Neue Zölle und Exportkontrollen: China und die USA verschärfen ihren Handelsstreit

Neue Zölle und Exportkontrollen: China und die USA verschärfen ihren Handelsstreit
Foto: Peter H

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Der Handelsstreit zwischen China und den USA gewinnt Anfang August 2026 wieder an Schärfe. Washington hat einen zusätzlichen Zoll von 12,5 Prozent auf bestimmte chinesische Waren eingeführt und begründet die Maßnahme mit einer angeblich unzureichenden Bekämpfung von Zwangsarbeit in internationalen Lieferketten. Peking weist diesen Vorwurf zurück, spricht von Protektionismus und verlangt die Aufhebung der Abgaben. Gleichzeitig verschärft China die Beschränkungen gegen amerikanische Organisationen und kontrolliert Ausfuhren von Drohnen und dazugehöriger Technik in die USA strenger.

Neue US-Zölle gegen China sorgen für Streit

Die neuen Abgaben sind Teil eines größeren US-Zollpakets gegen insgesamt 60 Handelspartner. Je nach Einstufung erhebt Washington zusätzliche Zölle von zehn oder 12,5 Prozent. China wurde der höhere Satz zugeordnet. Die US-Regierung stützt die Maßnahme auf Abschnitt 301 des amerikanischen Handelsgesetzes und argumentiert, mehrere Staaten gingen nicht konsequent genug gegen die Einfuhr von Waren aus Zwangsarbeit vor.

Das chinesische Handelsministerium bezeichnete diese Begründung als nicht gerechtfertigt. Die USA nutzten Menschenrechtsfragen nach Pekings Darstellung als Vorwand, um neue Handelsbarrieren aufzubauen. China forderte Washington auf, die Zölle zurückzunehmen, und behielt sich weitere Reaktionen vor. Damit wächst erneut das Risiko, dass aus einzelnen Schutzmaßnahmen eine neue Runde gegenseitiger Wirtschaftssanktionen entsteht.

Die Zölle treffen China nicht allein. Auch Waren aus der Europäischen Union, Japan und zahlreichen weiteren Volkswirtschaften sind betroffen. Washington kann damit einen breiten Zollsockel aufrechterhalten, nachdem frühere globale Abgaben vor dem Obersten Gerichtshof der USA gescheitert waren.

China reagiert mit Maßnahmen gegen US-Organisationen

Peking beschränkte am Mittwoch die Zusammenarbeit mit sieben amerikanischen Organisationen und Einrichtungen. Chinesischen Unternehmen und Einzelpersonen ist es damit untersagt, mit den betroffenen Stellen Geschäfte zu machen oder anderweitig zu kooperieren. China begründet die Maßnahmen mit deren Unterstützung amerikanischer Sanktionen und politischer Schritte im Zusammenhang mit Xinjiang.

Zudem sollen Ausfuhren bestimmter Drohnen, Bauteile und dazugehöriger Technologien in die Vereinigten Staaten künftig strenger geprüft werden. Dabei handelt es sich zunächst nicht um ein vollständiges Exportverbot. Die zusätzlichen Lizenz- und Kontrollverfahren können Lieferungen jedoch erschweren und verzögern. Amerikanische Unternehmen sind in mehreren Bereichen stark von chinesischen Drohnen und Komponenten abhängig.

Die jüngsten Schritte zeigen, dass sich der Zollstreit zwischen China und den USA längst nicht mehr auf klassische Einfuhrabgaben beschränkt. Beide Länder setzen zunehmend Exportkontrollen, Sanktionen gegen Unternehmen und Organisationen sowie Einschränkungen beim Zugang zu Schlüsseltechnologien als wirtschaftspolitische Druckmittel ein.

Chips und seltene Erden bleiben zentrale Druckmittel

Besonders konfliktträchtig ist weiterhin der Technologiesektor. Die USA beschränken Chinas Zugang zu leistungsfähigen Halbleitern, Anlagen für die Chipproduktion und Technologien für künstliche Intelligenz. Washington begründet diese Kontrollen vor allem mit der nationalen Sicherheit und dem Risiko einer militärischen Nutzung. Peking sieht darin den Versuch, Chinas wirtschaftlichen und technologischen Aufstieg zu bremsen.

China besitzt im Gegenzug eine starke Stellung bei seltenen Erden, Spezialmetallen und Permanentmagneten. Diese Rohstoffe und Bauteile werden für Elektroautos, Windkraftanlagen, Elektronik, Halbleiter und Rüstungsgüter benötigt. Genehmigungspflichten oder Exportbeschränkungen können deshalb in kurzer Zeit internationale Lieferketten beeinträchtigen.

Bei den jüngsten Gesprächen drängten die USA China dazu, frühere Zusagen bei seltenen Erden und amerikanischen Agrarprodukten einzuhalten. Aus Sicht Washingtons setzt Peking diese Vereinbarungen bislang nur teilweise um. China wiederum kritisiert amerikanische Sanktionen gegen chinesische Technologieunternehmen und weitere Beschränkungen für Investitionen und Exporte.

Oberstes US-Gericht hatte frühere Zölle gestoppt

Der aktuelle Streit steht auch im Zusammenhang mit einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA vom Februar 2026. Das Gericht erklärte globale Zölle für unzulässig, die Präsident Donald Trump auf Grundlage eines Notstandsgesetzes verhängt hatte. Nach Auffassung der Richter ermächtigte dieses Gesetz den Präsidenten nicht dazu, ohne Zustimmung des Kongresses umfassende Einfuhrabgaben festzulegen.

Die US-Regierung wich anschließend auf andere gesetzliche Grundlagen aus. Nach einem zwischenzeitlichen weltweiten Zoll von zehn Prozent führte Washington die aktuellen Abgaben unter Abschnitt 301 des Handelsgesetzes von 1974 ein. Dieses Instrument wurde bereits früher für Maßnahmen gegen angeblich unfaire Handelspraktiken genutzt und gilt rechtlich als belastbarer als die zuvor verwendeten Notstandsbefugnisse.

Dennoch sind auch die neuen Abgaben umstritten. Mehrere US-Bundesstaaten klagen gegen die Regierung und werfen ihr vor, die früheren Zölle lediglich unter einer anderen Begründung wieder einzuführen. Damit bleibt offen, wie dauerhaft das neue Zollsystem Bestand haben wird.

Handelskonflikt belastet auch deutsche Unternehmen

Die Folgen des Handelsstreits China USA reichen weit über beide Länder hinaus. Zölle können Importprodukte verteuern und Unternehmen dazu zwingen, ihre Lieferketten anzupassen. Besonders betroffen sind Elektronik, Maschinen, Solartechnik, Fahrzeuge und andere Branchen, die stark von internationalen Komponenten und Rohstoffen abhängen.

Für deutsche Unternehmen ist die Lage besonders schwierig, weil viele von ihnen sowohl in China als auch in den USA produzieren oder verkaufen. Die Autoindustrie benötigt chinesische Batterien, Magnete und elektronische Bauteile, während der amerikanische Markt für Fahrzeuge und Maschinen von großer Bedeutung ist. Auch Chemie- und Halbleiterunternehmen müssen mit unterschiedlichen Exportkontrollen, Zollregeln und Sanktionslisten umgehen.

Eine umfassende Entspannung ist derzeit nicht erkennbar. Zwar halten Washington und Peking ihre Gesprächskanäle offen und wollen eine Eskalation wie 2025 möglichst vermeiden. Gleichzeitig bauen beide Seiten ihre wirtschaftlichen Druckmittel aus. Der Konflikt bleibt damit eine kontrollierte, aber jederzeit störanfällige Auseinandersetzung um Marktanteile, Technologien und geopolitischen Einfluss.

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