
Sturmboeen Rostock Kiel stehen am Donnerstag, 8. Oktober, im Mittelpunkt eines markanten Wetterwechsels. Eine Kaltfront zieht über die Bundesrepublik und führt deutlich kühlere maritime Polarluft heran. Besonders an Nord- und Ostsee legt der Wind kräftig zu. Für Rostock weist die Städteprognose des Deutschen Wetterdienstes im Tagesverlauf ausdrücklich Sturmböen aus. Für Kiel werden in der punktgenauen Vorhersage Windböen erwartet. Gleichzeitig kündigt der DWD für die schleswig-holsteinische Ostseeküste ab dem Vormittag generell zunehmend stürmische Bedingungen an. Dazu fällt immer wieder Regen.
Der DWD beschreibt den Donnerstag als deutlichen Einschnitt nach den zuletzt ungewöhnlich milden Tagen. Nach der Kaltfront dreht der Wind auf Nordwest. An der Nordsee dauert stürmischer Wind nach der aktuellen Warnlage vom Mittwoch, 16.31 Uhr, bis weit in den Donnerstag hinein an. Dort sind teilweise Sturmböen der Stärke 9 mit etwa 80 Kilometern pro Stunde möglich. An der Ostsee nimmt der Wind am Donnerstag ebenfalls deutlich zu. Der DWD erwartet dort Böen der Stärke 7 bis 8. Das entspricht Windböen bis stürmischen Böen. Auch in der Nacht zum Freitag bleibt es an den Küsten zunächst windig bis stürmisch.
Für Schleswig-Holstein und Hamburg wird der Wind schon ab Donnerstagfrüh zum Thema. Nach dem Regionalbericht des DWD von 10.30 Uhr sind an der Nordsee stürmische Böen um 65 Kilometer pro Stunde vorgesehen, zeitweise auch Sturmböen um 80 Kilometer pro Stunde. Im Laufe des Vormittags greift der kräftige Wind auf die Ostseeküste über. Im Binnenland sind tagsüber Böen um 55 Kilometer pro Stunde möglich. Zusätzlich besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit für einzelne kräftige Gewitter, bei denen Böen zwischen 60 und 80 Kilometern pro Stunde auftreten können.
Trotz der deutlichen Windprognose war am Mittwochabend für Rostock und Kiel noch keine kreisbezogene DWD-Warnung für Donnerstag ausgewiesen. Damit galt dort zunächst weder eine Wetterwarnung der Stufe 1 noch eine markante Wetterwarnung der Stufe 2, eine Unwetterwarnung der Stufe 3 oder eine extreme Unwetterwarnung der Stufe 4. Auch eine Vorabinformation Unwetter war für die beiden Städte zunächst nicht veröffentlicht. Der jüngste im DWD-Open-Data-System abrufbare Landkreisstatus enthielt am Mittwochabend keine entsprechende aktive Warnung.
Das ist von der eigentlichen Wettervorhersage zu unterscheiden. Der Warnlagebericht kann bereits auf erwartete Sturmböen oder stürmische Böen hinweisen, bevor eine konkrete amtliche Warnung für einen Landkreis oder eine kreisfreie Stadt ausgegeben wird. Für Donnerstag ist die Windentwicklung in den DWD-Prognosen eindeutig angelegt. Ob daraus noch eine konkrete Warnung mit festgelegtem Beginn und Ende für Rostock, Kiel oder angrenzende Kreise folgt, war am Mittwochabend noch offen.
Für Rostock prognostiziert der DWD am Donnerstag einen Tiefstwert von 12 Grad und eine Höchsttemperatur von 15 Grad. Am Morgen ist leichter Regen vorgesehen. In der Tagesprognose werden später ausdrücklich Sturmböen genannt. In Kiel liegen die Werte ebenfalls zwischen 12 und 15 Grad. Auch dort fällt leichter Regen, die Städteprognose weist für den späteren Donnerstag Windböen aus. Damit fällt die punktgenaue Vorhersage für Kiel zunächst etwas schwächer aus als für Rostock.
Auch mehrere weitere Orte sind betroffen. Für Fehmarn erwartet der DWD bei etwa 13 bis 15 Grad später Sturmböen und leichten Regen. Für Arkona werden bei 14 bis 15 Grad ebenfalls Sturmböen vorhergesagt. List auf Sylt kommt auf rund 13 bis 14 Grad und soll ebenfalls Sturmböen bekommen. Helgoland erreicht voraussichtlich etwa 15 Grad und wird ebenfalls mit Sturmböen geführt. Die Wetterlage betrifft damit nicht nur einzelne Städte, sondern größere Abschnitte der deutschen Küstenregionen.
In Mecklenburg-Vorpommern setzt der kräftigere Wind nach der DWD-Prognose vor allem ab Donnerstagmittag ein. Im Binnenland sind Böen bis etwa 60 Kilometer pro Stunde vorgesehen. Direkt an der Küste werden stürmische Böen um 70 Kilometer pro Stunde erwartet. Zwischen Fischland-Darß-Zingst und Rügen sind vereinzelt Sturmböen bis 80 Kilometer pro Stunde möglich. Ab dem Nachmittag besteht dort zudem eine geringe Wahrscheinlichkeit für kurze Gewitter.
Für den Berufsverkehr fällt die Verschärfung der Wetterlage regional in unterschiedliche Zeiträume. Rund um Kiel nimmt der Wind nach der DWD-Prognose bereits am Vormittag deutlich zu. Im Raum Rostock werden die stärkeren Böen vor allem ab der Mittagszeit erwartet. Regen kommt als zusätzlicher Faktor hinzu. Konkrete wetterbedingte Ausfälle von Bahnverbindungen, Flügen oder Fährverbindungen waren am Mittwochabend zunächst nicht offiziell bestätigt.
Im Rostocker Hafen waren für Donnerstag weiterhin mehrere Schiffsanläufe angekündigt, darunter Verbindungen und Passagierschiffe am Morgen. Eine generelle Einstellung des Hafenbetriebs war damit zunächst nicht erkennbar. Reisende sollten bei einzelnen Fährverbindungen dennoch die Informationen des jeweiligen Betreibers beachten, falls sich Windstärke oder Fahrplan kurzfristig ändern.
Auch für Arbeiten und Veranstaltungen im Freien ist die Windstärke relevant. Nach der vom DWD verwendeten Beaufort-Skala können bei Windstärke 8 bereits Zweige von Bäumen brechen. Bei Stärke 9 können Äste abbrechen und kleinere Schäden an Gebäuden auftreten. Genau diese Größenordnung ist am Donnerstag für exponierte Abschnitte vorhergesagt. Für Land- und Forstwirtschaft sowie Veranstalter im Freien ergibt sich daraus eine deutlich unruhigere Wetterlage als noch am Mittwoch.
Mit der Kaltfront endet nach Einschätzung des DWD die zuletzt tagsüber noch spätsommerlich anmutende Wärme. Der Temperatursturz ist deutlich: Während am Mittwoch beispielsweise in Rostock noch 18 Grad und in Kiel ebenfalls rund 18 Grad erreicht wurden, liegen die Höchstwerte am Donnerstag nur noch bei etwa 15 Grad. Deutschlandweit sinken die Tageshöchsttemperaturen auf etwa 13 bis 20 Grad.
Auch am Freitag kehrt zunächst kein ruhiges und warmes Wetter zurück. In Rostock erwartet der DWD am frühen Freitag etwa 10 Grad, leichten Regen und weiterhin Windböen. In Kiel werden rund 8 Grad und leichter Regen prognostiziert. Auf Rügen können lokal weiterhin Sturmböen auftreten. Zum Wochenende bleibt die Wetterlage nach den derzeitigen Aussichten wechselhaft und deutlich kühler als zur Wochenmitte. Damit markiert die Kaltfront am Donnerstag einen nachhaltigen Übergang zu herbstlicherem Wetter.
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