Herbstferien beginnen mit mehr als 370 Kilometern Stau auf den Autobahnen

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Der Beginn der Herbstferien hat am Freitag, 16. Oktober 2026, für erhebliche Verkehrsbehinderungen auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen gesorgt. Am Nachmittag summierten sich die Staus nach Angaben des ADAC auf mehr als 370 Kilometer. Besonders lange Wartezeiten gab es auf der A46 zwischen Düsseldorf und Wuppertal. Der Stau zum Ferienstart in NRW fiel damit deutlich stärker aus als an den vergangenen Freitagen. Am Abend kommen mehrere angekündigte Vollsperrungen hinzu, die den Reiseverkehr bis Montag beeinträchtigen können.

Anzeige

ADAC registriert mehr als 100 Staus am Freitagnachmittag

Den Höhepunkt der Verkehrsbelastung erfasste der ADAC am Freitag um 15:50 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt standen Autofahrer auf den Autobahnen Nordrhein-Westfalens auf insgesamt mehr als 370 Kilometern im Stau. Im Durchschnitt der vorherigen vier Wochen waren es zur gleichen Uhrzeit knapp 300 Kilometer gewesen. Damit lag die gemeldete Belastung deutlich über dem zuletzt üblichen Freitagsniveau.

Insgesamt registrierte der Automobilclub am Nachmittag mehr als 100 Staus und Abschnitte mit stockendem Verkehr. Besonders betroffen war die A46 von Düsseldorf in Richtung Wuppertal. Dort bildete sich zeitweise ein Rückstau von bis zu 20 Kilometern.

Auch auf der A1, A3, A45, A57 und A61 erreichten einzelne Staus eine Länge von mehr als zwölf Kilometern. Die Verkehrsbehinderungen verteilten sich damit über mehrere wichtige Verbindungen zwischen dem Rheinland, dem Ruhrgebiet und den angrenzenden Regionen. Bei den 370 Kilometern handelt es sich um den dokumentierten Spitzenwert des Nachmittags, nicht um eine fortlaufend gültige Angabe für den Freitagabend.

Anzeige

Baustellen belasten auch die A45 bei Olpe und Freudenberg

Neben der A46 gehörte die A45 zu den betroffenen Fernstraßen. Die Autobahn verbindet das Ruhrgebiet über das Sauerland und Siegerland mit Hessen und ist damit eine wichtige Strecke für den überregionalen Reiseverkehr.

Im Bereich zwischen Olpe und Freudenberg bestehen mehrere Baustellen. Unter anderem sind auf Abschnitten zwischen dem Kreuz Olpe-Süd und Freudenberg sowie im weiteren Verlauf der Autobahn Arbeiten an Brücken und Fahrbahnen vorgesehen beziehungsweise bereits eingerichtet. Der ADAC wies für den Bereich zwischen Olpe-Süd und Freudenberg ebenfalls dichten Verkehr aus.

Die zahlreichen Baustellen stellen unabhängig vom Ferienverkehr eine zusätzliche Belastung dar. Landesweit befinden sich nach Angaben des ADAC knapp 530 Autobahnbaustellen. Bundesweit sind es rund 1.100. Insbesondere bei hohem Verkehrsaufkommen können Fahrbahnverengungen die Leistungsfähigkeit einzelner Strecken einschränken.

Ob bestimmte Unfälle die langen Rückstaus auf der A46 oder A45 am Freitag zusätzlich verstärkten, war zunächst nicht gesichert. Eine eindeutig bestätigte Unfallursache für die landesweite Staubelastung lag nicht vor.

A3 und A40 ab 21 Uhr vollständig gesperrt

Während sich die Verkehrslage vom Berufsverkehr am Nachmittag in den Abend verlagert, beginnen weitere Bauarbeiten im Ruhrgebiet. Besonders weitreichend ist die Sperrung der A3 zwischen den Autobahnkreuzen Breitscheid und Oberhausen-West. Die Strecke wird am Freitag ab 21 Uhr in beiden Fahrtrichtungen geschlossen. Die Freigabe ist für Montag, 19. Oktober, um 5 Uhr vorgesehen.

Grund ist der Abriss einer alten Autobahnbrücke im Kreuz Duisburg-Kaiserberg. Der überregionale Verkehr wird über die A42, A524 und A59 geführt. Innerhalb von Duisburg sind weitere Umleitungen ausgeschildert. Die Auffahrten Duisburg-Wedau in Richtung Köln und Oberhausen-Lirich in Richtung Arnheim bleiben nutzbar.

Ebenfalls ab Freitag um 21 Uhr wird die A40 zwischen Mülheim-Winkhausen und Mülheim-Heißen in beiden Richtungen vollständig gesperrt. Auch hier sollen die Fahrzeuge ab Montagmorgen um 5 Uhr wieder fahren können.

An der Hardenbergbrücke werden vorgefertigte Bauteile für den Neubau eingesetzt. Der Fernverkehr wird großräumig über die A52, A524 und A59 umgeleitet. Zusätzlich stehen ausgeschilderte Ausweichstrecken durch das Essener Stadtgebiet zur Verfügung.

A43 bei Bochum ebenfalls dicht, A516 schon ab 18 Uhr betroffen

Eine weitere Vollsperrung betrifft die A43 bei Bochum. Dort beginnen am Freitag um 21 Uhr Arbeiten an der Brücke Castroper Hellweg. Die Autobahn bleibt bis Montag um 5 Uhr gesperrt.

In Fahrtrichtung Wuppertal reicht die Sperrung vom Kreuz Bochum bis zur Anschlussstelle Bochum-Riemke. In Richtung Münster wird der gesperrte Abschnitt wegen zusätzlicher Arbeiten auf der Herner Straße bis Herne-Eickel verlängert. Für den Verkehr Richtung Münster ist eine Umleitung über die A40, A45 und A2 vorgesehen. In der Gegenrichtung führt die Ausweichstrecke über die Herner Straße zur A40.

Die A43 soll auch am darauffolgenden Wochenende vom 23. bis 26. Oktober wegen der Brückenarbeiten gesperrt werden.

Bereits seit Freitag um 18 Uhr ist nach dem veröffentlichten Zeitplan der Autobahn GmbH die A516 zwischen dem Kreuz Oberhausen und Oberhausen-Sterkrade in Fahrtrichtung Oberhausen gesperrt. Anders als bei den übrigen großen Vollsperrungen beginnt diese Maßnahme somit drei Stunden früher. Die Gegenrichtung nach Arnheim bleibt offen.

An der Brücke Alsfeldstraße werden Bauteile eines neuen Überbaus eingesetzt. Die Umleitung verläuft vom Kreuz Oberhausen über die A3 zum Kreuz Oberhausen-West und anschließend über die A42. Auch diese Sperrung soll am Montag um 5 Uhr enden.

Ferienverkehr sorgt auch außerhalb Nordrhein-Westfalens für Verzögerungen

Die hohe Verkehrsbelastung beschränkt sich nicht auf Nordrhein-Westfalen. In mehreren Bundesländern beginnen an diesem Wochenende ebenfalls die Herbstferien, während sie in anderen Ländern zu Ende gehen. Dadurch treffen neue Urlaubsfahrten und Rückreisen aufeinander.

Besonders wichtige Verbindungen sind die Autobahnen in Richtung Nordsee, Ostsee und Alpen. Auch der Verkehr zu Reisezielen in den Niederlanden spielt eine Rolle. Nach Einschätzung der Autobahn GmbH gehört die Woche vom 12. bis 18. Oktober zu den verkehrsreichsten Phasen der diesjährigen Herbstsaison.

In Norddeutschland gelten insbesondere die A1 im Raum Hamburg und Lübeck sowie die A7 als staugefährdet. Auch in den Großräumen Bremen und Hamburg rechnet der ADAC am Wochenende mit längeren Fahrzeiten. Damit können Reisende aus Nordrhein-Westfalen auch außerhalb des Bundeslandes auf Engpässe treffen.

Die Autobahn GmbH erwartet für den 16. und 17. Oktober bundesweit eine besonders hohe Verkehrsbelastung. Insgesamt dürfte der Ferienverkehr im Herbst allerdings geringer ausfallen als während der Sommerferien.

ADAC erwartet am Samstag und Sonntag weniger Verkehr

Für das weitere Wochenende fällt die Prognose des ADAC zumindest hinsichtlich des allgemeinen Verkehrsaufkommens etwas günstiger aus. Am Samstag und Sonntag sollen die Autobahnen in Nordrhein-Westfalen insgesamt weniger stark belastet sein als am Freitagnachmittag.

Die zahlreichen Baustellen und Vollsperrungen bleiben allerdings bestehen. Besonders im Bereich Duisburg, Oberhausen, Mülheim und Bochum müssen Autofahrer deshalb weiterhin mit Umwegen und längeren Fahrtzeiten rechnen. Auch die ausgewiesenen Umleitungsstrecken können durch zusätzlichen Verkehr stärker beansprucht werden.

Der ADAC empfiehlt, die Verkehrsbedingungen vor der Abfahrt zu kontrollieren, größere Baustellenbereiche möglichst weiträumig zu umfahren und zusätzliche Reisezeit einzuplanen. Ein spontanes Ausweichen auf Landstraßen führt nach Einschätzung des Verkehrsclubs häufig nicht zu einer schnelleren Ankunft. Vor allem bei kürzeren Staus können solche Ausweichfahrten zusätzliche Verzögerungen verursachen.

Die stärkste Belastung des Freitags lag damit am Nachmittag, während für das Wochenende vor allem die bereits feststehenden Sperrungen entscheidend sind. Für Reisende auf den betroffenen Strecken bleibt die aktuelle Verkehrslage maßgeblich, da sich Länge und Dauer einzelner Staus kurzfristig verändern können.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu