CDU-Kommunalpolitiker Prange unterstützt AfD vor der Wahl

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Bernd Prange spendet 10.000 Euro an die AfD und wirbt kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt öffentlich für die Partei. Der CDU-Kommunalpolitiker ist ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe im Landkreis Stendal und gehört für die CDU dem Kreistag an. Die AfD bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Eingang von zwei Spenden über jeweils 5.000 Euro. In einem offenen Brief kündigte Prange zudem an, bei der Landtagswahl am 6. September selbst die AfD wählen zu wollen. Die CDU Sachsen-Anhalt bewertet den Vorgang als parteirechtlich schwerwiegend und befasst sich mit möglichen Konsequenzen.

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Zwei Spenden von jeweils 5.000 Euro bestätigt

Prange hatte in seinem Schreiben erklärt, in den vergangenen Wochen insgesamt 10.000 Euro an die AfD in Sachsen-Anhalt überwiesen zu haben. Die Partei bestätigte anschließend gegenüber der Deutschen Presse-Agentur den Eingang des Geldes in zwei Tranchen von jeweils 5.000 Euro. Prange ist seit Jahren kommunalpolitisch aktiv. Die Gemeinde Altmärkische Höhe führt ihn als Bürgermeister, das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt weist ihn als ehrenamtlichen Bürgermeister aus. Nach Angaben des CDU-Kreisverbandes Stendal gehört er außerdem für die Christdemokraten dem Kreistag des Landkreises Stendal an.

Mit der finanziellen Unterstützung verbindet Prange eine klare politische Positionierung. In seinem offenen Brief beschreibt er den Kurs seiner eigenen Partei als aus seiner Sicht zu weit nach links gerückt. Er erklärt, zentrale konservative Werte in der CDU nicht mehr ausreichend vertreten zu sehen. Zugleich fordert er eine Abkehr von der bisherigen Abgrenzung gegenüber der AfD. Dabei handelt es sich um politische Bewertungen Pranges. Die CDU selbst vertritt weiterhin eine grundsätzlich andere Position zum Umgang mit der AfD.

Prange ruft zur Wahl der AfD auf

Besonders weit geht Prange mit seiner Wahlempfehlung. Er kündigt an, bei der Landtagswahl am 6. September für die AfD stimmen zu wollen und wirbt dafür, dass weitere konservative Wähler diesem Beispiel folgen. In dem Schreiben äußert er ausdrücklich den Wunsch nach einem Ergebnis, das der AfD eine absolute Mehrheit ermöglichen würde. Nach seiner Darstellung soll ein starkes AfD-Ergebnis die CDU zu einer Änderung ihres politischen Kurses bewegen. Damit stellt er sich wenige Wochen vor der Wahl offen gegen die Wahlkampfstrategie seiner eigenen Partei.

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Die Bundes-CDU hält an ihrer grundsätzlichen Ablehnung einer politischen Zusammenarbeit mit der AfD fest. Auch Sachsen-Anhalts CDU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Sven Schulze hat im laufenden Landtagswahlkampf eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. Pranges Erklärung steht damit im direkten Gegensatz zur offiziellen Linie der Union. Einen Wechsel zur AfD hat Prange bislang nicht angekündigt. Ebenso wenig ist bislang ein Ausschluss aus der CDU beschlossen worden.

CDU befasst sich mit möglichen Konsequenzen

CDU-Generalsekretär Mario Karschunke hatte erklärt, dass ein bestätigter Vorgang dieser Art parteirechtlich sehr schwerwiegend sei. Der zuständige CDU-Kreisverband Stendal soll sich mit dem Fall befassen. Damit steht auch ein mögliches Parteiausschlussverfahren im Raum. Ein solcher Schritt war zunächst jedoch nicht beschlossen. Welche konkreten Konsequenzen die CDU gegenüber Prange zieht und ob ein formelles Verfahren eingeleitet wird, blieb zunächst offen.

Politisch erhält der Fall zusätzliche Bedeutung durch die Stellung der AfD in Sachsen-Anhalt. Der Landesverfassungsschutz führt den AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistische Bestrebung. Die Behörde begründet die Einstufung unter anderem mit politischen Positionen und Äußerungen, die sich nach ihrer Bewertung gegen wesentliche Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung richten. Genannt werden insbesondere die Menschenwürde und das Demokratieprinzip. Prange unterstützt damit finanziell einen Landesverband, der von der zuständigen Verfassungsschutzbehörde in dieser Weise eingestuft wird.

Landtagswahl verschärft die politische Bedeutung des Falls

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt. Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über die Zusammensetzung des neuen Landtags zu entscheiden. In der jüngsten repräsentativen Erhebung von Infratest dimap im Auftrag von MDR, WDR, Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme lag die AfD deutlich vor der CDU. In der vom 23. bis 28. Juli durchgeführten Befragung kam die AfD auf 41 Prozent, die CDU auf 24 Prozent. Befragt wurden 1.149 Wahlberechtigte. Die statistische Schwankungsbreite lag je nach Anteilswert bei etwa zwei bis drei Prozentpunkten. Umfragen bilden die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Erhebung ab und sind keine Prognose für das Wahlergebnis.

Der Vorgang um Prange fällt damit in eine Phase, in der der Umgang mit der AfD zu den zentralen Konfliktlinien des Wahlkampfs gehört. Für die CDU geht es dabei sowohl um ihre Chancen bei der Regierungsbildung als auch um ihre öffentlich vertretene Abgrenzung gegenüber der AfD. Dass ein eigener kommunaler Mandatsträger diese Linie nicht nur kritisiert, sondern die konkurrierende Partei finanziell unterstützt und öffentlich zu ihrer Wahl aufruft, verleiht dem Fall über die Gemeinde Altmärkische Höhe hinaus politische Bedeutung. Welche parteiinternen Folgen daraus entstehen, war zunächst nicht entschieden.

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