
Black-Sabbath-Mitgründer Tony Iommi hat seine Auszeichnung als Member of the Order of the British Empire auf Schloss Windsor entgegengenommen. Der 78-jährige Gitarrist erhielt den MBE am Mittwoch, 30. September 2026, bei einer Investitur von Anne, Princess Royal. Geehrt wird Iommi für seine Verdienste um die Musik und für sein wohltätiges Engagement. Die Ernennung selbst war bereits im Juni im Rahmen der King’s Birthday Honours 2026 bekanntgegeben worden.
Damit folgt die persönliche Übergabe mehrere Monate nach der Aufnahme in die Ehrungsliste. Die britische Regierung veröffentlichte die Birthday Honours List am 12. Juni 2026. In der offiziellen London Gazette vom 13. Juni wird Iommi unter seinem vollständigen Namen Dr. Anthony Frank Iommi als Musiker und Mitgründer von Black Sabbath geführt. Als Begründung nennt die Veröffentlichung ausdrücklich seine Verdienste um Musik und Wohltätigkeit.
Bei der Zeremonie auf Schloss Windsor überreichte Prinzessin Anne dem Musiker die Auszeichnung. Schloss Windsor gehört zu den regelmäßig genutzten Orten für Investituren der britischen Königsfamilie, bei denen Orden und Ehrenzeichen persönlich überreicht werden.
Iommi bezeichnete die Ehrung nach der Zeremonie gegenüber der Nachrichtenagentur PA als „very special to me“. Bereits nach Bekanntgabe der Ernennung hatte er auf seiner offiziellen Website erklärt: „What an unbelievable honour to receive an MBE.“ Dort verwies der Gitarrist sowohl auf sein Leben mit der Musik als auch auf die Möglichkeit, Geld für ihm wichtige wohltätige Zwecke zu sammeln.
Die amtliche Ehrung nennt diese beiden Bereiche ausdrücklich. Iommi engagierte sich unter anderem für medizinische und soziale Projekte. 2026 brachte eine von ihm unterstützte Gitarrenauktion nach Angaben aus seinem Umfeld 53.000 Pfund für eine neue Hämatologie- und Onkologieeinrichtung des Heartlands Hospital in Birmingham ein.
Iommis Karriere ist untrennbar mit Black Sabbath verbunden. Er kam 1968 in Birmingham mit Sänger Ozzy Osbourne, Bassist Terence „Geezer“ Butler und Schlagzeuger Bill Ward zusammen. Die Musiker traten zunächst unter anderem als Earth auf. Den Namen Black Sabbath übernahm die Gruppe 1969. Iommis offizielle Biografie datiert das Zusammenfinden der vier Musiker auf den Sommer 1968.
1970 erschienen innerhalb weniger Monate das Debüt „Black Sabbath“ und „Paranoid“. Es folgten unter anderem „Master of Reality“ von 1971, „Vol. 4“ von 1972 und „Sabbath Bloody Sabbath“ von 1973. Die Originalbesetzung veröffentlichte zwischen 1970 und 1978 acht Studioalben. Nach Ozzy Osbournes Ausstieg setzte Iommi Black Sabbath mit wechselnden Besetzungen fort. Zu den bedeutenden späteren Veröffentlichungen zählt „Heaven and Hell“ von 1980 mit Ronnie James Dio als Sänger.
Iommi blieb während der zahlreichen Besetzungswechsel die personelle Konstante der Band. 2013 erschien mit „13“ noch einmal ein Studioalbum mit Osbourne, Iommi und Butler. Das Album erreichte sowohl in Großbritannien als auch in den USA Platz eins.
Black Sabbath wurde 2006 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Als Mitglieder der ausgezeichneten Besetzung führt die Institution Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward.
Bei den Grammy Awards kommt es darauf an, ob die Band oder Iommis persönliche Bilanz betrachtet wird. Black Sabbath gewann nach Angaben der Recording Academy zwei Grammys, 2000 für „Iron Man“ und 2014 für „God Is Dead?“. Iommis persönliche Grammy-Bilanz umfasst drei Siege und sieben Nominierungen, weil zusätzlich seine Zusammenarbeit mit Ozzy Osbourne bei „Degradation Rules“ 2023 ausgezeichnet wurde.
Einen besonderen Stellenwert bekam die Geschichte der Band am 5. Juli 2025. Beim Benefizkonzert „Back to the Beginning“ im Villa Park in Birmingham standen Osbourne, Iommi, Butler und Ward noch einmal gemeinsam auf der Bühne. Bereits bei der Ankündigung im Februar war das Konzert als letzter Auftritt von Black Sabbath und als Abschied Osbournes angekündigt worden. Es war zugleich der erste gemeinsame Auftritt der vier Gründungsmitglieder seit rund 20 Jahren.
Nur 17 Tage später, am 22. Juli 2025, starb Ozzy Osbourne im Alter von 76 Jahren. Seine Familie bestätigte damals seinen Tod. Iommi schrieb am selben Tag auf seiner Website, er, Butler und Ward hätten ihren „brother“ verloren.
Das Abschiedskonzert bekommt nun noch einmal eine internationale Veröffentlichung. Der Konzertfilm „Ozzy & Black Sabbath: Back to the Beginning“ soll ab dem 28. Oktober 2026 weltweit für begrenzte Zeit in die Kinos kommen. Er dokumentiert Osbournes letzten Auftritt und die letzte gemeinsame Show der ursprünglichen Black-Sabbath-Besetzung.
Auch musikalisch arbeitet Iommi weiter. Für den 23. Oktober 2026 ist sein neues Album „From the Dark“ bei BMG angekündigt. Es umfasst in der regulären Ausgabe acht Stücke. Sänger Jørn Lande ist auf dem gesamten Album beteiligt und teilt sich laut Iommis offizieller Ankündigung die Songwriting-Credits. Zur Besetzung gehören außerdem Bassistin Becky Baldwin und Schlagzeuger Karl Brazil. Produziert wurde das Album von Iommi und seinem langjährigen Weggefährten Mike Exeter.
Als erste Single erschien „World Alone“. Am 30. September, damit am selben Tag wie die Investitur in Windsor, folgte „Stormwatcher“ als weiterer Vorbote des Albums. BMG kündigte die Single zusammen mit einem animierten Musikvideo an.
Mehr als fünf Jahrzehnte nach den ersten Aufnahmen von Black Sabbath fällt die königliche Auszeichnung damit in eine Phase, in der sich für Iommi Rückblick und neue Musik unmittelbar überschneiden. Der Abschied von Black Sabbath ist abgeschlossen, zugleich erscheint wenige Wochen nach der Verleihung des MBE sein nächstes eigenes Studioalbum.






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