Nach SpaceX-Übernahme: OpenAI zieht seine Modelle aus Cursor ab

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Grzegorz Walczak

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OpenAI will seine Modelle künftig nicht mehr über den KI-Code-Editor Cursor bereitstellen. Das Unternehmen teilte am Freitag, 28. August 2026, mit, dass SpaceX über die geplante Beendigung des entsprechenden Vertrags informiert worden sei. Als vorgesehener Abschalttermin nannte OpenAI den 12. November 2026. Bis dahin soll der bestehende Zugang weiterlaufen.

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Auslöser ist die Übernahme des Cursor-Entwicklers Anysphere durch SpaceX. Der Abschluss der Transaktion wurde am 14. August bekanntgegeben. Aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC geht hervor, dass der Deal auf einer impliziten Bewertung von 60 Milliarden Dollar beruhte und Anysphere als hundertprozentige Tochter in den SpaceX-Konzern eingegliedert wurde.

Damit bekommt der Wettbewerb um KI-Modelle für Softwareentwickler eine neue unternehmerische Dimension. Cursor gehört nun zu einem Konzern, zu dem auch Elon Musks KI-Aktivitäten gehören. OpenAI wiederum bietet mit Codex eigene Werkzeuge für die Softwareentwicklung an.

OpenAI beruft sich auf Klausel bei Eigentümerwechsel

Nach Angaben von OpenAI enthält die Vereinbarung mit Cursor eine Regelung, die dem Unternehmen nach einem Wechsel der Kontrolle über den Vertragspartner für begrenzte Zeit eine Kündigung ermöglicht. Genau auf diese Klausel beruft sich OpenAI nun nach der SpaceX-Übernahme.

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OpenAI erklärte, man habe sich für den spätestmöglichen Termin entschieden, den der Vertrag für eine Beendigung zulasse. Entwickler sollen dadurch noch mehrere Wochen Zeit haben, bestehende Arbeitsabläufe anzupassen.

Der OpenAI-Modellzugang für Cursor endet demnach nicht unmittelbar. OpenAI spricht bislang von einem vorgeschlagenen Abschaltdatum am 12. November. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, künftige Modelle nicht mehr über Cursor bereitzustellen. Dazu zählt nach OpenAIs Angaben auch das kommende Modell Astra.

Als Begründung führte OpenAI Zweifel daran an, ob SpaceX die Technologie dauerhaft entsprechend den Vertragsbedingungen und Nutzungsregeln einsetzen werde. Das Unternehmen verwies dabei auf frühere Auseinandersetzungen mit Unternehmen unter der Kontrolle von Elon Musk. Diese Darstellung stammt von OpenAI. Eine Feststellung, dass Cursor selbst gegen seinen Vertrag mit OpenAI verstoßen habe, enthält die Mitteilung nicht.

OpenAI betonte zugleich, fast vier Jahre mit Cursor zusammengearbeitet zu haben und das Unternehmen sowie dessen Entwicklerprodukt zu respektieren. Betroffen von der Entscheidung seien vor allem Nutzer, die innerhalb von Cursor auf OpenAI-Modelle zurückgreifen.

Cursor will mit OpenAI weiter verhandeln

Cursor-Mitgründer Michael Truell reagierte noch am Samstag öffentlich auf die Ankündigung. Nach seiner Darstellung befindet sich das Unternehmen mit OpenAI im Gespräch, um eine Lösung zu finden. Truell erklärte außerdem, OpenAI-Modelle machten derzeit ungefähr fünf Prozent des Nutzerverkehrs bei Cursor aus. Reuters berichtete ebenfalls über seine Stellungnahme.

Truell bedauerte den angekündigten Schritt und verwies auf die langjährige Zusammenarbeit mit OpenAI. Seine Angaben zum Anteil des OpenAI-Verkehrs stammen von Cursor selbst und sind nicht als unabhängig geprüfte Nutzungsstatistik veröffentlicht worden.

Für Cursor bedeutet die Entscheidung deshalb nicht das Ende des Dienstes. Der Code-Editor nutzt verschiedene KI-Modelle und baut zugleich eigene Modelle aus. Nach dem Abschluss der Übernahme erklärte Cursor, künftig auf die umfangreiche Recheninfrastruktur von SpaceX zugreifen zu können. Das Unternehmen verwies dabei auch auf die Zusammenarbeit mit den Modellen aus Musks KI-Geschäft.

Auch Anthropic bleibt nach derzeitigem Stand ein wichtiger Modellanbieter innerhalb von Cursor. Nach Reuters-Angaben erklärte Anthropic-Mitgründer Tom Brown nach der OpenAI-Ankündigung, sein Unternehmen wolle zusätzliche Rechenkapazität für Claude-Modelle in Cursor bereitstellen.

SpaceX zahlte mit Aktien auf Basis von 60 Milliarden Dollar

Die Übernahme von Cursor ist Teil des starken Ausbaus der KI-Aktivitäten bei SpaceX. Bereits im April hatten Cursor und SpaceXAI eine Zusammenarbeit bei Rechenkapazitäten und Modelltraining angekündigt. Am 16. Juni wurde anschließend der endgültige Übernahmevertrag geschlossen.

Nach den Unterlagen bei der SEC wurden die Cursor-Aktien beim Abschluss am 14. August in SpaceX-Aktien umgewandelt. Grundlage war eine Bewertung von Anysphere von 60 Milliarden Dollar. Damit gehört die Transaktion zu den größten Übernahmen eines KI-Softwareunternehmens.

Cursor hatte seine Bekanntheit vor allem damit aufgebaut, große Sprachmodelle direkt in eine Entwicklungsumgebung einzubinden. Nutzer können dort unter anderem Programmcode erzeugen, verändern, erklären und über KI-Agenten komplexere Entwicklungsaufgaben bearbeiten lassen. Die Modelle stammen dabei nicht zwingend von Cursor selbst.

Gerade dieses Modell zeigt nun eine Abhängigkeit, die bei zahlreichen KI-Anwendungen besteht: Die sichtbare Software und die zugrunde liegenden KI-Modelle können von unterschiedlichen Unternehmen stammen. Änderungen von Verträgen zwischen den Anbietern können daher direkt Auswirkungen auf die verfügbaren Funktionen für Entwickler haben.

Streit zwischen OpenAI und Musk bildet den Hintergrund

Die Entscheidung fällt zugleich in eine seit Jahren angespannte Beziehung zwischen OpenAI und Elon Musk. Musk gehörte zu den frühen Mitgründern von OpenAI, verließ das Unternehmen aber 2018. Später entstanden wiederholt öffentliche und juristische Auseinandersetzungen über die Entwicklung und Unternehmensstruktur von OpenAI.

Nach der aktuellen OpenAI-Erklärung spielen diese Erfahrungen bei der Entscheidung über Cursor ausdrücklich eine Rolle. Elon Musk reagierte laut Reuters ebenfalls öffentlich auf die Ankündigung und erneuerte dabei seine Kritik an OpenAI und dessen Führung.

Für Cursor-Nutzer ist zunächst vor allem der Termin entscheidend. Nach der aktuellen Ankündigung soll der direkte vertragliche Zugang zu OpenAI-Modellen über Cursor am 12. November 2026 auslaufen. Cursor versucht nach eigenen Angaben, mit OpenAI noch eine Lösung zu erreichen. Ob sich der angekündigte Ablauf dadurch noch verändert, war zunächst nicht bestätigt.

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