Fehler im UN-Video begleiten Deutschlands neue Kandidatur

Kuba Embargo Trump Demo Havanna 2026
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Ein offizielles Video des Auswärtigen Amts zur deutschen Kandidatur für den UN-Menschenrechtsrat ist wegen auffälliger Fehler in den verwendeten Bildern in die Kritik geraten. In dem rund dreieinhalb Minuten langen Film erscheinen unter anderem Darstellungen des Logos der Vereinten Nationen und Karten nicht originalgetreu. Der Clip ist Teil der Kommunikation für Deutschlands Bewerbung um einen Sitz im Menschenrechtsrat für die Jahre 2027 bis 2029.

Anzeige

Das KI-Video des Auswärtigen Amts steht damit wenige Tage nach dem offiziellen Start der Bewerbung im Fokus. Das Ministerium veröffentlichte seine Kandidatur am 21. August und verlinkt auf seiner Internetseite direkt auf den Erklärfilm mit dem Titel Der UN-Menschenrechtsrat: 20 Jahre für Menschenrechte weltweit. Darin wird die Arbeit des Gremiums erläutert und Deutschlands Rolle innerhalb des UN-Menschenrechtssystems dargestellt.

UN-Logo und Karten nicht originalgetreu dargestellt

In den verwendeten Illustrationen sind nach der Veröffentlichung mehrere Ungenauigkeiten aufgefallen. Dazu gehören verfremdete Darstellungen des UN-Logos sowie nicht präzise wiedergegebene Landkarten. Öffentlich thematisiert wurden die Fehler am Mittwoch, 26. August.

Nicht vollständig geklärt ist dagegen, wie groß der Anteil künstlich erzeugter Inhalte in genau diesem Film ist. Ein aktueller Bericht bezeichnet den Clip als KI-generiert. Auf der offiziellen Kandidaturseite des Auswärtigen Amts wird das Video selbst jedoch nicht ausdrücklich mit diesem Hinweis versehen. Eine unabhängige Bestätigung dafür, dass sämtliche Illustrationen des Films mit generativer künstlicher Intelligenz erstellt wurden, lag zunächst nicht vor.

Anzeige

Dass das Ministerium generative KI für seine Öffentlichkeitsarbeit nutzt, ist dagegen bestätigt. Auf der offiziellen Übersichtsseite der YouTube-Reihe Einfach Außenpolitik kennzeichnet das Auswärtige Amt sowohl das Logo des Formats als auch Bilder zu mehreren Videos ausdrücklich als KI-generiert. Bereits im Juni hatte das Ministerium zudem in der Bundespressekonferenz erläutert, dass bei einzelnen Social-Media-Videos künstlich erzeugte Sequenzen verwendet und entsprechend gekennzeichnet worden seien.

Auswärtiges Amt hat eigene KI-Leitlinien beschlossen

Die Debatte fällt in eine Phase, in der sich das Auswärtige Amt selbst Regeln für den Umgang mit künstlicher Intelligenz gegeben hat. Im Juni stellte das Ministerium eine KI-Charta mit acht Leitprinzipien vor. Dabei betont es unter anderem die Qualität von Daten und KI-Systemen sowie die Bedeutung menschlicher Kontrolle. Der Mensch solle beim Einsatz solcher Systeme im Mittelpunkt stehen.

Das Ministerium nutzt künstliche Intelligenz damit bewusst als Werkzeug seiner Außenkommunikation. Zugleich beschäftigt sich die deutsche Außenpolitik mit möglichen Risiken der Technologie. Auf seiner eigenen Internetseite weist das Auswärtige Amt etwa darauf hin, dass KI bestehende Diskriminierungen verstärken könne und Entscheidungen mit erheblichen Auswirkungen nicht allein automatisierten Systemen überlassen werden dürften.

Eine offizielle Stellungnahme des Auswärtigen Amts speziell zu den nun beanstandeten Darstellungen im Menschenrechtsratsvideo war zunächst nicht veröffentlicht.

Deutschland will von 2027 bis 2029 zurück in den Menschenrechtsrat

Politisch ist der Clip Teil einer größeren diplomatischen Bewerbung. Deutschland strebt einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat für die Amtszeit von 2027 bis 2029 an. Nach Angaben des Auswärtigen Amts war die Bundesrepublik seit der Gründung des Rates vor 20 Jahren bereits fünfmal stimmberechtigtes Mitglied. Die jüngste Mitgliedschaft endete Ende 2025.

Der Menschenrechtsrat mit Sitz in Genf hat 47 Mitglieder. Sie werden von der UN-Generalversammlung in geheimer Abstimmung gewählt und gehören dem Gremium jeweils drei Jahre lang an. Die Sitze werden nach Regionalgruppen verteilt. Auf die Gruppe der westeuropäischen und anderen Staaten entfallen sieben Mandate. Staaten dürfen höchstens zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Amtszeiten absolvieren.

Deutschland nennt für eine mögliche neue Mitgliedschaft mehrere Schwerpunkte. Dazu gehören der Schutz von Menschenrechtsverteidigern, Meinungs- und Pressefreiheit, Religions- und Weltanschauungsfreiheit sowie Maßnahmen gegen transnationale Repression. Zudem will die Bundesregierung Reformen unterstützen, die den Menschenrechtsrat nach eigener Darstellung wirksamer und handlungsfähiger machen sollen.

Sicherheitsratswahl endete mit Niederlage für Deutschland

Die neue Kandidatur folgt nur wenige Monate auf eine außenpolitisch bedeutende Wahlniederlage in New York. Am 3. Juni scheiterte Deutschland bei der Wahl der nichtständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats. Die beiden Sitze der westeuropäischen und anderen Staaten gingen an Österreich und Portugal. Deutschland erhielt 104 Stimmen.

Die Bundesregierung bezeichnete das Ergebnis anschließend als enttäuschend und kündigte an, es aufzuarbeiten. Das Auswärtige Amt verwies zugleich darauf, dass die geheime Abstimmung keine eindeutigen Rückschlüsse darauf zulasse, welche zugesagten Stimmen Deutschland tatsächlich erhalten habe.

Der Menschenrechtsrat besitzt deutlich andere Aufgaben und Kompetenzen als der Sicherheitsrat. Während der Sicherheitsrat über Fragen des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit entscheidet und verbindliche Maßnahmen beschließen kann, befasst sich der Menschenrechtsrat vor allem mit Menschenrechtslagen, Staatenüberprüfungen, Resolutionen sowie Mandaten für Sonderberichterstatter und Untersuchungsgremien. Deutschlands Bewerbung ist deshalb keine Ersatzwahl für den verlorenen Sicherheitsratssitz, sondern eine eigenständige Kandidatur in einem anderen UN-Gremium.

Die fehlerhaften Bilder im offiziellen Erklärvideo ändern an diesem Verfahren nichts. Für die Bundesregierung kommt die Kritik jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem sie international erneut um Unterstützung für eine deutsche Kandidatur bei den Vereinten Nationen wirbt.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu