Motorola bringt mit der Moto Watch Ultra Wear OS zurück

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Grzegorz Walczak

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Motorola kehrt mit einer neuen Smartwatch zu Googles Wear OS zurück. Die Moto Watch Ultra mit Wear OS wurde zur IFA 2026 in Berlin vorgestellt und soll in den kommenden Wochen in ausgewählten Märkten Europas und weiterer Regionen erscheinen. Motorola nennt für die Uhr einen Startpreis von 429 Euro. Ein konkreter Verkaufstermin für Deutschland wurde in der europäischen Ankündigung zunächst nicht genannt.

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Die Motorola Moto Watch Ultra setzt sich deutlich von der ebenfalls angebotenen Moto Watch ab, die mit einem proprietären Betriebssystem arbeitet. Das neue Ultra-Modell erhält Zugriff auf den Google Play Store, unterstützt LTE eSIM und soll damit auch ohne dauerhaft verbundenes Smartphone telefonieren, Nachrichten senden und Benachrichtigungen empfangen können. Hinzu kommen Google Wallet, Google Maps, Google Messages, YouTube Music und Gemini.

Motorola setzt wieder auf Wear OS

Auf der offiziellen Produktseite nennt Motorola Wear OS 6 als Betriebssystem und sagt zwei Betriebssystem-Upgrades zu. Als Plattform dient Qualcomms Snapdragon W5+ Gen 1. Damit rückt Motorola technisch wieder näher an das klassische Wear OS Ökosystem, nachdem die eigenen jüngeren Uhren stärker auf Fitnessfunktionen und lange Akkulaufzeiten mit einem proprietären System ausgerichtet waren.

Auch Motorolas eigener KI-Dienst Qira ist integriert. Nach Angaben des Unternehmens ist die Moto Watch Ultra das erste Motorola Wearable mit dieser Funktion. Qira soll auf kompatiblen Motorola und Lenovo Geräten Informationen geräteübergreifend verfügbar machen. Für die alltägliche App-Nutzung bleibt Wear OS 6 jedoch der zentrale Unterbau, über den auch Googles Dienste und der Play Store eingebunden werden.

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Polar übernimmt einen großen Teil der Fitnessfunktionen

Für Gesundheits- und Trainingsfunktionen arbeitet Motorola mit Polar zusammen. Das Polar Fitness Tracking umfasst unter anderem Schlafanalyse, Aktivitätsziele, Aktivitätswerte, Intensitätszonen, Inaktivitätshinweise und eine Berechnung des Kalorienverbrauchs. Hinzu kommen die Polar Funktionen Nightly Recharge und Sleep Plus Stages sowie ein Running Coach für geführte Lauf- und Gehtrainings.

Motorola spricht außerdem von Sensoren zur Erfassung wichtiger Vitalwerte, nennt in der Ankündigung aber nicht für jede Messgröße dieselben medizinischen Funktionen, die manche Konkurrenzmodelle bieten. Deshalb lässt sich aus der Vorstellung kein pauschaler Gleichstand bei Gesundheitsfunktionen ableiten. Bestätigt sind dagegen Dualband-GPS, die Schutzklassen IP68 und 5 ATM sowie Gorilla Glass 3 über dem Display.

2.700 Nits und LTE gehören zur offiziellen Ausstattung

Das runde pOLED-Display misst 1,5 Zoll. Motorola gibt eine Spitzenhelligkeit von bis zu 2.700 Nits an. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl und misst 46 Millimeter. Die Uhr unterstützt ein Always-on-Display und handelsübliche 22-Millimeter-Armbänder.

Für die Akkulaufzeit nennt Motorola bis zu zwei Tage aktive Nutzung, sofern das Always-on-Display ausgeschaltet ist. Nach 15 Minuten Laden sollen unter günstigen Bedingungen bis zu 24 Stunden Nutzung möglich sein. Diese Werte sind Herstellerangaben und noch kein unabhängiger Praxistest. Gerade bei einer Wear OS Uhr mit LTE hängt die tatsächliche Laufzeit stark von Mobilfunknutzung, Displayeinstellungen, GPS und Trainingsaufzeichnung ab.

Die Moto 360 von 2019 war ein Lizenzprodukt

Motorola gehörte schon früh zu den bekannten Herstellern von Smartwatches mit Googles damaligem Android Wear. Die erste Moto 360 kam 2014 auf den Markt und fiel damals durch ihr rundes Display auf. Die 2019 angekündigte dritte Generation der Moto 360 lief ebenfalls mit Wear OS, wurde aber nicht von Motorola selbst entwickelt und produziert. Hinter dem Modell stand das kanadische Unternehmen eBuyNow, das die Marke im Rahmen einer Lizenzvereinbarung nutzte.

Damit ist die aktuelle Neuheit historisch etwas anders einzuordnen, als es die bloße Modellchronologie nahelegt. Die Moto Watch Ultra ist nicht einfach nur der Nachfolger einer 2019 von Motorola gebauten Wear OS Uhr. Sie markiert vielmehr die Rückkehr von Motorola selbst zu einer Smartwatch mit Googles Betriebssystem.

429 Euro bringen Motorola direkt neben Google und Samsung

Mit einem europäischen Startpreis von 429 Euro positioniert Motorola die Uhr im oberen Bereich des regulären Wear OS Marktes. Google verlangt für die Pixel Watch 5 in Deutschland ab 419 Euro. Samsung nennt für die Galaxy Watch9 eine UVP ab 409 Euro, während die Galaxy Watch Ultra2 bei 749 Euro startet. Ein direkter Preisvergleich bleibt nur eingeschränkt möglich, weil sich Größen, Materialien und Mobilfunkvarianten unterscheiden. Bei der Moto Watch Ultra gehört LTE eSIM laut Motorola grundsätzlich zur Ausstattung.

Google und Samsung prägen die heutige Wear OS Plattform seit Jahren gemeinsam. 2021 führten beide Unternehmen Wear OS und Samsungs damalige Tizen Plattform technisch enger zusammen. Die Galaxy Watch4 war anschließend die erste Samsung Smartwatch auf dieser gemeinsamen Basis. Google stieg 2022 zusätzlich mit der eigenen Pixel Watch als Hardwareanbieter ein. Motorola tritt damit in einen Markt zurück, in dem Google sowohl das Betriebssystem als auch eigene Uhren liefert und Samsung zugleich ein zentraler Hardwarepartner der Plattform ist.

Für die Moto Watch Ultra sind die wesentlichen Eckdaten inzwischen offiziell bestätigt. Dazu zählen Wear OS, Polar Fitness Tracking, LTE, das 2.700 Nits helle Display und der europäische Startpreis ab 429 Euro. Offen blieb zunächst, an welchem Tag die Uhr in Deutschland tatsächlich verkauft wird und ob alle angekündigten Funktionen zum Marktstart in jeder Region verfügbar sein werden.

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