
Der Labor- und Pharmaausrüster Sartorius hat in den ersten neun Monaten 2026 mehr Umsatz erzielt und seine operative Profitabilität verbessert. Besonders das Laborgeschäft entwickelte sich positiv. Der Konzern bestätigte am Donnerstag, 22. Oktober, seine Jahresprognose und konkretisierte einzelne Erwartungen. An der Börse reagierten Anleger zunächst mit deutlichen Kursgewinnen.
Von Januar bis September erzielte Sartorius einen Konzernumsatz von rund 2,74 Milliarden Euro. Das entsprach einem nominalen Anstieg von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ohne die Auswirkungen von Kundenentschädigungen für US-Zölle wuchs der operative Umsatz wechselkursbereinigt um 8,1 Prozent.
Auch die Ertragslage verbesserte sich. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (operatives EBITDA) erhöhte sich um 6,9 Prozent auf 828 Millionen Euro. Die entsprechende Gewinnmarge stieg von 29,7 auf 30,2 Prozent. Das bereinigte Periodenergebnis nach Unternehmensdefinition erreichte 260 Millionen Euro, nach 244 Millionen Euro im Vorjahr.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber waren Verbrauchsmaterialien, die Kunden regelmäßig für die Forschung und Arzneimittelproduktion benötigen. Gleichzeitig erholte sich die Nachfrage nach Laborinstrumenten und Anlagen für die biopharmazeutische Herstellung.
Besonders die Sparte Lab Products & Services trug zur positiven Entwicklung bei. Ihr Umsatz stieg auf 524 Millionen Euro. Ohne zollbedingte Sondereffekte erreichte das wechselkursbereinigte Wachstum 8,3 Prozent.
Auch die größere Sparte Bioprocess Solutions legte zu. Sie erwirtschaftete rund 2,21 Milliarden Euro Umsatz und damit etwa 81 Prozent der gesamten Konzernerlöse. Das operative EBITDA dieser Sparte erhöhte sich auf 714 Millionen Euro.
Regional entwickelte sich das Geschäft ebenfalls unterschiedlich stark. Während die Umsätze in Europa, dem Nahen Osten und Afrika wechselkursbereinigt um 6,4 Prozent zunahmen, erreichte die Region Asien-Pazifik ein Wachstum von 11 Prozent. Dazu trug auch das Geschäft in China bei.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Sartorius weiterhin ein operatives Umsatzwachstum von etwa 7 Prozent, berechnet auf Basis konstanter Wechselkurse und ohne Zolleffekte. Damit liegt die Erwartung ungefähr in der Mitte der bisherigen Prognosespanne von 5 bis 9 Prozent.
Beim Laborgeschäft ist der Vorstand inzwischen zuversichtlicher. Die Sparte soll das obere Ende ihrer Wachstumsspanne von 2 bis 6 Prozent erreichen. Zuvor hatte Sartorius lediglich die obere Hälfte dieser Spanne angepeilt.
Bei der Profitabilität rechnet der Konzern unverändert mit einer operativen EBITDA-Marge von etwas mehr als 30 Prozent. Die erwartete Investitionsquote senkte das Management leicht auf rund 12 Prozent des Umsatzes.
Eine Besonderheit der Neunmonatszahlen sind die Auswirkungen amerikanischer Zollregelungen. Sartorius erhielt weitere Rückzahlungen für zuvor entrichtete Zölle, die der Oberste Gerichtshof der USA für unzulässig erklärt hatte.
Weil das Unternehmen entsprechende Zuschläge an seine Kunden zurückerstattet, mindern die Kompensationen zugleich die ausgewiesenen Umsatzerlöse. In den ersten neun Monaten belief sich dieser Effekt auf etwa 31 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr könnten die Kundenkompensationen den Umsatz gegenüber den ursprünglichen Annahmen um bis zu 40 Millionen Euro reduzieren. Unter Berücksichtigung dieser Effekte erwartet Sartorius deshalb ein Wachstum in der unteren Hälfte der bisherigen Prognosespanne. Auf die Profitabilität sollen die entsprechenden Zollzahlungen und Erstattungen unter dem Strich keinen Einfluss haben.
Die Sartorius-Aktie reagierte am Donnerstagmorgen mit Kursgewinnen auf die Geschäftszahlen. Die im MDAX und TecDAX gelisteten Vorzugsaktien notierten laut Kursdaten von finanzen.net im Xetra-Handel um 9.26 Uhr bei 274,00 Euro. Das entsprach einem Plus von 4,94 Prozent gegenüber dem dortigen Vortagesschluss.
Am Handelsplatz Tradegate lag der Kurs um 9.41 Uhr bei 274,40 Euro und damit 5,38 Prozent über dem dortigen Vortageswert. Die Angaben beziehen sich auf den Börsenhandel am 22. Oktober 2026 und stellen eine Momentaufnahme dar.
Neben dem verbesserten operativen Geschäft stärkte Sartorius auch seine Finanzlage. Der freie Cashflow stieg in den ersten neun Monaten um 55,2 Prozent auf 310 Millionen Euro. Zugleich verringerte sich der Verschuldungsgrad. Für den international tätigen Zulieferer der Pharma- und Biotechnologiebranche sind das wichtige Voraussetzungen, um weitere Investitionen und künftiges Wachstum zu finanzieren.
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