Steinmeier in Paris: Ein Staatsbesuch zum Abschied und mit wichtigen Themen für Europa

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Symbolbild mit KI erstellt

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beginnt am Donnerstag, 8. Oktober 2026, seinen offiziellen Staatsbesuch in Frankreich. Präsident Emmanuel Macron empfängt ihn am Pariser Triumphbogen mit militärischen Ehren. Das Treffen ist der erste Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten im Nachbarland seit 13 Jahren. Neben dem feierlichen Programm stehen die europäische Zusammenarbeit, Sicherheit und technologische Entwicklung im Mittelpunkt. Für beide Staatsoberhäupter hat die Begegnung außerdem eine persönliche Bedeutung: Ihre Amtszeiten enden im Frühjahr 2027.

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Empfang am Triumphbogen und Gespräche im Élysée-Palast

Der offizielle Staatsbesuch beginnt am Donnerstagvormittag mit einer Begrüßungszeremonie am Arc de Triomphe in Paris. Der Empfang durch Präsident Macron mit militärischen Ehren ist für 10 Uhr vorgesehen. Zum Programm gehört auch eine Kranzniederlegung am Grab des Unbekannten Soldaten, das sich unter dem Triumphbogen befindet.

Anschließend sollen die beiden Präsidenten im Élysée-Palast zusammenkommen. Geplant sind politische Gespräche und eine gemeinsame Erklärung gegenüber der Presse. Am Donnerstagabend richtet Macron ein Staatsbankett zu Ehren seines deutschen Gastes aus.

Steinmeier war bereits am Mittwoch gemeinsam mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender in Paris angekommen. Dort stand zunächst ein Empfang zum Tag der Deutschen Einheit in der deutschen Botschafterresidenz auf dem Programm.

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Beide Präsidenten stehen vor dem Ende ihrer Amtszeiten

Der Staatsbesuch in Frankreich ist für Steinmeier auch eine Begegnung zum Abschluss einer langjährigen Zusammenarbeit. Er und Macron übernahmen ihre jeweiligen Ämter im Jahr 2017. Steinmeiers zweite Amtszeit endet im März 2027, während in Frankreich im Frühjahr 2027 die nächsten Präsidentschaftswahlen stattfinden.

Vor seiner Reise bezeichnete Steinmeier den Besuch sinngemäß auch als Abschied von einem europäischen Weggefährten und Freund. Beide Staatsoberhäupter haben während ihrer Amtszeiten regelmäßig miteinander gesprochen und die besondere Bedeutung der deutsch-französischen Beziehungen hervorgehoben.

Zuletzt hatte 2013 mit Joachim Gauck ein deutscher Bundespräsident Frankreich zu einem Staatsbesuch bereist. Gastgeber war damals François Hollande. Die aktuelle Einladung unterstreicht damit auch den besonderen diplomatischen Rang der Begegnung.

Hochrangige deutsche Delegation begleitet Steinmeier

Steinmeier wird von einer umfangreichen politischen Delegation begleitet. Dazu gehören Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär. Ebenfalls mitgereist sind die Ministerpräsidenten der drei an Frankreich grenzenden Bundesländer: Anke Rehlinger aus dem Saarland, Gordon Schnieder aus Rheinland-Pfalz und Cem Özdemir aus Baden-Württemberg.

Neben den Begegnungen mit Macron sind Gespräche mit Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu und der Präsidentin der Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet, vorgesehen. Auch ein Treffen mit dem Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire gehört zum Programm.

Die Zusammensetzung der Delegation verdeutlicht die unterschiedlichen Ebenen der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Sie reicht von der Außen- und Sicherheitspolitik über Forschung und Wirtschaft bis zu den engen Verbindungen zwischen den Grenzregionen.

Besuch im Panthéon erinnert an die gemeinsame Geschichte

Zum Programm gehört außerdem ein Besuch des Pariser Panthéon. Die nationale Ruhmesstätte Frankreichs erinnert an bedeutende Persönlichkeiten der französischen Geschichte. Steinmeier und Macron wollen dort auch den jüdischen Historiker und Widerstandskämpfer Marc Bloch ehren, der 1944 von den Nationalsozialisten ermordet wurde.

Der Besuch verbindet die politischen Beziehungen beider Länder mit der Erinnerung an die nationalsozialistische Besatzung Frankreichs und den Widerstand dagegen.

Die historische Dimension gehört seit Jahrzehnten zur deutsch-französischen Verständigung. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich die früheren Kriegsgegner zu engen Partnern. Ein wichtiger Schritt war der Élysée-Vertrag von 1963, mit dem Bundeskanzler Konrad Adenauer und Frankreichs Präsident Charles de Gaulle die Zusammenarbeit beider Staaten auf eine neue Grundlage stellten.

In Bordeaux stehen Raumfahrt und Verteidigung im Mittelpunkt

Am Freitag, 9. Oktober, soll der Staatsbesuch mit gemeinsamen Terminen von Steinmeier und Macron in Bordeaux fortgesetzt werden. Dort richten beide Präsidenten ihren Blick auf europäische Zukunftstechnologien sowie Fragen der Sicherheit und Verteidigung.

Geplant sind Besuche bei Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Dazu gehören das Raumfahrtunternehmen The Exploration Company und die ArianeGroup, die unter anderem Trägersysteme für die europäische Raumfahrt entwickelt und produziert. Außerdem steht die französische Forschungseinrichtung Laser Mégajoule auf dem Programm.

Die Stationen zeigen die enge Verbindung zwischen wissenschaftlicher Forschung, industrieller Entwicklung und strategischen Sicherheitsinteressen. Gerade in diesen Bereichen versuchen Deutschland und Frankreich, europäische Kompetenzen zu stärken und technologische Abhängigkeiten zu verringern.

Zusammenarbeit bei Sicherheit und Rüstung bleibt schwierig

Trotz der engen politischen Beziehungen verlaufen gemeinsame deutsch-französische Vorhaben nicht immer erfolgreich. Ein Beispiel ist das geplante Luftkampfsystem FCAS, dessen gemeinsame Entwicklung im Sommer 2026 beendet wurde. Unterschiedliche Interessen der beteiligten Länder und Unternehmen hatten das milliardenschwere Projekt belastet.

Die Schwierigkeiten verdeutlichen, dass Deutschland und Frankreich bei industriellen und sicherheitspolitischen Fragen nicht automatisch dieselben Positionen vertreten. Zugleich arbeiten beide Länder weiterhin an einer stärkeren europäischen Verteidigungsfähigkeit.

Der Staatsbesuch bietet Gelegenheit, diese Zusammenarbeit auf politischer Ebene zu bekräftigen. Konkrete neue Vereinbarungen oder gemeinsame Beschlüsse waren zum Auftakt der Reise allerdings noch nicht bekannt.

Deutsch-französische Partnerschaft bleibt wichtig für Europa

Deutschland und Frankreich zählen zu den wirtschaftlich und politisch einflussreichsten Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Ihre Zusammenarbeit spielt deshalb bei zahlreichen europäischen Entscheidungen eine wichtige Rolle, insbesondere in der Sicherheits-, Wirtschafts- und Außenpolitik.

Macron hatte Deutschland zuletzt im Mai 2024 im Rahmen eines Staatsbesuchs bereist. Damals standen die Demokratie, die europäische Integration und die gemeinsame Verantwortung beider Länder für Europas Zukunft im Mittelpunkt.

Der Gegenbesuch Steinmeiers findet nun in einer Phase statt, in der Europa mit internationalen Konflikten, wirtschaftlichen Herausforderungen und innenpolitischen Veränderungen konfrontiert ist.

Für Steinmeier und Macron ist die Begegnung zugleich eine der letzten Gelegenheiten, ihre langjährige Zusammenarbeit als amtierende Staatsoberhäupter fortzusetzen. Ihre Amtsnachfolger werden die deutsch-französischen Beziehungen ab 2027 unter veränderten politischen Bedingungen gestalten müssen.

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