bleiben die hohen Investitionsausgaben ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung des Unternehmens.

Für Meta rückt damit zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, wie schnell sich die Milliardeninvestitionen in künstliche Intelligenz zusätzlich zum bestehenden Werbegeschäft wirtschaftlich auszahlen.

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