
Die Mülheimer Brücke in Köln wird in der Nacht von Mittwoch, 21. Oktober, auf Donnerstag, 22. Oktober 2026, für Kraftfahrzeuge vollständig gesperrt. Hintergrund ist eine grundlegende Änderung der Verkehrsführung: Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten soll der Autoverkehr künftig über die südliche Brückenhälfte fahren. Die nördliche Seite wird anschließend zum Baufeld. Für Autofahrer gelten weiterhin mehrere Einschränkungen.
Die Sperrung beginnt am Mittwoch, 21. Oktober 2026, um 20.30 Uhr. Nach Angaben der Stadt Köln soll die Rheinquerung am Donnerstag, 22. Oktober, um 6.30 Uhr wieder für Kraftfahrzeuge geöffnet werden. Damit ist eine Unterbrechung von insgesamt zehn Stunden vorgesehen.
Betroffen sind beide Fahrtrichtungen zwischen den linksrheinischen Stadtteilen Niehl und Riehl sowie dem rechtsrheinischen Stadtteil Mülheim. Während der Sperrung ist eine Überquerung der Brücke mit Kraftfahrzeugen nicht möglich.
Die Mülheimer Brücke Sperrung ist notwendig, um die bisherigen Fahrspuren auf der Nordseite außer Betrieb zu nehmen und den Straßenverkehr an die bereits weitgehend fertiggestellte Südseite anzubinden. Dafür müssen die Verkehrsführung und die Anschlüsse an das bestehende Straßennetz angepasst werden.
Die Stadt nennt in ihrer Pressemitteilung vom 16. Oktober eine Freigabe um 6.30 Uhr. Im städtischen Online-Verkehrskalender ist dagegen 6.00 Uhr angegeben. Eine Erklärung für diese unterschiedlichen Angaben lag zunächst nicht vor. Auch Radio Köln nannte am Mittwochnachmittag 6.30 Uhr als geplantes Ende der Sperrung. Stadt Köln+2
Nach der geplanten Freigabe am Donnerstagmorgen ändert sich die Lage der beiden Fahrspuren. Bisher werden Autos auf der nördlichen Hälfte der Brücke geführt. Künftig soll die bereits instand gesetzte Südseite für beide Fahrtrichtungen genutzt werden.
Für den Autoverkehr steht dann jeweils eine Fahrspur in Richtung Mülheim und eine Fahrspur in Richtung Niehl zur Verfügung. Eine Erweiterung auf die frühere Zahl der Autospuren ist mit diesem Wechsel nicht verbunden.
Auch die bisherigen Beschränkungen bleiben bestehen. Auf der Brücke gilt weiterhin eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde. Fahrzeuge dürfen höchstens 2,80 Meter hoch sein. Zudem ist die Rheinquerung nur für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von maximal 3,5 Tonnen freigegeben.
Die Verkehrsumlegung bedeutet damit keine vollständige Fertigstellung der Mülheimer Brücke. Vielmehr schafft sie die Voraussetzungen für die Sanierung der bislang befahrenen nördlichen Brückenhälfte. Stadt Köln
Im Umfeld der Mülheimer Brücke bestehen bereits mehrere Verkehrsregelungen, die insbesondere den Clevischen Ring, den Bergischen Ring und die linksrheinischen Zufahrten betreffen. Nach einem Bericht von Radio Köln vom 12. Oktober sind mit der Verlegung auf die Südseite keine größeren Änderungen an den Auffahrten vorgesehen.
Auf der linksrheinischen Seite ist die Zufahrt zur Brücke weiterhin über die Boltensternstraße vorgesehen. Die Zufahrt vom Niehler Gürtel beziehungsweise von der Straße An der Schanz ist aufgrund der Sanierungsarbeiten gesperrt.
Auf der rechtsrheinischen Seite bestehen ebenfalls Einschränkungen. Vom Bergischen Ring ist das Linksabbiegen auf die Brücke nicht möglich. Verkehrsteilnehmer können aus nördlicher Richtung vom Clevischen Ring nur über eine Fahrspur auf die Rheinquerung gelangen.
Auch am Mülheimer Zubringer sind Fahrstreifen und Abbiegebeziehungen verändert worden. Diese Regelungen gehören zur längerfristigen Verkehrsführung während der Brückensanierung. Sie wurden nicht eigens für die Sperrnacht vom 21. auf den 22. Oktober eingerichtet.
Welche einzelnen Rampen oder Anschlussstraßen während der nächtlichen Umstellung zusätzlich vorübergehend gesperrt werden müssen, wurde zunächst nicht gesondert veröffentlicht. Stadt Köln+2
Für die bevorstehende Nachtsperrung hat die Stadt Köln in ihrer Mitteilung keine eigene Umleitungsstrecke mit konkreten U-Nummern benannt.
In ihren allgemeinen Verkehrshinweisen zur Brückensanierung nennt die Stadt die Zoobrücke als Ausweichmöglichkeit für Autofahrer, die wegen der Einschränkungen am Bergischen Ring nicht auf die Mülheimer Brücke gelangen können.
Für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht bestehen ohnehin andere Verkehrsregelungen. Als alternative Rheinquerungen nennt die Stadt unter anderem die Rodenkirchener Brücke und die Severinsbrücke. Außerdem verweist sie auf den Tunnel Kalk als Ausweichroute für Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen. Dieser ist allerdings für Gefahrguttransporte gesperrt.
Die Stadt empfiehlt, wegen der bestehenden Einschränkungen zusätzliche Fahrzeit einzuplanen. Eine konkrete Prognose zu Staus oder Wartezeiten während der Sperrnacht wurde zunächst nicht veröffentlicht. Stadt Köln+1
Die nächtliche Sperrung betrifft nach den veröffentlichten Informationen ausschließlich den Kraftfahrzeugverkehr. Fußgänger und Radfahrer können die Rheinquerung weiterhin nutzen. Auch die Stadtbahnen der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) sollen während der Umstellung über die Brücke fahren können. Das bestätigte Radio Köln am 21. Oktober.
Die Stadtbahnlinien 13 und 18 nutzen die Verbindung über die Mülheimer Brücke bereits seit dem 15. September 2025 wieder. Zuvor war der Stadtbahnbetrieb wegen umfangreicher Bauarbeiten längere Zeit unterbrochen gewesen.
Eine erneute brückenbedingte Unterbrechung dieser beiden Linien wurde für die Nacht vom 21. auf den 22. Oktober nicht angekündigt. Auch eine zusätzliche Ersatzbuslinie oder eine ausdrücklich mit dieser Sperrung zusammenhängende Änderung bestehender Buslinien war zunächst nicht bekannt gegeben worden.
Für Fußgänger und Radfahrer ist nach der Verkehrsumlegung der gemeinsame Geh- und Radweg auf der Südseite vorgesehen. Die Stadt bestätigt ausdrücklich, dass sie von der nächtlichen Sperrung nicht betroffen sind. Radio Köln+2
Die Verlegung des Straßenverkehrs ist der Übergang in die vierte Bauphase der Gesamtinstandsetzung. Die südliche Hälfte wurde in den vergangenen Monaten weitgehend fertiggestellt. Nach Angaben der Stadt sollten mit Abschluss der dritten Bauphase im Oktober 2026 rund zwei Drittel der gesamten Fläche des Brückenzuges fertiggestellt sein.
Nun soll die Nordseite erneuert werden. Dazu gehört der Rückbau und Neubau der nördlichen Bereiche der linksrheinischen Deichbrücke und der rechtsrheinischen Rampe. An weiteren Abschnitten werden Instandsetzungsarbeiten vorgenommen. Außerdem stehen unter anderem noch Arbeiten zum Korrosionsschutz an der Unterseite des Brückenbauwerks an.
Nach dem im April 2026 veröffentlichten Zeitplan der Stadt wird die vierte Bauphase voraussichtlich rund zwei Jahre dauern. Die veränderte Verkehrsführung über die Südseite ist deshalb keine kurzfristige Maßnahme, sondern Bestandteil der weiteren Sanierung. Stadt Köln+1
Die Mülheimer Brücke wird seit 2018 grundlegend instand gesetzt. Der rund einen Kilometer lange Brückenzug besteht aus mehreren Teilbauwerken, die teilweise unterschiedliche bauliche Voraussetzungen haben. Während die äußeren Teilbauwerke ersetzt werden, werden die über den Rhein führenden Strom- und Flutbrücken saniert und verstärkt.
Die Arbeiten verliefen nicht durchgehend nach dem ursprünglichen Zeitplan. Während der Sanierung wurden zusätzliche Schäden sichtbar, die umfangreiche technische Änderungen erforderlich machten. Unter anderem mussten Schäden an der rechtsrheinischen Rampe und Probleme an beweglichen Bauteilen der Hängebrücke behoben werden. Auch Teile des Stadtbahnbereichs mussten aufwendiger erneuert werden als zunächst vorgesehen.
Die Stadt bezifferte die voraussichtlichen Gesamtkosten am 17. April 2026 auf 498,182 Millionen Euro brutto. Die Gesamtinstandsetzung soll nach den städtischen Planungen bis Ende der 2020er Jahre abgeschlossen werden.
Mit der Verkehrsfreigabe auf der Südseite am Donnerstagmorgen erreicht das Projekt nun eine weitere Bauetappe. Für Autofahrer bleibt die Rheinquerung vorerst nur eingeschränkt nutzbar. Die vollständige Rückkehr des Verkehrs auf beide Brückenhälften ist erst nach Abschluss der Arbeiten an der Nordseite vorgesehen. Stadt Köln+1
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