Uber baut Tausende Jobs ab und verspricht günstigere Angebote

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Symbolbild: Evan Wise

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Der Fahrdienstvermittler Uber baut weltweit rund 3.300 Stellen ab. Das entspricht etwa zehn Prozent der Beschäftigten des Unternehmens. Die Neuorganisation soll Managementebenen reduzieren und Entscheidungswege verkürzen. Einen Teil der dadurch entstehenden Einsparungen will Uber nach Angaben von Vorstandschef Dara Khosrowshahi an anderer Stelle wieder investieren. Dazu gehören ausdrücklich niedrigere Preise für Kunden, eine größere Auswahl und weitere Wachstumsprogramme. Einen konkreten Zeitplan oder bestimmte Länder für Preissenkungen nannte der Konzern bislang nicht.

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Uber reduziert Belegschaft um rund zehn Prozent

Uber hatte den Stellenabbau bereits am 2. September angekündigt. Nach Unternehmensangaben wird die Belegschaft um etwa zehn Prozent verkleinert. Ende 2025 beschäftigte Uber weltweit rund 34.000 Menschen, sodass die Kürzungen ungefähr 3.300 Stellen betreffen. Fahrerinnen und Fahrer sowie Kuriere, die über die Plattform Aufträge erhalten, gehören nicht zu dieser Beschäftigtenzahl.

Khosrowshahi begründete die Neuorganisation mit Strukturen, die während des starken Wachstums des Unternehmens zunehmend komplex geworden seien. Uber will unter anderem Führungsebenen abbauen, Teams zusammenlegen und die Zahl sehr kleiner Organisationseinheiten deutlich reduzieren. Beschäftigte in Ländern, in denen arbeitsrechtlich besondere Verfahren vorgeschrieben sind, sollen nach den jeweiligen lokalen Regeln einbezogen werden.

Nach Angaben des Unternehmens soll die Zahl der Beschäftigten, die organisatorisch mindestens sieben Ebenen unterhalb des Vorstandschefs angesiedelt sind, um rund 20 Prozent sinken. Zudem will Uber die Zahl kleiner Teams mit nur wenigen direkt zugeordneten Mitarbeitern nahezu halbieren. Vollständig remote ausgeübte Stellen sollen künftig nur noch einen sehr kleinen Anteil der Belegschaft ausmachen.

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Einsparungen sollen auch niedrigere Preise ermöglichen

Bei der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference am 10. September präzisierte Khosrowshahi, was Uber mit den eingesparten Mitteln plant. Das Unternehmen wolle die Einsparungen wieder in sein Geschäft investieren. Genannt wurden niedrigere Preise, eine größere Auswahl für Kunden und Investitionen in Wachstumsbereiche. Damit verbindet Uber den Personalabbau ausdrücklich mit seiner Strategie, das Angebot für Nutzer attraktiver zu machen.

Eine allgemeine Senkung der Fahrpreise ist damit allerdings nicht angekündigt. Uber arbeitet mit dynamischen Preisen, die unter anderem von Nachfrage, verfügbarem Angebot, Region und Produkt abhängen. Khosrowshahi nannte weder bestimmte Märkte noch einen Termin oder einen festen Umfang für günstigere Fahrten.

Zusätzlich sieht Uber nach Aussagen des Vorstandschefs Spielraum durch sinkende beziehungsweise günstigere Versicherungskosten in Teilen des US-Geschäfts. Solche Kostenvorteile wolle der Konzern ebenfalls nutzen, um Preise zu reduzieren und dadurch zusätzliche Nachfrage zu erzeugen. Für andere Länder machte Uber bei der Veranstaltung keine vergleichbar konkrete Preiszusage.

Stellenabbau trotz wachsendem Geschäft

Der Personalabbau erfolgt nicht in einer akuten wirtschaftlichen Krise des Konzerns. Im zweiten Quartal 2026 lag der Umsatz bei 14,2 Milliarden Dollar und damit zwölf Prozent höher als ein Jahr zuvor. Die Zahl der vermittelten Fahrten und Lieferungen stieg um 18 Prozent auf 3,9 Milliarden. Die Bruttobuchungen lagen bei 58 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis nach US-Rechnungslegung lag bei 1,9 Milliarden Dollar.

Uber begründet den Umbau deshalb vor allem mit organisatorischer Effizienz. Khosrowshahi erklärte auf der Investorenkonferenz, solche Schritte sollten nach seiner Auffassung möglichst aus einer Position wirtschaftlicher Stärke erfolgen. Neben klassischen Effizienzmaßnahmen verwies er auch auf Produktivitätsgewinne durch Künstliche Intelligenz und andere Technologien.

Die Uber Stellenstreichungen sind die umfangreichsten seit der Corona-Pandemie. Im Mai 2020 hatte das Unternehmen angesichts des damaligen Einbruchs bei Fahrten rund 6.700 Arbeitsplätze gestrichen. Die heutige Ausgangslage unterscheidet sich deutlich: Uber wächst und erzielt Gewinne, richtet seine Organisation aber auf neue Geschäftsfelder und einen zunehmend technologiegetriebenen Wettbewerb aus.

Robotaxis werden für Uber strategisch wichtiger

Eine zentrale Rolle spielt dabei autonomes Fahren. Uber arbeitet mit mehreren Entwicklern selbstfahrender Fahrzeuge zusammen und will nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren mehr als zehn Milliarden Dollar in den Robotaxi-Bereich investieren. Ziel ist es, die eigene Plattform auch dann als Vermittler zu etablieren, wenn ein wachsender Teil der Fahrten nicht mehr von menschlichen Fahrerinnen und Fahrern übernommen wird.

Im Februar gründete der Konzern dafür den Geschäftsbereich Uber Autonomous Solutions. Die Sparte soll Herstellern und Entwicklern helfen, autonome Fahrzeuge über Ubers Plattform kommerziell einzusetzen. Das Unternehmen sieht autonome Mobilität zugleich als Möglichkeit, langfristig zusätzliche Fahrzeugkapazitäten bereitzustellen und dadurch die Verfügbarkeit zu erhöhen sowie Kosten zu reduzieren.

Der aktuelle Stellenabbau ist damit Teil eines größeren Umbaus. Uber will mit weniger Hierarchie arbeiten, gleichzeitig aber weiter in Wachstum, neue Mobilitätsangebote und autonome Fahrzeuge investieren. Für Kunden könnte das auch günstigere Angebote bedeuten. Wie stark die angekündigten Einsparungen tatsächlich auf Fahrpreise durchschlagen und in welchen Märkten dies geschieht, hat das Unternehmen bislang nicht konkretisiert.

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