Kim Jong Un wechselt Verteidigungsminister aus und ordnet Armeespitze neu

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Symbolbild mit KI erstellt

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat mehrere Spitzenpositionen in der militärischen Führung des Landes neu besetzt. Der bisherige Verteidigungsminister No Kwang-chol verliert seinen Ministerposten. Zu seinem Nachfolger wurde Kim Song-gi ernannt, der bislang das Generalpolitbüro der Koreanischen Volksarmee leitete. Gleichzeitig kehrt der erfahrene Militärfunktionär Pak Jong-chon auf einen wichtigen Posten in der zentralen Militärkommission zurück.

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Die Entscheidungen fielen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA bei der zweiten Sitzung der neunten Zentralen Militärkommission der herrschenden Arbeiterpartei. Das Gremium tagte am Samstag, 29. August 2026, unter Leitung Kim Jong Uns. KCNA veröffentlichte die Personalentscheidungen am Sonntag. Damit ist die Nordkorea Militärführung wenige Monate nach dem jüngsten Parteikongress erneut an entscheidenden Stellen verändert worden.

No Kwang-chol wechselt in die Rüstungsindustrie

No Kwang-chol scheidet nicht vollständig aus der politischen und militärischen Führung aus. Nach Angaben von KCNA wurde er aus seinem Amt als Verteidigungsminister und aus der bisherigen zentralen Parteiführung abberufen. Zugleich erhielt er einen neuen Posten als erster stellvertretender Leiter des Departements für Munitionsindustrie beim Zentralkomitee der Arbeiterpartei. Dieses Parteiorgan spielt eine wichtige Rolle für den nordkoreanischen Rüstungssektor.

No hatte das Verteidigungsministerium im Oktober 2024 übernommen. Es war bereits seine zweite Amtszeit an der Spitze des Ressorts. Schon von 2018 bis Ende 2019 hatte er als Verteidigungsminister beziehungsweise Minister für die Volksstreitkräfte fungiert. Internationale Aufmerksamkeit erhielt er unter anderem als Mitglied der nordkoreanischen Delegation beim Gipfeltreffen zwischen Kim Jong Un und dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump im Juni 2018 in Singapur.

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Warum No nun aus dem Ministeramt entfernt wurde, teilte die nordkoreanische Führung nicht mit. Gesicherte Angaben über einen persönlichen Konflikt mit Kim Jong Un oder über eine Bestrafung lagen zunächst nicht vor. Seine Versetzung in das für die Rüstungsindustrie zuständige Parteidepartement spricht zudem dagegen, seine Abberufung aus dem Verteidigungsministerium mit einem vollständigen politischen Ausschluss gleichzusetzen.

Kim Song-gi steigt zum Verteidigungsminister auf

Neuer Verteidigungsminister wird Kim Song-gi. Er leitete zuletzt das Generalpolitbüro der Koreanischen Volksarmee, eine zentrale Institution für die politische Kontrolle und ideologische Führung der Streitkräfte. Beim Parteikongress im Februar 2026 war Kim Song-gi bereits deutlich in der Führungshierarchie aufgestiegen. Er wurde Mitglied des Politbüros der Arbeiterpartei und gehörte auch der Zentralen Militärkommission an. Seine anschließende Übernahme des Generalpolitbüros galt aufgrund der veröffentlichten Personalstruktur als wahrscheinlich.

Mit seiner Ernennung übernimmt Kim Song-gi nun einen der sichtbarsten militärischen Regierungsposten Nordkoreas. Welche personellen Veränderungen auf seiner bisherigen Position folgen, ging aus den zunächst veröffentlichten Angaben nicht eindeutig hervor.

Die Personalentscheidungen beschränkten sich nicht auf das Verteidigungsministerium. Pak Jong-chon wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden der Zentralen Militärkommission ernannt. Zuvor wurde er erneut in das Zentralkomitee und das Politbüro der Arbeiterpartei aufgenommen. Pak hatte entsprechende Spitzenfunktionen beim Parteikongress im Februar verloren. Vorsitzender der Zentralen Militärkommission bleibt Kim Jong Un selbst.

Führung kündigt strukturelle Veränderungen im Militär an

Die Personalwechsel fanden im Rahmen einer breiteren Neuordnung statt. Nach der von KCNA veröffentlichten Darstellung beschäftigte sich die Militärkommission mit strukturellen Veränderungen für die weitere Entwicklung des Verteidigungssektors. Details dazu, welche Einheiten, Kommandostrukturen oder Institutionen davon betroffen sein könnten, wurden zunächst nicht genannt.

Parallel dazu stellte die nordkoreanische Führung erneut die Modernisierung ihrer Waffen in den Mittelpunkt. KCNA meldete ebenfalls am Sonntag, Kim Jong Un habe Wissenschaftler, Forscher und Funktionäre aus Einrichtungen der Verteidigungsforschung ausgezeichnet. Anlass seien Arbeiten an neuen Waffensystemen und Verbesserungen bestehender Systeme gewesen. Welche konkreten technischen Entwicklungen dabei gewürdigt wurden, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben nur begrenzt ableiten.

Die gleichzeitige Bekanntgabe der Personalentscheidungen und der Auszeichnungen für die Rüstungsforschung zeigt zumindest, welchen hohen Stellenwert die Führung der Modernisierung der Streitkräfte beimisst. Einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen einzelnen Personalwechseln und bestimmten Waffenprogrammen stellte KCNA jedoch nicht her.

Militärkooperation mit Russland gewinnt an Bedeutung

Die Veränderungen an der Armeespitze erfolgen in einer Phase enger militärischer Beziehungen zwischen Nordkorea und Russland. Grundlage ist unter anderem der 2024 geschlossene Vertrag über eine umfassende strategische Partnerschaft, der gegenseitige Beistandsverpflichtungen enthält. Pjöngjang und Moskau haben ihre Zusammenarbeit seitdem deutlich intensiviert.

Nordkoreanische Soldaten waren auf russischer Seite im Gebiet Kursk eingesetzt. Die Beteiligung wurde später sowohl von Russland als auch von Nordkorea öffentlich bestätigt. Südkoreanische Stellen gehen darüber hinaus davon aus, dass Pjöngjang umfangreiche Mengen an Munition und militärischem Gerät an Russland geliefert hat. Einzelne Angaben über Umfang und mögliche künftige Truppenentsendungen sind dagegen teilweise umstritten und lassen sich nicht vollständig unabhängig überprüfen.

Hinzu kommen Nordkoreas fortgesetzte Raketen- und Nuklearprogramme sowie die anhaltenden Spannungen mit Südkorea, Japan und den USA. Veränderungen in der militärischen Führung Pjöngjangs werden deshalb auch außerhalb der koreanischen Halbinsel aufmerksam verfolgt.

Welche politischen Folgen die neue Aufgabenverteilung haben wird, geht aus den Beschlüssen vom 29. August nicht hervor. Bestätigt ist zunächst die personelle Neuordnung selbst: Kim Song-gi übernimmt das Verteidigungsministerium, No Kwang-chol wechselt in den Bereich der Munitionsindustrie und Pak Jong-chon erhält erneut eine führende Stellung in der Zentralen Militärkommission.

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