Tegut schließt ersten Markt in Thüringen endgültig

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Auflösung der Supermarktkette Tegut hat eine weitere konkrete Folge: Der Standort im thüringischen Heldburg wird endgültig geschlossen. Während zahlreiche Filialen von anderen Lebensmittelhändlern übernommen werden, gibt es für weitere Geschäfte noch keine gesicherte Zukunft. Auch für einen Teil der Beschäftigten bleiben wichtige Fragen offen.

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Tegut-Markt in Heldburg schließt am 21. November

Der Supermarkt in Heldburg im Landkreis Hildburghausen wird am 21. November 2026 zum letzten Mal öffnen. Das Unternehmen bestätigte den Termin für den Standort am Rödelsweg. Bis dahin soll der reguläre Verkauf weiterlaufen. Ein neuer Betreiber für das Geschäft ist nicht vorgesehen.

Die Tegut-Schließung in Heldburg ist die erste offiziell angekündigte endgültige Schließung eines Thüringer Standortes im Zuge des aktuellen Verkaufsprozesses. Bei 15 weiteren Märkten im Bundesland war zuletzt noch nicht entschieden, ob sie übernommen oder ebenfalls geschlossen werden.

Betroffen sind unter anderem Standorte in Bad Salzungen, Bad Langensalza, Nordhausen, Saalfeld und Mühlhausen. Für die Menschen vor Ort ist damit noch offen, ob die bisherigen Einkaufsmöglichkeiten unter einem neuen Namen bestehen bleiben.

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Edeka, Rewe und Tante Enso übernehmen 252 Filialen

Bundesweit steht die Auflösung von Tegut bereits weitgehend fest. Die Schweizer Eigentümerin Migros Zürich hatte im März 2026 angekündigt, sich vollständig aus dem deutschen Lebensmittelhandel zurückzuziehen. Die Marke Tegut soll verschwinden.

Für insgesamt 252 Supermärkte wurden Übernahmen durch andere Handelsunternehmen vereinbart und kartellrechtlich freigegeben. Dabei verteilt sich das Filialnetz wie folgt:

  • Edeka darf 178 Standorte übernehmen. Ein Teil davon wird künftig als Netto Marken-Discount betrieben.
  • Rewe erhält 38 Märkte. Zwei weitere ursprünglich geplante Übernahmen wurden aus Wettbewerbsgründen ausgeschlossen.
  • Tante Enso übernimmt 36 überwiegend kleinere Standorte und will dort sein Nahversorgungskonzept fortführen.

In Thüringen sollen allein 24 Märkte an Edeka gehen. Rewe übernimmt eine Filiale in Erfurt. Weitere kleinere Geschäfte wechseln zu Tante Enso.

Für weitere Tegut-Märkte fehlen noch Käufer

Trotz der zahlreichen Übernahmevereinbarungen ist die Neuordnung nicht abgeschlossen. Mitte Oktober waren nach Angaben von Migros Zürich bundesweit noch 36 Tegut-Supermärkte ohne Käufer. Für diese Standorte läuft ein weiteres Bieterverfahren.

Welche Handelsunternehmen sich daran beteiligen und wann Vereinbarungen abgeschlossen werden könnten, war zunächst nicht bekannt. Die betroffenen Märkte sollen vorerst regulär geöffnet bleiben, soweit keine gesonderte Schließung angekündigt wurde. Der Fall Heldburg zeigt allerdings, dass nicht für jeden Standort eine Fortführung gesichert ist.

Tausende Beschäftigte von der Auflösung betroffen

Die Veränderungen betreffen auch die rund 7.500 Beschäftigten der Supermarktkette. Ein erheblicher Teil erhält durch die vereinbarten Übernahmen eine berufliche Perspektive.

Edeka erklärte nach der Freigabe durch das Bundeskartellamt, dass rund 3.700 Beschäftigte, darunter etwa 190 Auszubildende, von dem Übernahmepaket erfasst werden. Ein Teil der Mitarbeiter soll künftig bei Netto arbeiten.

Die Rewe-Gruppe kündigte am 14. Oktober an, sämtlichen Beschäftigten der 38 zur Übernahme vorgesehenen Märkte ein Arbeitsangebot zu unterbreiten. Eine Garantie für eine dauerhaft unveränderte Beschäftigung ist damit allerdings nicht verbunden.

Schwieriger ist die Situation bei Standorten ohne Käufer. Wie viele Beschäftigte dort ihre Stelle verlieren könnten, ist bislang nicht gesichert. Auch für die Mitarbeiter des Marktes in Heldburg lagen zunächst keine konkreten Angaben zu möglichen Weiterbeschäftigungen vor.

Schweizer Eigentümer zieht Konsequenzen aus Verlusten

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet und gehört seit 2013 zur Schweizer Migros-Gruppe. Das Unternehmen war insbesondere in Hessen, Thüringen und Bayern vertreten und setzte auf ein Sortiment mit einem vergleichsweise hohen Anteil an Bio-Produkten.

Nach Darstellung von Migros Zürich hatte die Sanierung zwar die operativen Verluste deutlich reduziert, gleichzeitig gingen die Umsätze zurück. Der Eigentümer sah unter diesen Bedingungen keine langfristig tragfähige Perspektive mehr für den eigenständigen Betrieb der Kette.

Mit dem Verkauf endet damit die Geschichte von Tegut als eigenständiger Supermarktkette. Für zahlreiche Standorte bedeutet dies lediglich einen Wechsel des Betreibers. In Heldburg steht dagegen fest, dass der bisherige Markt ohne unmittelbaren Nachfolger schließt.

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