Spritpreise Ende Oktober: Diesel deutlich teurer als Benzin

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Spritpreise in Deutschland bleiben Ende Oktober 2026 hoch. Obwohl die Bundesregierung die Energiesteuer auf Benzin und Diesel zum Monatsbeginn gesenkt hat, müssen Autofahrer weiterhin mehr als zwei Euro pro Liter bezahlen. Besonders bei Diesel zeigt sich zuletzt wieder ein Preisanstieg. Während Super E10 im bundesweiten Durchschnitt günstiger wird, verteuert sich Dieselkraftstoff erneut. Gleichzeitig belastet der Ölpreis von mehr als 110 US-Dollar die internationalen Energiemärkte.

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Diesel kostet inzwischen mehr als 2,28 Euro pro Liter

Nach der jüngsten ADAC-Auswertung vom 28. Oktober kostet ein Liter Diesel im bundesweiten Durchschnitt 2,289 Euro. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Anstieg um 3,4 Cent. Super E10 verbilligte sich dagegen um 2,6 Cent auf durchschnittlich 2,084 Euro je Liter.

Damit beträgt der Preisunterschied zwischen beiden Kraftstoffsorten inzwischen 20,5 Cent pro Liter. Wer 50 Liter Diesel tankt, bezahlt bei den ermittelten Durchschnittspreisen rund 114,45 Euro. Bei derselben Menge Super E10 werden etwa 104,20 Euro fällig.

Bereits in der Vorwoche hatte sich eine ähnliche Entwicklung abgezeichnet. Am 21. Oktober lag der bundesweite Durchschnittspreis für Diesel noch bei 2,255 Euro, während Super E10 durchschnittlich 2,110 Euro kostete. Die Preisdifferenz zwischen Benzin und Diesel hat sich damit innerhalb einer Woche nochmals deutlich vergrößert.

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Rekordpreise wurden bereits im September erreicht

Trotz der weiterhin außergewöhnlich hohen Kraftstoffpreise liegen die aktuellen Werte unter den bisherigen Rekordständen. Der September 2026 war nach Angaben des ADAC der bislang teuerste Tankmonat in Deutschland.

Damals kostete Super E10 im Monatsdurchschnitt 2,266 Euro je Liter. Für Diesel wurden durchschnittlich 2,386 Euro verlangt. Besonders teuer war Benzin am 16. September mit einem bundesweiten Tagesdurchschnitt von 2,314 Euro. Diesel erreichte seinen bisherigen Höchstwert am 17. September mit 2,471 Euro.

Die Ende Oktober ermittelten Preise liegen damit zwar unter den Septemberrekorden, bewegen sich aber weiterhin auf einem historisch hohen Niveau. Im Vergleich zu den Durchschnittspreisen des Jahres 2025 ist die Belastung für Autofahrer erheblich gestiegen.

Energiesteuersenkung gilt seit dem 1. Oktober

Die Bundesregierung hatte angesichts der steigenden Kraftstoffkosten beschlossen, die Energiesteuer auf Benzin und Diesel vorübergehend zu reduzieren. Seit dem 1. Oktober gelten um 14,04 Cent je Liter niedrigere Steuersätze.

Weil sich dadurch zugleich die darauf entfallende Umsatzsteuer verringert, beträgt die rechnerische Gesamtentlastung rund 17 Cent pro Liter. Die Regelung ist bis zum 31. Dezember 2026 befristet.

Nach Angaben der Bundesregierung soll das Entlastungspaket Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen um insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro entlasten. Besonders profitieren sollen Menschen und Betriebe, die auf Kraftfahrzeuge angewiesen sind.

Wie stark die Steuersenkung tatsächlich an den Tankstellen ankommt, hängt allerdings auch von der Entwicklung der übrigen Preisbestandteile ab. Die Energiesteuer macht nur einen Teil des Verkaufspreises aus. Hinzu kommen unter anderem Beschaffungs-, Raffinerie-, Transport- und Vertriebskosten.

Anfang Oktober hatte der ADAC festgestellt, dass die Steuerentlastung noch nicht vollständig bei den Verbrauchern angekommen war. Insbesondere bei Super E10 bestand zunächst eine Differenz zwischen der rechnerischen Steuerersparnis und dem beobachteten Preisrückgang. Im weiteren Monatsverlauf verbilligte sich Benzin jedoch deutlich.

Brent-Ölpreis steigt auf mehr als 110 Dollar

Ein wichtiger Grund für die anhaltend hohen Spritpreise ist die Entwicklung auf dem internationalen Ölmarkt. Ende Oktober lag der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent wieder deutlich oberhalb von 110 US-Dollar.

Der ADAC bezifferte den Preis in seiner Auswertung vom 28. Oktober auf rund 114 US-Dollar je Barrel. Noch Anfang des Monats hatte Brent zeitweise bei etwa 100 Dollar gelegen.

Die Energiepreise stehen weiterhin unter dem Einfluss des Krieges im Nahen Osten. Besonders die Beeinträchtigungen des Öltransports aus der Golfregion haben die internationalen Märkte belastet. Die Bundesregierung führt den starken Anstieg der Kraftstoffkosten wesentlich auf diese Entwicklung zurück.

Deutschland ist beim Rohöl auf internationale Lieferungen angewiesen. Veränderungen der Weltmarktpreise beeinflussen deshalb auch die Kosten für die Versorgung deutscher Raffinerien.

Allerdings werden Preisbewegungen am Rohölmarkt nicht zwangsläufig unmittelbar oder in gleicher Höhe an die Autofahrer weitergegeben. Auch die Kosten für bereits verarbeitete Kraftstoffe und die jeweilige Marktlage spielen eine Rolle.

Heizölnachfrage belastet besonders den Dieselpreis

Dass Diesel zuletzt teurer wurde, während Benzin günstiger zu haben war, hängt nach Einschätzung des ADAC insbesondere mit der Lage auf den internationalen Dieselmärkten zusammen.

Mit Beginn der kälteren Jahreszeit steigt zugleich die Nachfrage nach Heizöl. Da Diesel und Heizöl aus verwandten Raffinerieprodukten hergestellt werden, können sich Nachfrageveränderungen auf beide Märkte auswirken.

Hinzu kommt das gestiegene Rohölpreisniveau. Diese Faktoren treffen Diesel derzeit stärker als Benzin.

Die unterschiedlichen Entwicklungen zeigen sich auch an den Tankstellenpreisen. Obwohl der Energiesteuersatz für Diesel niedriger ist als für Benzin, müssen Dieselfahrer aktuell erheblich mehr bezahlen.

Während der ermäßigte Energiesteuersatz für Diesel seit Oktober bei 33 Cent pro Liter liegt, beträgt er für Benzin 51,41 Cent. Entscheidend für den höheren Dieselpreis sind somit nicht allein die staatlichen Abgaben, sondern auch die Marktpreise für die jeweiligen Kraftstoffe.

Bundesregierung plant Spritpreisdeckel für 2027

Neben der befristeten Steuersenkung arbeitet die Bundesregierung an weiteren Maßnahmen gegen hohe Kraftstoffpreise. Vorgesehen ist ein vorübergehender Spritpreisdeckel nach dem Vorbild von Luxemburg oder Belgien.

Die Bundesregierung strebt an, eine entsprechende Regelung spätestens zum 1. Januar 2027 einzuführen. Konkrete Höchstpreise für Diesel und Benzin sind damit allerdings noch nicht festgelegt.

Geplant ist ein Modell, bei dem sich zulässige Verkaufspreise an nachvollziehbaren Beschaffungs- und Referenzpreisen sowie weiteren Kostenbestandteilen orientieren. Dabei soll auch die Versorgungssicherheit berücksichtigt werden.

Ob und in welcher konkreten Form der Preisdeckel zum Jahreswechsel umgesetzt wird, war Ende Oktober noch nicht abschließend geklärt.

Preisvergleich kann beim Tanken Geld sparen

Für Autofahrer bleibt neben der allgemeinen Preisentwicklung auch der Zeitpunkt des Tankens relevant. Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Preissenkungen sind weiterhin jederzeit möglich.

Nach ADAC-Auswertungen steigen die Preise um die Mittagszeit häufig deutlich an. Anschließend sinken sie im Tagesverlauf wieder. Besonders günstige Preise werden deshalb häufig kurz vor 12 Uhr erreicht.

Auch zwischen einzelnen Tankstellen können erhebliche Unterschiede bestehen. Ein Vergleich der aktuellen Literpreise kann die Tankkosten deshalb reduzieren.

Für die kommenden Wochen bleibt vor allem die Entwicklung des internationalen Ölmarktes entscheidend. Die steuerliche Entlastung gilt zwar bis zum Jahresende, kann steigende Beschaffungs- und Verarbeitungskosten jedoch nicht vollständig ausgleichen.

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