
Der FC Schalke 04 beschäftigt sich mit einer möglichen Vergrößerung seiner Veltins-Arena. Vorstandsvorsitzender Matthias Tillmann hat entsprechende Überlegungen in einem Interview mit dem kicker vom 11. Oktober 2026 bestätigt. Hintergrund ist die anhaltend hohe Nachfrage nach Eintrittskarten für die Heimspiele des Bundesliga-Aufsteigers. Ein konkreter Ausbau der Veltins-Arena ist allerdings noch nicht beschlossen. Insbesondere eine Erweiterung um einen dritten Zuschauerrang gilt derzeit lediglich als theoretische Möglichkeit.
Die Veltins-Arena in Gelsenkirchen gehört bereits zu den größten Fußballstadien Deutschlands. Nach den offiziellen Vereinsangaben verfügt sie bei nationalen Fußballspielen über 62.271 Zuschauerplätze. Trotzdem reicht das Angebot nach Einschätzung der Vereinsführung nicht aus, um die Nachfrage nach Tickets zu bedienen.
Tillmann verwies im Gespräch mit dem kicker auf die inzwischen rund 230.000 Mitglieder des FC Schalke 04. Hinzu kommen nach seinen Angaben etwa 40.000 Dauerkarteninhaber. Berücksichtigt man außerdem das vorgeschriebene Kontingent für Gästefans, bleibt für den regulären Tageskartenverkauf nur ein begrenzter Teil der Stadionkapazität übrig.
Wie groß das Zuschauerinteresse ist, zeigte bereits die Saison 2025/26. Nach den Zahlen des Fußballportals Transfermarkt lag der Zuschauerschnitt bei rund 61.800 Besuchern pro Heimspiel. Damit war die Arena nahezu vollständig ausgelastet. Insgesamt verzeichnete Schalke bei seinen 17 Heimspielen mehr als eine Million Zuschauer.
Aus Sicht des Vorstandschefs wäre deshalb grundsätzlich ausreichend Nachfrage vorhanden, um eine größere Arena regelmäßig zu füllen. Daraus folgt jedoch noch keine Entscheidung für zusätzliche Tribünen oder einen umfassenden Stadionumbau.
Besonders weitreichend wäre die Erweiterung des Stadions um einen dritten Zuschauerrang. Eine entsprechende Idee war bereits im August öffentlich diskutiert worden. Tillmann machte nun deutlich, dass eine solche Lösung noch weit von einem beschlossenen Bauvorhaben entfernt ist.
Vor einer möglichen Umsetzung müssten zunächst wesentliche technische und wirtschaftliche Fragen geklärt werden. Dazu gehören die Tragfähigkeit der bestehenden Stadionkonstruktion, die baulichen Möglichkeiten einer Aufstockung und die grundsätzliche Finanzierbarkeit. Auch die Auswirkungen auf den laufenden Spielbetrieb spielen eine entscheidende Rolle.
Unklar blieb zunächst, ob ein größerer Umbau überhaupt möglich wäre, ohne die regulären Heimspiele erheblich einzuschränken. Ebenso gibt es keine bestätigten Angaben dazu, wie viele zusätzliche Zuschauerplätze entstehen könnten. Einen Termin für einen möglichen Baubeginn oder eine Fertigstellung nannte Tillmann nicht.
Auch eine konkrete Erweiterung der Stehplatzbereiche ist bislang nicht angekündigt. Die bestehende Arena verfügt nach Angaben des Stadionbetreibers über 16.309 Stehplätze, die für internationale Veranstaltungen teilweise in Sitzplätze umgewandelt werden können.
Die besondere Konstruktion des Stadions setzt möglichen Veränderungen zusätzliche Rahmenbedingungen. Das verschließbare Dach gehört zu den prägenden Merkmalen der Arena und soll nach Tillmanns Aussagen erhalten bleiben.
Unabhängig von möglichen zusätzlichen Tribünen investiert Schalke schon heute in die Weiterentwicklung seiner Heimspielstätte. Im September 2026 nahm der Verein eine neue digitale Werbebande im Oberrang in Betrieb.
Die rund 143 Meter lange LED-Anlage schafft zusätzliche Werbeflächen für Sponsoren und erweitert die technischen Möglichkeiten im Stadion. Sie wurde erstmals beim Heimspiel gegen den FC Bayern München eingesetzt. Damit verfolgt Schalke das Ziel, zusätzliche Einnahmen aus der Vermarktung seiner Arena zu erzielen.
Der Verein betrachtet das Stadion zudem als Teil einer umfassenderen Entwicklung seines Geländes. Unter dem Konzept einer Arena der Zukunft sollen digitale Angebote, Veranstaltungen und zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten für Fans und Mitglieder entstehen.
Dazu gehört auch das Projekt Schalke Terrassen, das einen gastronomischen Bereich sowie zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten auf dem Vereinsgelände vorsieht. Die Arena soll damit nicht ausschließlich an Spieltagen ein Anziehungspunkt bleiben.
Das Stadion wurde 2001 eröffnet und feiert 2026 sein 25-jähriges Bestehen. Durch das verschließbare Dach und den ausfahrbaren Rasen ist die Veltins-Arena auch für Konzerte und andere Großveranstaltungen ausgelegt. Diese Nutzungsmöglichkeiten sollen bei der weiteren Entwicklung berücksichtigt werden.
Ein möglicher Stadionausbau würde den FC Schalke 04 vor erhebliche wirtschaftliche Anforderungen stellen. Zwar hat der Verein seine finanzielle Situation in den vergangenen Jahren stabilisiert, dennoch bestehen weiterhin hohe Verbindlichkeiten.
Nach dem im März 2026 veröffentlichten Konzernzwischenbericht beliefen sich die Nettofinanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2025 auf 116,4 Millionen Euro. Ein halbes Jahr zuvor hatten sie bei 110,8 Millionen Euro gelegen. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag verringerte sich dagegen von 99,1 auf 96,6 Millionen Euro.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 erzielte Schalke einen Konzernüberschuss von 2,5 Millionen Euro bei einem Umsatz von 83,5 Millionen Euro.
Eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des Vereins spielt die im November 2025 ausgegebene Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 90 Millionen Euro. Sie läuft bis November 2030 und ist mit jährlich 6,5 Prozent verzinst. Nach dem Bundesliga-Aufstieg wurde zusätzlich der vereinbarte einmalige Aufstiegsbonus von 1,5 Prozent fällig.
Die Anleihe diente insbesondere der Refinanzierung bisheriger Verpflichtungen. Eine Finanzierung des möglichen Arena-Ausbaus aus diesen Mitteln wurde nicht angekündigt.
Parallel dazu setzt Schalke auf die Fördergenossenschaft Auf Schalke eG. Diese hatte bereits Stadionanteile im Wert von 7,5 Millionen Euro erworben. Langfristig soll die Genossenschaft bis zu 49 Prozent der Anteile an der Stadiongesellschaft übernehmen können. Der Verein will dabei die Mehrheit und Kontrolle behalten.
Eine Ausgliederung des Profifußballs ist nach der im Juni veröffentlichten Position des Genossenschaftsvorsitzenden Jürgen Gerdes bis auf Weiteres keine Option. Auch Tillmann hat sich für den Erhalt der eigenständigen Vereinsstruktur ausgesprochen.
Für die mögliche Erweiterung der Veltins-Arena liegt bislang weder eine bestätigte Kostenschätzung noch ein Finanzierungsmodell vor.
Sportlich ist der FC Schalke 04 in der Saison 2026/27 wieder erstklassig. Nach drei Spielzeiten in der 2. Bundesliga gelang im Frühjahr 2026 die Rückkehr ins deutsche Fußball-Oberhaus.
Der Start in die neue Saison verlief allerdings durchwachsen. Nach fünf Spieltagen belegte die Mannschaft von Trainer Miron Muslic mit fünf Punkten den 13. Tabellenplatz. Die Bilanz: ein Sieg, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen bei einem Torverhältnis von 4:6.
Zuletzt verlor Schalke am 11. Oktober auswärts beim SC Freiburg mit 1:2. Das nächste Bundesliga-Heimspiel steht am 17. Oktober gegen den 1. FSV Mainz 05 an.
Die sportliche Entwicklung und die wirtschaftliche Stabilisierung gehören für die Vereinsführung eng zusammen. Tillmann verfolgt eine langfristige Strategie, die Investitionen in den Fußball, die Weiterentwicklung der Angebote für Mitglieder und Fans sowie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit miteinander verbinden soll.
Eine größere Veltins-Arena könnte künftig zusätzliche Zuschauer und Einnahmen ermöglichen. Ob daraus tatsächlich ein Bauprojekt entsteht, hängt jedoch zunächst von den technischen Untersuchungen, den wirtschaftlichen Voraussetzungen und den weiteren Entscheidungen des Vereins ab.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu