
Keven Schlotterbeck verlässt den FC Augsburg und setzt seine Karriere in England fort. Der 29 Jahre alte Innenverteidiger wechselt fest zum englischen Zweitligisten Southampton FC. Beide Vereine bestätigten den Transfer bereits am Donnerstag, 27. August 2026. Damit ist eine zuvor von Sky Sport gemeldete Einigung zwischen den Klubs offiziell vollzogen. Southampton stattet den deutschen Abwehrspieler mit einem Vertrag über drei Jahre aus.
Über die Höhe der Ablöse machten die Vereine dagegen keine Angaben. Der FC Augsburg erklärte ausdrücklich, dass über die Transfermodalitäten Stillschweigen vereinbart worden sei. Sky Sport hatte zuvor über eine Gesamtsumme von bis zu 4,5 Millionen Euro einschließlich möglicher Bonuszahlungen berichtet. Andere Angaben lagen etwas darunter. Sport1 verwies unter Berufung auf die Augsburger Allgemeine auf eine Sockelablöse von 3,85 Millionen Euro, die durch Boni noch steigen könne. Die exakte Zahlung ist damit nicht offiziell bestätigt.
Die entscheidende Entwicklung war bereits am 26. August bekannt geworden. Nach Informationen von Sky Sport hatten Southampton und Augsburg eine vollständige Einigung über den Wechsel erzielt. Zu diesem Zeitpunkt absolvierte Schlotterbeck dem Bericht zufolge bereits den Medizincheck in England. Für das Gesamtpaket einschließlich möglicher Bonuszahlungen wurden 4,5 Millionen Euro genannt. Den ersten konkreten Kontakt zwischen den Vereinen hatte zuvor die Augsburger Allgemeine gemeldet.
Einen Tag später folgten die offiziellen Mitteilungen. Der FC Augsburg bestätigte einen festen Wechsel nach Southampton und verwies darauf, dass Schlotterbecks Vertrag beim Bundesligisten eigentlich noch ein weiteres Jahr gelaufen wäre. Southampton bestätigte ebenfalls die Verpflichtung und gab die Vertragslaufzeit bekannt: Der Innenverteidiger unterschrieb für drei Jahre.
Für Southampton erhält der Transfer zusätzlich Gewicht, weil der Klub gezielt nach einem linksfüßigen Innenverteidiger gesucht hatte. Group Sporting Director Johannes Spors erklärte bei der Vorstellung, Schlotterbeck verbinde Erfahrung mit körperlichen und technischen Qualitäten sowie Führungsstärke. Der 29-Jährige kommt mit mehr als 150 Bundesligaeinsätzen nach England.
Schlotterbeck war im Sommer 2024 vom SC Freiburg zum FC Augsburg gewechselt. In seinen zwei Jahren beim FCA absolvierte er nach Vereinsangaben 49 Pflichtspiele. Dabei erzielte er drei Tore und bereitete drei weitere Treffer vor. In der gerade begonnenen Saison 2026/27 führte er Augsburg in seinem letzten Pflichtspieleinsatz vor dem Wechsel sogar als Kapitän auf das Feld.
In der Bundesliga Saison 2025/26 kam Schlotterbeck auf 24 Einsätze und 2.030 Spielminuten. Dabei blieb er ohne Tor und bereitete einen Treffer vor. 22 seiner 24 Ligaeinsätze absolvierte er von Beginn an. Die Statistik unterstreicht, dass der Innenverteidiger in der vergangenen Saison regelmäßig zum engeren Stamm der Augsburger Mannschaft gehörte.
Schlotterbeck wurde am 28. April 1997 in Weinstadt geboren und spielt überwiegend als Innenverteidiger. Seine fußballerische Ausbildung führte ihn unter anderem über die Stuttgarter Kickers, die TSG Backnang und den VfL Kirchheim. 2017 wechselte er zum SC Freiburg und spielte dort zunächst für die zweite Mannschaft. In der Saison 2018/19 folgte sein Bundesliga Debüt.
Während seiner Freiburger Zeit sammelte der Linksfuß auch bei anderen Bundesligisten Erfahrung. In der Saison 2019/20 wurde er an den 1. FC Union Berlin ausgeliehen. Später folgten zwei Leihstationen beim VfL Bochum. Im Sommer 2024 wechselte er schließlich dauerhaft von Freiburg zum FC Augsburg. Zudem gehörte Schlotterbeck 2021 zur deutschen Olympiaauswahl bei den Spielen in Tokio.
Der FC Augsburg machte bei der offiziellen Verabschiedung deutlich, dass der Wunsch nach einer Auslandsstation innerhalb des Vereins schon länger bekannt gewesen sei. Sportdirektor Benni Weber sagte wörtlich: „Keven hat uns gegenüber immer offen kommuniziert, dass er in seiner Karriere noch einmal den Schritt ins Ausland gehen möchte.“
Nach Angaben Webers seien die Gespräche mit dem Spieler offen und respektvoll verlaufen. Schlotterbeck selbst erklärte, der Wechsel nach England sei für ihn eine neue sportliche Herausforderung. Er habe bereits früher den Wunsch geäußert, während seiner Karriere Erfahrungen außerhalb Deutschlands zu sammeln.
Auch Southampton begründet die Verpflichtung mit einem klaren sportlichen Profil. Der englische Klub hatte nach Angaben von Sportchef Spors ausdrücklich einen linksfüßigen Innenverteidiger gesucht. Schlotterbeck soll dabei nicht nur Bundesligaerfahrung, sondern auch Führungsqualitäten in den Kader einbringen.
Für den FC Augsburg verändert der Abgang die personelle Struktur in der Innenverteidigung. Schlotterbeck hatte in der vergangenen Saison regelmäßig gespielt und gehörte zuletzt als Vizekapitän zu den erfahrenen Führungsspielern. Sein Abschied nimmt Trainer Manuel Baum damit eine etablierte Option auf der linken Seite des Abwehrzentrums.
Der Verein hatte die Defensive allerdings bereits vor dem Transfer verstärkt. Calvin Brackelmann wechselte im Sommer 2026 ablösefrei vom SC Paderborn nach Augsburg. Der 1,96 Meter große Innenverteidiger war ausdrücklich als zusätzliche Option für die zentrale Defensive verpflichtet worden. Zum weiteren Personal für die Innenverteidigung gehören unter anderem Chrislain Matsima, Kapitän Jeffrey Gouweleeuw und Noahkai Banks.
Damit lässt sich Schlotterbecks Position grundsätzlich aus dem bestehenden Kader neu besetzen. Besonders Brackelmann rückt nach dem Abschied des Linksfußes stärker in den Fokus. Trainer Baum verfügt daneben mit Matsima, Gouweleeuw und Banks über weitere Innenverteidiger mit unterschiedlichen Erfahrungsprofilen.
Für Schlotterbeck beginnt mit Southampton dagegen erstmals ein dauerhaftes Engagement außerhalb Deutschlands. Sein neuer Verein spielt in der zweitklassigen Championship. Der Dreijahresvertrag schafft für den 29-Jährigen eine längerfristige Perspektive bis 2029. Der FC Augsburg wiederum erhält für einen Spieler, dessen Vertrag im Sommer 2027 ausgelaufen wäre, noch eine Ablöse, deren genaue Höhe die Vereine nicht veröffentlicht haben.
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