
Paramount Skydance stellt die Weichen für die Zeit nach der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery. Der gemeinsame Medienkonzern soll künftig Skydance Corporation heißen. Die Namensänderung ist für den 6. Oktober 2026 vorgesehen, an dem nach derzeitiger Planung auch der Zusammenschluss abgeschlossen werden soll. Die traditionsreichen Namen Paramount und Warner Bros. sollen dagegen als eigenständige Marken erhalten bleiben.
Die Umbenennung ist inzwischen auch in einer Börsenmitteilung dokumentiert. Paramount Skydance Corporation will seine Unternehmenssatzung ändern und ab dem 6. Oktober unter dem Namen Skydance Corporation auftreten. Gleichzeitig ist ein Wechsel der börsennotierten Class-B-Aktien von der Nasdaq an die New York Stock Exchange vorgesehen. Das bisherige Börsenkürzel PSKY soll dort durch SKYD ersetzt werden.
Der Termin fällt mit dem geplanten Abschluss der Warner-Übernahme zusammen. Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery erklärten am 30. September, dass die Transaktion voraussichtlich am 6. Oktober vollzogen wird. Sie steht weiterhin unter den üblichen Bedingungen für den Abschluss einer solchen Fusion. Damit ist Warner Bros. Discovery am 3. Oktober formal noch kein Teil des Paramount-Konzerns.
Mit dem Namen Skydance soll der Dachkonzern eine eigene Identität erhalten, ohne die beiden großen Hollywood-Studios umzubenennen. Paramount-Chef David Ellison erklärte zur Namensentscheidung, dass Paramount und Warner Bros. ihre jeweils eigene Geschichte und Markenidentität behalten sollen. Unter dem gemeinsamen Dach sollen damit weiterhin bekannte Namen wie Paramount Pictures und Warner Bros. sichtbar bleiben.
Skydance ist zugleich der Name des von Ellison gegründeten Film- und Medienunternehmens, das bereits eine zentrale Rolle beim vorherigen Zusammenschluss mit Paramount spielte. Der künftige Unternehmensname hebt damit den bisherigen Zusatz „Paramount“ aus dem Namen des Mutterkonzerns heraus, ohne die Paramount-Marke im Film-, Fernseh- und Unterhaltungsgeschäft aufzugeben.
Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery hatten ihre Vereinbarung im Februar 2026 bekanntgegeben. Paramount bewertet WBD in der Transaktion mit einem Unternehmenswert von rund 110 Milliarden US-Dollar. Den WBD-Aktionären wurden zunächst 31 Dollar je Aktie in bar zugesagt. Wegen des über den 30. September hinausgehenden Abschlusses kommt entsprechend der Vereinbarung ein zeitabhängiger Aufschlag hinzu.
Nach dem Vollzug wird Warner Bros. Discovery entsprechend dem Fusionsvertrag als vollständig kontrollierte Tochtergesellschaft unter dem neuen Konzern weitergeführt. Unter einem Dach befinden sich dann einige der größten Film-, Fernseh-, Nachrichten- und Streamingmarken der internationalen Medienbranche. Zum Portfolio gehören auf Paramount-Seite unter anderem Paramount Pictures, CBS, Nickelodeon und Paramount+. Warner Bros. Discovery bringt unter anderem Warner Bros., HBO, CNN und weitere Fernseh- und Unterhaltungsangebote ein.
Damit entsteht ein Medienkonzern mit einem umfangreichen Bestand an Film- und Serienrechten. Zu den bekannten Franchises der beiden Unternehmensgruppen zählen unter anderem „Harry Potter“, das DC-Universum, „Game of Thrones“, „Mission: Impossible“, „Top Gun“ und „SpongeBob Schwammkopf“.
Auch die Führung für die Zeit nach dem Zusammenschluss ist bereits teilweise festgelegt. David Ellison soll Chairman und CEO des gemeinsamen Unternehmens bleiben. Ynon Kreiz, bislang Vorstandschef des Spielwarenkonzerns Mattel, wird Co-CEO und Mitglied des Verwaltungsrats. Sein Einstieg bei Paramount ist für den 5. Oktober vorgesehen, seine Funktion im fusionierten Unternehmen beginnt mit dessen Abschluss.
Nach der angekündigten Aufgabenverteilung soll Ellison vor allem für langfristige Strategie, kreative Ausrichtung, Technologie, Partnerschaften und Kapitalallokation zuständig sein. Kreiz soll sich stärker um das Tagesgeschäft und die Integration der beiden Unternehmen kümmern. Die Geschäftsbereiche des kombinierten Konzerns sollen an beide Manager berichten.
Die Transaktion durchlief 2026 umfangreiche Wettbewerbsprüfungen. Paramount erklärte im August, die nach dem Fusionsvertrag erforderlichen regulatorischen Freigaben seien nach Prüfungen in 68 Ländern erreicht worden. Dazu gehörten unter anderem Entscheidungen in den USA, der Europäischen Union, Großbritannien, Kanada, Brasilien und China. Die Europäische Kommission hatte die Übernahme im Juli freigegeben, die britische Competition and Markets Authority folgte im August.
In den USA verzögerte zusätzlich eine Klage von zwölf Bundesstaaten den Vollzug. Ende September wurde eine gerichtliche Einigung gebilligt, wodurch ein wesentliches Hindernis für den Abschluss beseitigt wurde. Paramount und Warner Bros. Discovery peilen deshalb nun den 6. Oktober als Abschlusstermin an.
Mit dem Vollzug würde deshalb nicht nur eine der größten Übernahmen der jüngeren Mediengeschichte abgeschlossen. Der 6. Oktober soll zugleich den Start einer neuen Konzernmarke markieren: Aus der heutigen Paramount Skydance Corporation soll Skydance Corporation werden, während Paramount und Warner Bros. als bekannte Namen innerhalb des Konzerns weiterbestehen.
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