
Miron Muslic hat sich klar zu seiner Zukunft beim FC Schalke 04 bekannt. Der Cheftrainer des Bundesliga-Aufsteigers erklärte am Samstagabend, 12. September 2026, im „aktuellen sportstudio“ des ZDF, dass er seinen Weg in Gelsenkirchen langfristig fortsetzen wolle. Gleichzeitig sprach der 43-Jährige darüber, welche Aufgabe ihn zu einem späteren Zeitpunkt seiner Karriere noch reizen könnte. Ein kurzfristiger Abschied von Schalke lässt sich aus seinen Aussagen nicht ableiten. Vielmehr passt sein Bekenntnis zur sportlichen Entwicklung des Vereins, der Muslic nach dem Bundesliga-Aufstieg bereits langfristiger gebunden hat.
Muslic war am 12. September Gast bei Moderator Sven Voss im „aktuellen sportstudio“. Das ZDF hatte seinen Auftritt bereits im August angekündigt. Die Sendung war ab 22.30 Uhr im Streaming-Angebot und ab 23 Uhr im linearen Programm vorgesehen. Im Mittelpunkt stand der Weg des Trainers mit Schalke vom Zweitligisten zurück in die Bundesliga und die Frage, wie seine persönliche Zukunft aussehen könnte.
Auf die Frage, was nach Schalke für ihn kommen könne, antwortete Muslic unmissverständlich: „Ich habe vor, noch sehr lange auf Schalke zu bleiben!“ Damit stellte der Trainer selbst klar, dass er derzeit keinen nächsten Verein als Karriereschritt im Blick hat. Zu Beginn des Gesprächs hatte Muslic zudem betont, Schalke sei wieder dort angekommen, wo der Verein aus seiner Sicht hingehöre, in der Bundesliga.
Eine andere Aufgabe schloss Muslic für die fernere Zukunft allerdings nicht aus. Der in Bosnien und Herzegowina geborene Trainer sagte über sein Verhältnis zu dem Land: „Ich fühle mich mit Bosnien immer noch stark verbunden“. Den Posten als Nationaltrainer könne er sich grundsätzlich eines Tages vorstellen. Zugleich machte er deutlich, dass er seine Laufbahn als Vereinstrainer noch längst nicht am Ende sieht.
Damit ging es bei seinen Aussagen nicht um einen unmittelbar bevorstehenden Wechsel. Ein konkretes Angebot eines anderen Vereins oder Verbandes wurde im Zusammenhang mit dem ZDF-Auftritt nicht bekannt. Muslic sprach vielmehr über eine langfristige persönliche Perspektive.
Auch die vertragliche Situation spricht gegen Spekulationen über einen kurzfristigen Abschied. Als Schalke Muslic im Sommer 2025 von Plymouth Argyle verpflichtete, erhielt er zunächst einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027. Der Verein bezeichnete seine Verpflichtung damals als Ergebnis eines ausführlichen Auswahlprozesses. Sportvorstand Frank Baumann hob unter anderem Muslics Fachkompetenz, Vermittlungsfähigkeit und seine erkennbare Handschrift hervor.
Mit dem Bundesliga-Aufstieg änderte sich die Laufzeit. Nach dem entscheidenden Schritt zurück in die Bundesliga wurde Anfang Mai 2026 bestätigt, dass sich Muslics Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr bis 2028 verlängerte. Damit hatte Schalke die Zusammenarbeit bereits Monate vor dem aktuellen ZDF-Auftritt über die erste Bundesliga-Saison hinaus abgesichert.
Eine neue Vertragsentscheidung war mit Muslics Aussagen im Sportstudio deshalb nicht verbunden. Der Trainer besitzt bereits ein längerfristiges Arbeitspapier. Auch von der Schalker Vereinsführung gab es zuletzt keine öffentlich dokumentierte Position, die seinem Bekenntnis widersprechen würde.
Muslic wurde am 14. September 1982 in Bihac im damaligen Jugoslawien geboren und ist am Tag seines Sportstudio-Auftritts 43 Jahre alt. Schalke führt ihn in seinem aktuellen Mannschaftsprofil mit bosnischer Nationalität. Bei seiner Verpflichtung 2025 bezeichnete der Verein ihn zugleich als österreichischen Staatsbürger. Seine Familie war während des Krieges in Bosnien nach Österreich geflohen, wo Muslic später einen wesentlichen Teil seines sportlichen Werdegangs absolvierte.
Seine Trainerlaufbahn begann Muslic im österreichischen Fußball. Ab 2014 arbeitete er zunächst als Co-Trainer bei Union Weißkirchen, anschließend in verschiedenen Funktionen beim SV Ried. Dort betreute er unter anderem Nachwuchsmannschaften und arbeitete als Assistent bei den Profis. Im Jahr 2020 übernahm er den Floridsdorfer AC als Cheftrainer, 2021 folgte ein Engagement als Chefcoach des SV Ried.
Danach wechselte Muslic nach Belgien zu Cercle Brügge. Zunächst war er dort Co-Trainer, von 2022 bis 2024 führte er die Mannschaft als Cheftrainer. Anfang 2025 übernahm er Plymouth Argyle in England. Trotz des späteren Abstiegs des Klubs aus der Championship entschied sich Schalke wenige Monate danach für Muslic als neuen Trainer. Seit dem 1. Juli 2025 ist er offiziell Chefcoach der Königsblauen.
Sein erstes Jahr in Gelsenkirchen veränderte die sportliche Situation des Vereins grundlegend. Schalke hatte die Saison 2024/25 noch auf dem 14. Platz der 2. Bundesliga abgeschlossen. Unter Muslic wurde die Mannschaft in der Saison 2025/26 Zweitliga-Meister und stieg nach drei Jahren zurück in die Bundesliga auf.
Die Bilanz war eindeutig: 70 Punkte aus 34 Spielen, 21 Siege, sieben Unentschieden und sechs Niederlagen. Schalke erzielte 50 Tore und kassierte 31 Gegentreffer. Die 70 Punkte waren zugleich ein Vereinsrekord seit Einführung der Drei-Punkte-Regel.
Auch der Start in die Bundesliga liefert Muslic Argumente für Kontinuität. Nach drei Spieltagen steht Schalke bei vier Punkten. Auf die Niederlage zum Auftakt in Augsburg folgte ein Unentschieden gegen Bayern München und anschließend der erste Bundesliga-Sieg des Vereins seit Mai 2023 bei Union Berlin. Damit hat Schalke nach drei Partien drei Tore erzielt und vier kassiert.
Die sportliche Zielsetzung bleibt dennoch deutlich nüchterner als die Euphorie nach dem Aufstieg. Schalke muss sich nach drei Jahren in der 2. Bundesliga zunächst wieder dauerhaft im Oberhaus etablieren. Der finanzielle Handlungsspielraum ist weiterhin kleiner als bei einem großen Teil der Konkurrenz.
Muslics Zukunft ist deshalb auch eng mit der Kaderstrategie des Vereins verbunden. Sportvorstand Frank Baumann erklärte nach Abschluss der Sommer-Transferperiode, Schalke habe alle Stammspieler halten und die vorgesehenen Positionen verstärken können. Das Ziel sei gewesen, den Kader bundesligatauglich aufzustellen, den Konkurrenzkampf zu erhöhen und mehr taktische Flexibilität zu schaffen. Außerdem sollte zusätzliche Bundesliga-Erfahrung verpflichtet werden.
Der Klub setzte dabei nicht auf einen kompletten Umbau der Aufstiegsmannschaft. Zu den Verstärkungen gehören erfahrene Spieler, zugleich blieb ein erheblicher Teil des erfolgreichen Zweitligakaders zusammen. Bereits im Sommer hatte Baumann angekündigt, Spieler, die für die sportliche Wettbewerbsfähigkeit wichtig seien und Entwicklungspotenzial besäßen, nicht ohne Weiteres verkaufen zu wollen. Trotz der verbesserten Einnahmesituation durch den Aufstieg muss Schalke wirtschaftlich weiterhin vorsichtig handeln.
Parallel hat der Verein seine Kaderplanung strukturell neu organisiert. Im Juni wurde Max Lüftl zum Direktor Scouting und Transfers ernannt. In diesem Bereich bündelt Schalke nun unter anderem das Scouting für Profis und Nachwuchs, die Betreuung von Leihspielern und die Zusammenarbeit mit Partnervereinen. Die sportlichen Entscheidungen sollen dabei eng mit dem Profibereich um Youri Mulder und weiteren Abteilungen abgestimmt werden.
Muslic ist damit nicht nur der Trainer einer Mannschaft, die kurzfristig den Klassenerhalt erreichen soll. Nach dem Aufstieg und der automatischen Verlängerung seines Vertrages ist er Teil einer länger angelegten sportlichen Struktur.
Seine Aussagen im ZDF passen zu dieser Ausgangslage. Schalke besitzt mit ihm einen bis 2028 gebundenen Trainer, der den Klub aus der 2. Bundesliga geführt hat und sich nun ausdrücklich zu einem längeren Verbleib bekennt. Die Vorstellung, irgendwann einmal die Nationalmannschaft seines Geburtslandes zu trainieren, formulierte Muslic als Möglichkeit für eine spätere Phase seiner Karriere. Seine unmittelbare Perspektive verortete er dagegen eindeutig in Gelsenkirchen.
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