Ralph Siegel plant ESC-Comeback mit Dschinghis Khan

Symbolbild: Mikrofon auf einer Bühne
Lestat (Jan Mehlich), CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

Teilen:

Ralph Siegel unternimmt einen neuen Anlauf beim Eurovision Song Contest. Der 81 Jahre alte Komponist hat nach eigenen Angaben einen neuen Titel für eine Neuauflage von Dschinghis Khan beim deutschen Auswahlverfahren für den ESC 2027 eingereicht. Einen Platz im deutschen Vorentscheid hat die Formation damit allerdings noch nicht. Der für die deutsche ESC-Auswahl verantwortliche Südwestrundfunk bestätigt im laufenden Verfahren keine einzelnen Bewerbungen.

Siegel machte seine Pläne am 26. September 2026 in einem Interview mit dem Schlagerportal „Schlagerpuls“ öffentlich. Über die Bewerbung sagte er dort: „Das haben wir gerade noch eingereicht. Jetzt sind wir sehr gespannt.“ Die Bewerbungsfrist des SWR endete am 21. September. Der Sender hatte das Verfahren bereits im Juli eröffnet und professionelle Newcomer ebenso wie etablierte Acts und Songwriter zur Teilnahme aufgerufen.

SWR bestätigt Siegels Bewerbung nicht

Offiziell fest steht damit zunächst nur, dass Siegel selbst die Einreichung eines Songs für Dschinghis Khan bekanntgegeben hat. Ob die Bewerbung tatsächlich beim SWR registriert wurde und ob die Gruppe für die Fernsehsendung ausgewählt wird, ist nicht öffentlich bestätigt.

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärte der SWR zum laufenden Verfahren: „Zu einem laufenden Auswahlverfahren und einzelnen Bewerbungen für den Eurovision Song Contest können wir keine Auskunft geben.“

Siegel äußerte zugleich den Wunsch, überhaupt die nächste Auswahlstufe zu erreichen. Gegenüber „Schlagerpuls“ bezeichnete er das Stück als eine der besten Nummern, die er geschrieben habe. Einen Titel des neuen ESC-Songs nannte er bislang nicht. Auch „What A Wonderful World“, unter diesem Namen wird die für März 2027 angekündigte Dschinghis-Khan-Tour vermarktet, ist bislang nicht als Titel des eingereichten ESC-Beitrags bestätigt.

Damit ist der ESC-Vorentscheid 2027 für Dschinghis Khan derzeit eine Bewerbung und noch keine bestätigte Teilnahme.

Deutscher Vorentscheid ist für Februar 2027 geplant

Die deutsche Auswahl trägt offiziell den Namen „Eurovision Song Contest – Das Deutsche Finale 2027“. Federführend ist der SWR, der seit 2026 innerhalb der ARD für den Eurovision Song Contest verantwortlich ist.

Nach den im Juli veröffentlichten Angaben sollen Act und Song immer gemeinsam bewertet werden. Die Bewerbungsfrist lief vom 15. Juli bis zum 21. September 2026. Ein externes Expertenteam aus der Musikbranche begleitet das Auswahlverfahren. Ihm gehören Jules Kalmbacher, Pele Loriano, Florian Müller, Celina Spanier und Lilly Behling an. Das Deutsche Finale soll voraussichtlich im Februar 2027 im Ersten und in der ARD Mediathek ausgestrahlt werden. Einen genauen Termin, einen Austragungsort sowie den endgültigen Abstimmungsmodus für 2027 hatte der SWR bis Anfang Oktober noch nicht bekanntgegeben.

Beim deutschen Finale 2026 hatte zunächst eine internationale Fachjury drei Acts für die Schlussentscheidung bestimmt. Anschließend entschied allein das Publikum über den deutschen Beitrag. Ob dieses Verfahren 2027 unverändert übernommen wird, ist bislang nicht offiziell angekündigt.

Der internationale ESC 2027 findet in Burgas in Bulgarien statt. Die Halbfinals sind für den 11. und 13. Mai angesetzt, das Finale für Samstag, 15. Mai, in der Arena Burgas. Die Europäische Rundfunkunion bestätigte Burgas am 13. August als Austragungsort.

Siegel setzt auf eine neue Generation von Dschinghis Khan

Die Bewerbung knüpft an ein bereits zuvor geplantes Comeback der Gruppe an. Siegel präsentiert für 2027 eine Formation unter dem Namen „The Next Generation“. Eine Deutschlandtour ist vom 9. bis 21. März angekündigt. Veranstalter Hypertension Music führt Dschinghis Khan für diesen Zeitraum in seinem Tourprogramm.

In einem aktuellen, von Siegel unterzeichneten Text zur Formation nennt er Michael Thurner, Claus Kupreit, Viktoria Schötz, Läm Virat Phetnoi, Angelika Erlacher und Selina Kohl. Die Besetzung unterscheidet sich damit vollständig von jener Gruppe, die 1979 beim Eurovision Song Contest auftrat.

Bereits 2024 war eine Neuauflage mit Claus Kupreit, Angelika Erlacher, Läm Virat Phetnoi, Marco Matias, Selina Kohl und Michael Thurner vorgestellt worden. Für die heutige Formation nennt Siegel inzwischen Viktoria Schötz, während Marco Matias in dem aktuellen Text nicht mehr aufgeführt wird.

Dschinghis Khan wurde 1979 beim ESC Vierter

Die Verbindung von Ralph Siegel und Dschinghis Khan reicht fast fünf Jahrzehnte zurück. Siegel komponierte den gleichnamigen Titel „Dschinghis Khan“, den Text schrieb Bernd Meinunger. Beim deutschen Vorentscheid setzte sich die eigens für das Projekt zusammengestellte Gruppe durch.

Beim Eurovision Song Contest am 31. März 1979 im israelischen Jerusalem trat Deutschland an neunter Stelle an. Dschinghis Khan erhielt 86 Punkte und belegte unter 19 Teilnehmern Rang vier. Sieger wurden Gali Atari und Milk & Honey für Israel mit „Hallelujah“ und 125 Punkten.

Der ESC-Auftritt wurde für die Gruppe zum Ausgangspunkt einer erfolgreichen Chartkarriere. Die Single „Dschinghis Khan“ erreichte in Deutschland Platz eins der offiziellen Singlecharts. In der Schweiz kam sie auf Platz drei und in Österreich auf Platz acht.

Auch die Nachfolgesingle „Moskau“ wurde ein großer Erfolg. Sie erreichte in Deutschland Platz drei, in der Schweiz Platz elf und in Österreich Platz 16.

Siegels ESC-Bilanz reicht bis zum deutschen Sieg von 1982

Ralph Siegel gehört zu den produktivsten Komponisten in der Geschichte des Eurovision Song Contest. Sein größter Erfolg war 1982 der deutsche Sieg mit Nicole und „Ein bisschen Frieden“. Siegel komponierte die Musik, Bernd Meinunger schrieb den Text. Nicole gewann das Finale im britischen Harrogate mit 161 Punkten. Es war der erste deutsche Sieg beim Eurovision Song Contest.

Bei der Zahl von Siegels ESC-Teilnahmen existieren unterschiedliche Zählweisen. Eurovision.de bezeichnet seinen Auftritt als Komponist für San Marino 2017 als seine 25. ESC-Teilnahme. Guinness World Records führt dagegen 24 verschiedene Final- und Halbfinalbeiträge zwischen 1974 und 2017, an denen Siegel als Songwriter beteiligt war.

Zu seinen weiteren Spitzenplatzierungen gehören zweimal Rang zwei für Deutschland, 1980 mit Katja Ebsteins „Theater“ und 1981 mit Lena Valaitis und „Johnny Blue“, sowie erneut Rang zwei 1987 mit der Gruppe Wind und „Lass die Sonne in dein Herz“.

Ob sich 2027 tatsächlich ein weiteres Kapitel dieser ESC-Geschichte anschließt, entscheidet nun zunächst das Auswahlverfahren des SWR. Siegel hat seinen Beitrag eingereicht. Eine Einladung zum deutschen Finale war bis zum 3. Oktober 2026 noch nicht bestätigt.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu