Uber greift nach Delivery Hero und baut Liefergeschäft aus

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Uber hat die geplante Übernahme von Delivery Hero offiziell angekündigt. Der US-Konzern bietet den Aktionären des Berliner Lieferdienstes 41,50 Euro in bar für jede Aktie. Daraus ergibt sich ein vollständig verwässerter Unternehmenswert von rund 13 Milliarden Euro. Abgeschlossen ist der Kauf allerdings noch nicht. Die Transaktion benötigt die Zustimmung der Aktionäre sowie zahlreiche behördliche Genehmigungen und soll frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 vollzogen werden.

Uber bietet 41,50 Euro je Delivery-Hero-Aktie

Uber und Delivery Hero haben am Donnerstag, 16. Juli 2026, eine Vereinbarung über den geplanten Zusammenschluss unterzeichnet. Das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot richtet sich an sämtliche Aktionäre. Der Angebotspreis von 41,50 Euro liegt nach Angaben der Unternehmen rund 34 Prozent über dem volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate vor der Bekanntgabe.

Verglichen mit dem Schlusskurs vom Mittwoch in Höhe von 38,18 Euro beträgt der unmittelbare Aufschlag rund 8,7 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero unterstützen die Transaktion grundsätzlich. Eine endgültige Empfehlung soll jedoch erst nach Prüfung des noch ausstehenden Angebotsdokuments veröffentlicht werden.

Uber hat sich bereits mehr als 50 Prozent gesichert

Das Übernahmeangebot ist an eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent des Aktienkapitals plus einer weiteren Aktie gebunden. Dabei werden auch die bereits von Uber gehaltenen Anteile berücksichtigt. Über eine Tochtergesellschaft besitzt der Konzern derzeit knapp 25 Prozent der Delivery-Hero-Aktien. Hinzu kommen Finanzinstrumente, die sich auf weitere knapp zwölf Prozent beziehen.

Der Großaktionär Prosus hat sich nach offiziellen Angaben unwiderruflich verpflichtet, seine Beteiligung von rund 16,7 Prozent in das Angebot einzubringen. Unter Einbeziehung der Aktien, Finanzinstrumente und zugesagten Prosus-Anteile würde Uber damit auf ein wirtschaftliches Interesse von mehr als 53 Prozent kommen.

Delivery Hero verkauft Geschäfte in 14 Ländern

Ein wichtiger Bestandteil der Vereinbarung ist der Verkauf mehrerer Landesgesellschaften an die US-Investmentfirma SSW Partners. Betroffen sind Geschäfte in Österreich, Chile, Zypern, Tschechien, Ecuador, Griechenland, Moldau, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden und der Türkei. Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei rund 1,4 Milliarden Euro.

In diesen Märkten überschneiden sich die Aktivitäten von Uber Eats und Delivery Hero teilweise besonders stark. Die Abspaltung dürfte deshalb auch dazu dienen, mögliche wettbewerbsrechtliche Einwände zu verringern. Die Verkäufe stehen ebenso wie die Übernahme selbst unter dem Vorbehalt behördlicher Freigaben.

Konzern will Präsenz in rund 100 Ländern erreichen

Bei Delivery Hero verbleiben nach dem geplanten Vollzug rund 50 Ländermärkte. Darunter sind zahlreiche Aktivitäten der Marken Glovo und PedidosYa. Zusammen wären Uber und Delivery Hero nach Unternehmensangaben in 99 Ländern vertreten. Das gemeinsame, auf das Jahr 2025 bezogene Bruttowarenvolumen hätte pro forma rund 236 Milliarden US-Dollar erreicht. Allein die von Uber zu übernehmenden Delivery-Hero-Geschäfte kamen demnach auf ein Bruttowarenvolumen von rund 42 Milliarden Dollar.

Aktie steigt nach dem offiziellen Übernahmeangebot

Die Aktie von Delivery Hero reagierte positiv auf die Bestätigung. Im vorbörslichen Frankfurter Handel legte das Papier laut Reuters zeitweise rund 5,7 Prozent zu. Der Kurs blieb damit zunächst noch unter den angebotenen 41,50 Euro.

Ein solcher Abstand ist bei angekündigten Übernahmen üblich. Anleger berücksichtigen dabei die lange Zeit bis zum geplanten Abschluss sowie das Risiko, dass Aktionärsquoten, Wettbewerbsprüfungen oder andere regulatorische Bedingungen nicht erfüllt werden. Auch die Aktie von Uber könnte auf die hohen Finanzierungskosten und die mit der Integration verbundenen Risiken reagieren. Der US-Handel beginnt allerdings erst am Nachmittag deutscher Zeit.

Abschluss der Übernahme erst 2027 erwartet

Uber hat sich verpflichtet, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin mindestens bis 2029 zu erhalten und dort zunächst keine Stellen abzubauen. Zudem will der Konzern nach eigenen Angaben bis 2031 rund zwei Milliarden Euro in Deutschland investieren. Dabei sollen unter anderem das Deutschlandgeschäft, Arbeitsplätze und Kooperationen im Bereich autonomes Fahren ausgebaut werden.

Bis zum Abschluss bleiben beide Unternehmen rechtlich und operativ unabhängig. Als Zeitfenster für den Vollzug nennen die Beteiligten die zweite Jahreshälfte 2027. Von einem bereits abgeschlossenen Kauf kann deshalb noch nicht gesprochen werden. Offiziell bestätigt sind bislang die Übernahmevereinbarung, das Barangebot und die geplante Aufteilung der Geschäfte.

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