
Die Preise für Holzpellets in Deutschland ziehen zum Beginn der Heizsaison 2026 weiter an. Wer größere Mengen für seine Heizung bestellt, muss deutlich mehr bezahlen als vor einem Jahr. Von neuen historischen Höchstständen kann dennoch keine Rede sein. Auch beim klassischen Brennholz zeichnet sich eine andere Entwicklung ab: Ofenfertige Holzscheite sind nach der jüngsten bundesweiten Erhebung nur geringfügig teurer als 2025. Gleichzeitig haben steigende Energiepreise das Heizen insgesamt verteuert.
Nach der am 16. Oktober veröffentlichten Erhebung des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) liegt der bundesweite Durchschnittspreis bei einer Lieferung von sechs Tonnen Holzpellets bei 464,61 Euro je Tonne. Im September waren es 454,21 Euro, im Oktober 2025 dagegen 366,25 Euro. Damit beträgt der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat rund 26,9 Prozent.
Eine Lieferung von sechs Tonnen kostet auf dieser Grundlage rechnerisch 2.787,66 Euro. Ein Jahr zuvor waren es 2.197,50 Euro. Für dieselbe Liefermenge ergibt sich damit eine Mehrbelastung von rund 590 Euro. Es handelt sich um bundesweite Durchschnittswerte einschließlich Mehrwertsteuer und Lieferung. Tatsächliche Angebote können davon abweichen.
Zwischen den Regionen sind die Unterschiede vergleichsweise gering. Das DEPI nennt für Oktober 2026 in Süddeutschland 466,81 Euro je Tonne, in Nord- und Ostdeutschland 464,93 Euro und in Mitteldeutschland 462,84 Euro. Bei einer Abnahmemenge von 26 Tonnen liegt der bundesweite Durchschnittspreis mit 448,45 Euro je Tonne niedriger.
Ein historischer Höchststand ist das allerdings nicht. Während der Energiekrise im September 2022 erreichte der DEPI-Preis 763,76 Euro je Tonne. Das aktuelle Niveau liegt deutlich darunter, auch wenn die Preise seit dem Sommer kräftig angezogen haben.
Den aktuellen Anstieg führt das Deutsche Pelletinstitut vor allem auf die Lage in der Holzverarbeitung zurück. Pellets werden überwiegend aus Nebenprodukten von Sägewerken hergestellt. Weil weniger Schnittholz nachgefragt wird, haben Betriebe laut DEPI ihre Produktion reduziert. Dadurch fällt weniger Restholz an, das zur Herstellung der Presslinge genutzt werden kann.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die deutsche Pelletproduktion insgesamt eingebrochen ist. Nach Angaben des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands wurden im zweiten Quartal 2026 etwa 1,034 Millionen Tonnen hergestellt. Das waren rund 33.000 Tonnen mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Rund 93 Prozent der eingesetzten Rohstoffe stammten aus Sägerestholz.
Bei ofenfertigem Scheitholz fällt der Preisauftrieb bislang schwächer aus. Das Technologie- und Förderzentrum in Straubing ermittelte im Juli 2026 für 33 Zentimeter lange Buchenscheite durchschnittlich 144,66 Euro pro Raummeter. Fichtenscheite kosteten 109,83 Euro. Die Erhebung umfasst Anbieter aus ganz Deutschland und berücksichtigt Mehrwertsteuer sowie eine Anlieferung innerhalb von zehn Kilometern.
Gegenüber Juli 2025 verteuerte sich Buche um 0,8 Prozent und Fichte um 2,3 Prozent. Der Preis für Buchenholz lag weiterhin 7,4 Prozent unter seinem Höchststand vom Januar 2023. Die Bandbreite bleibt groß: Für Buchenholz reichten die Angebote im Juli 2026 von rund 78 bis 191 Euro pro Raummeter.
Auch eine außergewöhnlich starke Nachfrage nach Brennholz lässt sich nicht allgemein feststellen. Bei einer Umfrage unter 30 staatlichen Forstämtern meldete der Industrieverband HKI im April 2026 stabile Preise und ausreichend verfügbare Mengen. Das Ergebnis bezog sich auf Holz direkt aus dem Forst und nicht auf fertig geschnittene, getrocknete Ware aus dem Handel.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe im September 2026 insgesamt 15,6 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Diese Verbraucherpreisgruppe umfasst mehrere Brennstoffarten und lässt sich daher nicht mit dem einzelnen Pelletpreis gleichsetzen. Heizöl verteuerte sich im selben Zeitraum um 74,9 Prozent, während Erdgas ohne Betriebskosten um 2,8 Prozent günstiger wurde.
Das DEPI bezifferte den Brennstoffpreisvorteil von Pellets gegenüber Heizöl im Oktober 2026 auf rund 45 Prozent und gegenüber Erdgas auf rund 21 Prozent. Solche Vergleiche beziehen sich auf die eingesetzte Energie und bilden nicht sämtliche Kosten einer Heizungsanlage ab. Für Haushalte mit Pelletheizung bleibt der Einkaufspreis trotzdem entscheidend: Liefermenge, Region und Zeitpunkt können die Rechnung merklich verändern.
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