Rheinmetall-Aktie unter Druck: Boxer-Milliardenauftrag könnte sich bis 2027 verzögern

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Rheinmetall-Aktie hat am Montag, 2. November 2026, deutlich an Wert verloren. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit über einen der größten geplanten Rüstungsaufträge der Bundeswehr. Die Bestellung zahlreicher Boxer-Radpanzer im Rahmen des Projekts Arminius könnte sich vom Dezember 2026 auf Februar 2027 verschieben. Für den Düsseldorfer Rüstungskonzern geht es um ein Auftragsvolumen in Milliardenhöhe. Bereits am Donnerstag stehen zudem neue Geschäftszahlen an.

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Rheinmetall-Aktie verliert zeitweise fast vier Prozent

Die Rheinmetall-Aktie geriet am Montagnachmittag erheblich unter Verkaufsdruck. Nach Angaben der ARD-Börsenübersicht lag der Kurs am 2. November 2026 um 16:40 Uhr bei 997,00 Euro. Gegenüber dem vorherigen Xetra-Schlusskurs von 1.037,60 Euro entsprach dies einem Rückgang um 3,91 Prozent. Im Tagesverlauf hatte das Papier zuvor noch 1.044,40 Euro erreicht.

Der Kursrückgang fällt in eine Phase, in der die zeitliche Abwicklung großer Rüstungsaufträge für Rheinmetall besonders relevant ist. Ein möglicher Unsicherheitsfaktor ist das Beschaffungsvorhaben Arminius, mit dem die Bundeswehr ihre Flotte gepanzerter Radfahrzeuge erheblich erweitern will. Ob die aktuellen Informationen über eine Verzögerung unmittelbar für die Kursverluste verantwortlich sind, ist allerdings nicht eindeutig belegt.

Boxer-Bestellung könnte sich bis Februar 2027 verschieben

Nach Informationen des auf Verteidigung spezialisierten Fachportals hartpunkt könnte die geplante Festbestellung der Boxer-Radfahrzeuge frühestens im Februar 2027 erfolgen. Ursprünglich war eine Auftragserteilung Anfang Dezember 2026 vorgesehen. Das Fachportal beruft sich auf informierte Kreise. Das Bundesverteidigungsministerium habe sich auf Anfrage nicht zu dem Vorgang äußern wollen. Eine unabhängige Bestätigung des neuen Zeitplans lag zunächst nicht vor.

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Im Mittelpunkt steht ein Beschaffungspaket mit einem möglichen Auftragswert von mehr als 20 Milliarden Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Geplant ist dem Bericht zufolge weiterhin die Festbestellung von rund 1.800 Fahrzeugen. Allerdings könnte das tatsächliche Vertragsvolumen geringer ausfallen als zuvor angekündigt. Neben dem Zeitpunkt der Bestellung sind damit auch die endgültigen finanziellen Konditionen noch offen.

Für Rheinmetall stehen Milliardenumsätze auf dem Spiel

Das Vorhaben Arminius hat für Rheinmetall erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Vorstandschef Armin Papperger hatte bei einem Analystengespräch am 6. August 2026 ein angebotenes Rahmenvertragsvolumen von rund 75 Milliarden Euro genannt. Davon sollten nach damaliger Planung etwa 25 Milliarden Euro auf feste Bestellungen entfallen. Der übrige Betrag betraf mögliche spätere Abrufe. Den Anteil von Rheinmetall an der zunächst vorgesehenen Festbestellung bezifferte Papperger auf rund 12,4 Milliarden Euro.

Nach den neuen Informationen könnte das Volumen der Festbestellung gegenüber der damaligen Planung um ungefähr zehn Prozent niedriger ausfallen. Eine endgültige Vertragsvereinbarung liegt allerdings noch nicht vor. An der vorgesehenen Fahrzeugzahl von rund 1.800 Stück soll nach dem Bericht festgehalten werden.

Der Boxer ist eine gemeinsam von Rheinmetall und KNDS Deutschland entwickelte Fahrzeugplattform. Hauptauftragnehmer ist das Gemeinschaftsunternehmen Artec. Zu den vorgesehenen Fahrzeugvarianten des Arminius-Programms gehören nach den bisher vorliegenden Informationen unter anderem Führungsfahrzeuge, Artilleriesysteme und Flugabwehrpanzer. Mit der Bestellung würde die Bundeswehr ihre Fähigkeiten im Bereich gepanzerter Radfahrzeuge erheblich erweitern.

Neue Boxer-Aufträge zeigen Bedeutung des Programms

Unabhängig vom geplanten Arminius-Vertrag hatte Rheinmetall erst am 29. Oktober einen weiteren Auftrag gemeldet. Die europäische Rüstungsagentur OCCAR beauftragte Artec mit der Lieferung von 69 zusätzlichen Radschützenpanzern des Typs Schakal. Davon sind 35 Fahrzeuge für Deutschland und 34 für die Niederlande bestimmt. Für Rheinmetall ergibt sich daraus nach Unternehmensangaben ein Auftragswert im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Die Auslieferung ist zwischen Mai 2032 und November 2033 vorgesehen.

Der Auftrag unterstreicht die Bedeutung der Boxer-Plattform für die europäische Rüstungsindustrie. Eine Verschiebung des wesentlich größeren Arminius-Vorhabens würde dagegen vor allem den zeitlichen Verlauf künftiger Auftragseingänge verändern. Ob sich daraus auch Änderungen bei Produktionsplanung, Anzahlungen oder Umsatzerwartungen ergeben, ist bislang nicht bekannt.

Rheinmetall veröffentlicht am 5. November Quartalszahlen

Bereits am Donnerstag, 5. November 2026, veröffentlicht Rheinmetall seine Ergebnisse für das dritte Quartal. Der Termin ist im offiziellen Finanzkalender des Unternehmens bestätigt. Im Mittelpunkt stehen neben Umsatz und Ergebnis auch die Entwicklung des Auftragsbestands und die Geschäftsaussichten für die kommenden Monate.

Im ersten Halbjahr 2026 hatte Rheinmetall seinen Konzernumsatz um 39 Prozent auf rund 5,2 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis erreichte 786 Millionen Euro. Der vom Unternehmen ausgewiesene Rheinmetall Backlog, der auch erwartete Abrufe aus Rahmenverträgen umfasst, lag Ende Juni bei 80,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig belasteten verschobene Anzahlungen, höhere Vorräte und Investitionen den operativen freien Cashflow.

Für das Gesamtjahr 2026 hatte Rheinmetall zuletzt einen Umsatz von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro sowie eine operative Ergebnismarge von rund 19 Prozent in Aussicht gestellt. Die Prognose war im August unter anderem wegen der Stornierung des Fregattenprogramms F126 angepasst worden.

Mit den anstehenden Quartalszahlen rückt nun auch die Frage in den Vordergrund, wann größere Beschaffungsvorhaben tatsächlich zu verbindlichen Aufträgen werden. Der mögliche spätere Abschluss des Boxer-Vertrags erhöht die Unsicherheit über die zeitliche Entwicklung des Auftragseingangs. Eine offizielle Entscheidung über den neuen Zeitplan wurde bislang nicht bekannt gegeben.

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