
Der Kölner IT-Dienstleister q.beyond muss seine Erwartungen für das Geschäftsjahr 2026 erneut zurückschrauben. Nach einem schwachen dritten Quartal rechnet das börsennotierte Unternehmen inzwischen mit einem negativen operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Noch im August hatte der Vorstand einen positiven Wert in Aussicht gestellt. Die q.beyond Aktie reagierte am Mittwoch, 21. Oktober 2026, mit deutlichen Kursverlusten auf die neuen Geschäftszahlen.
Die am Mittwoch veröffentlichte Prognose sieht für das Gesamtjahr 2026 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen minus vier und minus zwei Millionen Euro vor. Bislang hatte das Unternehmen mit einem positiven EBITDA zwischen drei und sieben Millionen Euro gerechnet.
Auch die Umsatzerwartungen wurden reduziert. Statt der bisher geplanten 176 bis 180 Millionen Euro geht q.beyond nun von Erlösen zwischen 174 und 178 Millionen Euro aus. Damit liegt die neue Umsatzprognose auch unter dem tatsächlichen Jahresumsatz 2025 von 182,6 Millionen Euro.
Die Prognosesenkung bei q.beyond ist bereits die zweite innerhalb weniger Monate. Im August hatte der IT-Dienstleister seine ursprünglichen Jahresziele von 182 bis 190 Millionen Euro Umsatz und zehn bis 16 Millionen Euro EBITDA deutlich reduziert. Hintergrund war damals unter anderem die Entscheidung, den Umbau des Unternehmens durch künstliche Intelligenz zu beschleunigen.
Nach vorläufigen Berechnungen erwirtschaftete q.beyond im dritten Quartal 2026 ein negatives EBITDA von 4,8 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen positiven Wert von drei Millionen Euro erreicht.
Ein wesentlicher Teil der Ergebnisbelastung hängt mit dem laufenden Konzernumbau zusammen. Für die beschleunigte KI-Transformation wurden im dritten Quartal Rückstellungen von 4,3 Millionen Euro gebildet. Ohne diese einmaligen Belastungen hätte das EBITDA bei minus 0,5 Millionen Euro gelegen.
Der Quartalsumsatz entwickelte sich vergleichsweise stabil. Mit 43,2 Millionen Euro blieb er nur leicht unter dem Vorjahreswert von 43,6 Millionen Euro. Allerdings gelang es dem Unternehmen nicht, auf dieser Umsatzbasis ein positives operatives Ergebnis zu erzielen.
Als weitere Ursachen für die gesenkte Jahresprognose nennt q.beyond gestiegene Lizenzkosten, zusätzliche Ausgaben für interne Digitalisierungsprojekte sowie den Einsatz von KI-Anwendungen. Außerdem verschieben sich geplante Kundenprojekte, sodass die damit verbundenen Ergebnisbeiträge voraussichtlich erst nach 2026 anfallen.
Trotz der schwachen Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr hält q.beyond an seiner Neuausrichtung fest. Das Unternehmen will mithilfe künstlicher Intelligenz interne Abläufe automatisieren, seine Kosten reduzieren und neue Dienstleistungen entwickeln.
Bereits im August hatte der Vorstand angekündigt, im Zuge der Umstrukturierung auch Stellen abzubauen. Betroffen sein sollen insbesondere die Bereiche Managed Services und Verwaltung. Zudem übernimmt ein neuer Standort im rumänischen Cluj Aufgaben im technischen Kundensupport.
Ab 2027 erwartet q.beyond durch die beschleunigte KI-Transformation jährliche Einsparungen von rund sieben Millionen Euro. Diese Zahl ist allerdings eine Unternehmensprognose und noch kein realisierter wirtschaftlicher Effekt.
Hoffnung macht dem Vorstand der Auftragseingang. Im dritten Quartal erreichten neue Aufträge ein Volumen von 49,7 Millionen Euro. Damit wurde beinahe das gesamte Auftragsvolumen des ersten Halbjahres von 51,9 Millionen Euro innerhalb eines einzigen Quartals erzielt. Insgesamt belief sich das Auftragsvolumen in den ersten neun Monaten auf 101,6 Millionen Euro und lag damit nach Unternehmensangaben 22 Prozent über dem Vorjahr.
Für 2027 erwartet das Management wieder steigende Umsätze und ein höheres EBITDA. Außerdem hält q.beyond an seiner Erwartung eines positiven Konzernergebnisses und eines positiven Free Cashflows fest.
An der Börse sorgte die erneute Prognosesenkung für deutliche Kursverluste. Nach Angaben von wallstreetONLINE notierte die q.beyond Aktie am Mittwoch um 12:39 Uhr auf Tradegate bei 3,12 Euro. Das entsprach einem Rückgang von 8,24 Prozent gegenüber dem Vergleichskurs des Vortages.
Die Reaktion fällt in eine Phase, in der q.beyond erst kürzlich eigene Aktien zurückgekauft hat. Anfang Oktober schloss das Unternehmen ein öffentliches Rückkaufangebot ab und erwarb rund 2,49 Millionen Aktien zu einem Preis von jeweils 3,78 Euro. Das Gesamtvolumen lag bei etwa 9,42 Millionen Euro.
Die endgültige Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres hängt nun unter anderem davon ab, welche Ergebnisbeiträge das Schlussquartal liefert und wie sich die zusätzlichen Kosten auswirken.
Weitere Einzelheiten zum Geschäftsverlauf dürften am 9. November 2026 folgen. Für diesen Tag hat q.beyond die Veröffentlichung seiner regulären Quartalsmitteilung angekündigt. Sie soll die jetzt veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse ergänzen.
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