SpaceX will Starship-Starts in Texas massiv ausweiten und plant bis zu 456 Flüge jährlich

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SpaceX plant eine weitreichende Ausweitung seines Starship-Programms am Weltraumbahnhof Starbase im US-Bundesstaat Texas. Künftig könnten dort bis zu 456 Raketenstarts und 912 Landungen pro Jahr stattfinden. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat am Mittwoch, 14. Oktober 2026, offiziell ein umfangreiches Umweltprüfungsverfahren für die geplante Erweiterung eingeleitet. Bislang darf das Raumfahrtunternehmen am Standort Boca Chica jährlich höchstens 25 Starts sowie insgesamt 50 Landungen durchführen. Die beantragte Kapazität würde damit nahezu eine Verzwanzigfachung der bisherigen Startobergrenze ermöglichen.

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Der Antrag betrifft das wiederverwendbare Raketensystem Starship und Super Heavy, das SpaceX für Satellitentransporte, bemannte Raumfahrt sowie künftige Missionen zum Mond und Mars entwickelt. Die geplante Erweiterung soll in zwei Stufen erfolgen. Bevor eine entsprechende Ausweitung genehmigt werden kann, müssen jedoch die möglichen Auswirkungen auf Umwelt, Bevölkerung und Luftverkehr untersucht werden. Einen verbindlichen Termin für die Entscheidung über die zusätzliche Startkapazität gibt es bislang nicht.

Ausbau des Weltraumbahnhofs in zwei Phasen geplant

In der ersten Ausbaustufe sieht SpaceX bis zu 100 Raketenstarts und 200 Landungen jährlich vor. Dabei entfallen jeweils 100 Landungen auf die erste Raketenstufe Super Heavy und das darüber liegende Raumschiff Starship. Starts und Landungen könnten in dieser Phase an sämtlichen Wochentagen sowie rund um die Uhr stattfinden.

Die zweite Phase soll die jährliche Kapazität auf 456 Starts und 912 Landungen erhöhen. Nach den bei der FAA eingereichten Planungen wären Starts dann auf Montag bis Freitag beschränkt, könnten allerdings tagsüber und nachts erfolgen. Diese Ausbaustufe ist für eine spätere Entwicklungsphase des Raketensystems vorgesehen und soll innerhalb mehrerer Jahre erreicht werden.

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Die Zahlen beschreiben die maximal beantragte Kapazität und keine bereits festgelegte Zahl tatsächlicher Missionen. Zudem umfasst die beantragte Landeobergrenze auch Rückkehrflüge nach Starts von anderen Standorten. Neben Landungen auf dem Gelände sind kontrollierte Wasserlandungen und der gezielte Verbleib von Raketenstufen im Meer Bestandteil der Planungen.

FAA untersucht Umweltfolgen und mögliche Belastungen

Die Umweltprüfung wird nach dem amerikanischen Umweltrecht NEPA durchgeführt. Die FAA untersucht dabei unter anderem Auswirkungen auf Luftqualität, Lärm, Küstenökosysteme, geschützte Tierarten, Gewässer und die Nutzung angrenzender Flächen. Auch mögliche Beeinträchtigungen durch zusätzliche Sperrungen des Luftraums sind Teil des Verfahrens.

Der Standort Starbase liegt an der texanischen Golfküste im Cameron County nahe der mexikanischen Grenze. Die Lage in einem ökologisch sensiblen Küstengebiet macht umfangreiche Untersuchungen erforderlich. Dabei sollen auch die möglichen Folgen für Feuchtgebiete, geschützte Arten und das angrenzende Meeresgebiet berücksichtigt werden.

Die Behörde führt parallel Abstimmungen mit dem US Fish and Wildlife Service und weiteren zuständigen Stellen durch. Untersucht wird außerdem eine Alternative, bei der die bisher genehmigte Startkapazität unverändert bleibt.

Für die Öffentlichkeit sind Anhörungen am 17. November in Brownsville sowie am 19. November in Port Isabel vorgesehen. Eine virtuelle Veranstaltung ist für den 18. November angesetzt. Stellungnahmen können bis zum 30. November 2026 eingereicht werden. Anschließend soll ein Entwurf der umfangreichen Umweltverträglichkeitsprüfung veröffentlicht werden. Ein konkreter Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest.

Höhere Startfrequenz als Grundlage des Starship-Programms

Die geplanten Starship-Starts in Texas sind eng mit dem technischen Konzept der Rakete verbunden. Anders als herkömmliche Trägerraketen soll das gesamte System langfristig wiederverwendbar werden. Sowohl die erste Stufe Super Heavy als auch das Raumschiff Starship sind dafür ausgelegt, nach Einsätzen zurückzukehren und erneut zu starten.

SpaceX will damit größere Nutzlasten transportieren und die Zeit zwischen einzelnen Missionen verkürzen. Dafür muss das Unternehmen nicht nur die Raketen technisch weiterentwickeln, sondern auch ausreichende Kapazitäten für Starts, Landungen, Betankung und Wartung schaffen.

Das Starship-Programm hat im September 2026 einen weiteren Entwicklungsschritt erreicht. Am 28. September absolvierte die Rakete nach Angaben von SpaceX ihren ersten Orbitalflug. Dabei wurden 26 Satelliten der neuen Starlink-V3-Generation in eine Erdumlaufbahn gebracht.

Damit gewinnt Starship auch für den Ausbau des eigenen Satelliteninternetgeschäfts an Bedeutung. SpaceX betreibt das weltweite Starlink-Netz und entwickelt Starship unter anderem für den Transport größerer Satellitengenerationen. Eine hohe Startfrequenz könnte die Möglichkeiten zum Ausbau und zur Erneuerung der Satellitenkonstellation erweitern. Voraussetzung dafür ist allerdings ein zuverlässiger und wirtschaftlich nutzbarer Regelbetrieb.

Bedeutung für NASA und künftige Mondmissionen

Über das kommerzielle Satellitengeschäft hinaus ist Starship Bestandteil der amerikanischen Mondraumfahrt. SpaceX entwickelt im Auftrag der NASA eine spezielle Version des Raumschiffs als Landefahrzeug für das Artemis-Programm.

Nach der aktuellen NASA-Planung soll Artemis III im Jahr 2027 wichtige Rendezvous- und Andockmanöver zwischen dem Orion-Raumschiff und kommerziellen Landefahrzeugen in der Erdumlaufbahn erproben. Die erste bemannte Rückkehr auf die Mondoberfläche ist für Artemis IV im Jahr 2028 vorgesehen.

Für spätere Mondlandungen müssen unter anderem die Wiederverwendbarkeit, längere Aufenthalte im Weltraum und die Übertragung von Treibstoff zwischen Raumfahrzeugen weiterentwickelt werden. Gerade diese Betankung im All ist ein wesentlicher Bestandteil des Starship-Konzepts, weil Mondmissionen zusätzliche Treibstofftransporte benötigen können.

Die Erweiterung von Starbase würde SpaceX grundsätzlich mehr Spielraum für solche Flüge eröffnen. Eine unmittelbare Verbindung zwischen der beantragten Höchstzahl von 456 Starts und einem konkreten NASA-Missionsplan ist damit jedoch nicht hergestellt.

SpaceX erweitert seine Infrastruktur auch in Florida

Parallel zum geplanten Ausbau in Texas arbeitet SpaceX an Starship-Startmöglichkeiten in Florida. Am Kennedy Space Center und auf dem Gelände der Cape Canaveral Space Force Station werden weitere Startkapazitäten vorbereitet beziehungsweise regulatorisch geprüft.

Für den Standort Space Launch Complex 37 in Florida läuft ebenfalls ein Umweltprüfungsverfahren. Dort werden bis zu 76 Starship-Starts und 152 Landungen jährlich untersucht. Die Vorhaben zeigen, dass SpaceX seinen künftigen Starship-Betrieb nicht ausschließlich auf Starbase ausrichten will.

Wie schnell die neuen Kapazitäten tatsächlich genutzt werden können, hängt neben den behördlichen Genehmigungen von der weiteren technischen Entwicklung ab. Die FAA hatte erst im Mai 2025 die Erhöhung der zulässigen Starship-Starts in Texas von fünf auf 25 jährlich genehmigt. Der nun vorgesehene nächste Schritt fällt erheblich größer aus.

Mit der neuen Umweltprüfung beginnt daher ein weiteres Genehmigungsverfahren für das langfristige Wachstum des Raumfahrtunternehmens. Die beantragten 456 jährlichen Starts sind vorerst eine Obergrenze für die behördliche Untersuchung. Wann SpaceX diese Größenordnung technisch erreichen könnte und welche zusätzlichen Auflagen die Behörden gegebenenfalls festlegen, ist noch offen.

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