
Ab Mittwoch, 12. August 2026, ändern sich die Regeln für Verpackungen in Deutschland. Dann entfalten sowohl die neue EU-Verpackungsverordnung als auch das deutsche Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz erstmals Wirkung. Das neue Verpackungsgesetz Deutschland löst dabei das bisherige Verpackungsgesetz ab. Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert kurz vor dem Start vor allem die Vorgaben zur Förderung von Mehrweg. Nach ihrer Einschätzung reichen die beschlossenen Instrumente nicht aus, um das deutsche Ziel von 70 Prozent Mehrweg bei Getränkeverpackungen zu erreichen. Tatsächlich liegt die Quote deutlich darunter. Für 2024 weist das Umweltbundesamt einen Anteil von 34,5 Prozent aus.
Das neue Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz, kurz VerpackDG, begleitet die unmittelbar geltende europäische Verpackungsverordnung in Deutschland. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums werden viele bestehende Strukturen des bisherigen Verpackungsgesetzes weitergeführt. Gleichzeitig kommen neue Verpflichtungen hinzu. Die EU-Verordnung 2025/40 gilt grundsätzlich ab dem 12. August 2026 in den Mitgliedstaaten.
Eine Änderung betrifft die erweiterte Herstellerverantwortung. Organisationen und Hersteller, die für die Entsorgung ihrer Verpackungen verantwortlich sind, sollen künftig auch Maßnahmen zur Vermeidung von Verpackungsabfällen finanzieren. Dazu können laut Bundesumweltministerium der Einsatz von Mehrwegverpackungen und die Förderung von Wiederbefüllung gehören. Außerdem enthält das Gesetz neue Vorgaben für recyclinggerechte Verpackungen und den Einsatz von Rezyklaten.
Im Mittelpunkt der Kritik der Deutschen Umwelthilfe steht die Mehrwegquote Deutschland. Das bislang gesetzlich festgelegte Ziel liegt bei 70 Prozent. Erreicht wurde es in den vergangenen Jahren nicht. Nach der jüngsten Erhebung im Auftrag des Umweltbundesamtes wurden 2024 lediglich 34,5 Prozent der in Deutschland verbrauchten Getränke in Mehrwegverpackungen abgefüllt. Damit stieg der Wert gegenüber 2023 zwar um 0,2 Prozentpunkte, blieb aber 35,5 Prozentpunkte unter der Zielmarke.
Besonders häufig wurden 2024 Einweg-Kunststoffflaschen genutzt. Sie kamen laut Umweltbundesamt auf einen Anteil von 38,6 Prozent. Mehrweg-Glasflaschen folgten mit 25,2 Prozent, Einweg-Getränkekartons mit 13,1 Prozent. Die Daten zeigen damit, dass Mehrweg bei Getränkeverpackungen trotz des gesetzlichen Ziels weiterhin nicht den überwiegenden Teil des Marktes ausmacht.
Die Deutsche Umwelthilfe hält die neuen Regelungen deshalb für nicht weitgehend genug. Sie kritisiert insbesondere, dass nach ihrer Bewertung keine ausreichend verbindliche Finanzierung vorgesehen sei, die gezielt den Ausbau von Mehrwegsystemen sicherstellt. Die Organisation fordert Bundesumweltminister Carsten Schneider auf, das Gesetz erneut zu ändern und die Finanzierung von Mehrweg verbindlicher auszugestalten. Schneider leitet derzeit das Bundesumweltministerium.
Dabei handelt es sich um eine politische Bewertung der Umweltorganisation. Das Bundesumweltministerium beschreibt die Regelungen anders und verweist darauf, dass Hersteller beziehungsweise Organisationen der erweiterten Herstellerverantwortung Maßnahmen zur Verpackungsvermeidung finanzieren müssen. Zu den vorgesehenen Möglichkeiten zählen ausdrücklich Mehrwegverpackungen und Wiederbefüllsysteme.
Das neue Verpackungsrecht 2026 betrifft nicht ausschließlich Mehrweg. Die Bundesregierung verfolgt damit auch strengere Vorgaben beim Recycling. Ab 2028 sollen beispielsweise die Recyclingquoten für Aluminium und Eisenmetalle auf jeweils 95 Prozent steigen. Für Kunststoffabfälle ist eine Recyclingquote von 75 Prozent vorgesehen, wobei mindestens 70 Prozent durch werkstoffliches Recycling erreicht werden müssen.
Hinzu kommen unmittelbar aus der EU-Verpackungsverordnung Deutschland betreffende Vorgaben. Sie ersetzt schrittweise das bisher auf einer EU-Richtlinie beruhende System durch europaweit unmittelbar geltende Regeln. Das Ziel ist unter anderem, Verpackungsabfälle zu reduzieren, Recycling zu verbessern und Anforderungen an Verpackungen innerhalb der Europäischen Union stärker zu vereinheitlichen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu