Feinkostkette Oil & Vinegar gibt deutsche Filialen auf

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die insolvente Francisco Deutschland GmbH stellt ihren Geschäftsbetrieb ein. Damit endet die bisherige eigene Filialstruktur der Feinkostmarke Oil & Vinegar in Deutschland. Alle 19 unmittelbar von der Gesellschaft betriebenen Geschäfte sind geschlossen worden. Den Beschäftigten wurde gekündigt. Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren zuletzt für das Unternehmen tätig. Eine über mehrere Monate betriebene Suche nach einem Investor blieb ohne Erfolg.

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Die Insolvenz betrifft allerdings nicht automatisch sämtliche Geschäfte der Marke in Deutschland. Neben den 19 eigenen Läden gehörten zuletzt drei unabhängige Franchise-Nehmer zum deutschen Vertriebsnetz. Diese Unternehmen sind rechtlich nicht Teil der Francisco Deutschland GmbH und deshalb nicht unmittelbar vom Insolvenzverfahren der Gesellschaft betroffen.

Investorensuche für Francisco Deutschland blieb erfolglos

Die Francisco Deutschland GmbH mit Sitz in Cochem an der Mosel war bereits im Frühjahr in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Das Amtsgericht Cochem ordnete am 21. Mai 2026 das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen des Unternehmens an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Jens Lieser von der Koblenzer Kanzlei Lieser Rechtsanwälte bestellt.

Während dieser ersten Phase wurden die 19 eigenen Geschäfte zunächst weiterbetrieben. Die Löhne und Gehälter der rund 80 Beschäftigten waren für Mai bis Juli über Insolvenzgeld abgesichert. Parallel sollten Gespräche mit Vermietern, Lieferanten, Banken und möglichen Investoren eine Fortführung ermöglichen. Im Mai hatte die Insolvenzverwaltung noch mitgeteilt, dass sich erste Interessenten für die Filialen gemeldet hätten.

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Zu einer Übernahme kam es jedoch nicht. Das reguläre Insolvenzverfahren wurde nach Angaben aus dem Umfeld des Insolvenzverwalters am 3. August eröffnet. Da sich kein Investor fand, der die Gesellschaft mit ihren Filialen weiterführen wollte, wurde anschließend die Liquidation eingeleitet. Die Mietverträge der eigenen Standorte wurden gekündigt. Inzwischen betreibt die Francisco Deutschland GmbH keine eigenen Oil & Vinegar Geschäfte mehr.

Damit gilt: Oil & Vinegar schließt 19 Filialen, die bislang direkt von der deutschen Gesellschaft geführt wurden. Für die rund 80 Beschäftigten bedeutet die Einstellung des Geschäftsbetriebs den Verlust ihrer bisherigen Arbeitsplätze.

Insolvenz der niederländischen Muttergesellschaft belastete Deutschland

Der Zusammenbruch der deutschen Gesellschaft hängt eng mit der Entwicklung der Muttergesellschaft in den Niederlanden zusammen. Die Francisco Deutschland GmbH war eine Tochter der niederländischen Assisi BV mit Sitz in Oosterhout. Diese Gesellschaft wurde am 9. April 2026 von einem niederländischen Gericht für insolvent erklärt. Das Verfahren wird beim Gericht Zeeland-West-Brabant geführt.

Die deutsche Insolvenzverwaltung bezeichnete die Insolvenz der Muttergesellschaft bereits im Mai als wesentlichen Grund für den Insolvenzantrag der Francisco Deutschland GmbH. Zugleich verwies sie auf schwierige Rahmenbedingungen im deutschen Einzelhandel, darunter hohe Lebenshaltungs- und Energiekosten sowie eine zurückhaltende Konsumnachfrage. Die Insolvenz der Muttergesellschaft wurde jedoch als entscheidender Auslöser für das deutsche Verfahren genannt.

Die Insolvenz in Deutschland war damit nicht nur das Ergebnis der Entwicklung einzelner deutscher Standorte. Sie stand innerhalb einer grenzüberschreitenden Unternehmensstruktur, deren niederländische Mutter zuvor selbst zahlungsunfähig geworden war.

Marke Oil & Vinegar besteht international weiter

Das Ende der Francisco Deutschland GmbH ist nicht mit einem weltweiten Ende der Marke Oil & Vinegar gleichzusetzen. Das Feinkostkonzept entstand 1999 in den Niederlanden und wurde über eigene Läden und Franchiseunternehmen international ausgebaut. Nach Angaben der Insolvenzverwaltung war die Marke unter anderem in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA und Brasilien vertreten.

Zum Sortiment gehören vor allem Olivenöle und Essige sowie Gewürze, Saucen, Pasta, Dressings, Dips und weitere Feinkostprodukte. Das Konzept setzt stark auf stationäre Geschäfte, in denen Produkte probiert und abgefüllt werden können.

Auch die deutsche Internetseite von Oil & Vinegar ist weiterhin erreichbar. Dort wird auf Geschäfte der Marke verwiesen, Online-Bestellungen waren zuletzt allerdings nicht möglich. Daraus lässt sich jedoch keine Fortführung der insolventen Francisco Deutschland GmbH ableiten.

Drei Franchise-Nehmer nicht Teil der Insolvenz

Vor Beginn des Verfahrens bestand das deutsche Netz aus 19 eigenen Geschäften der Francisco Deutschland GmbH und drei unabhängigen Franchise-Nehmern. Die vollständige Betriebseinstellung betrifft die eigenen Filialen und den Geschäftsbetrieb der insolventen Gesellschaft.

Damit verschwindet die bisherige deutsche Filialkette weitgehend aus dem stationären Einzelhandel, die Marke selbst aber nicht zwangsläufig vollständig aus Deutschland. Die eigenständigen Franchisebetriebe fallen nicht in die Insolvenzmasse der Francisco Deutschland GmbH. Aktuelle Angaben dazu, wie sich deren Standorte langfristig entwickeln werden, lagen zunächst nicht vor.

Für die Francisco Deutschland GmbH ist die Sanierung dagegen beendet. Nach rund drei Monaten zwischen Insolvenzantrag, Weiterbetrieb und Investorensuche führte das Regelverfahren zur Liquidation der Gesellschaft. 19 eigene Geschäfte sind damit geschlossen, und rund 80 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.

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