
Ein schwerer Unfall auf der A9 bei Münchberg hat am frühen Montagmorgen drei Menschen verletzt. Ein mit drei Personen besetzter Mercedes Vito geriet gegen 4 Uhr in Fahrtrichtung Berlin außer Kontrolle, prallte gegen die Begrenzungen der Autobahn und kippte schließlich auf die Fahrerseite. Die 54 Jahre alte Fahrerin musste von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden. Auch ihre beiden 21 und 26 Jahre alten Mitfahrer wurden verletzt. Die Autobahn war während der Rettungsarbeiten zeitweise vollständig gesperrt.
Nach Angaben der Polizei kam die 54-Jährige zunächst nach links von der Fahrbahn ab und streifte dort die Betonleitwand. Anschließend bewegte sich der Mercedes Vito unkontrolliert über die Fahrbahn nach rechts und kollidierte dort erneut mit einer Leiteinrichtung. Das Fahrzeug kippte schließlich auf die Fahrerseite und blieb auf der Autobahn liegen.
Ein weiteres Fahrzeug war nach den bisherigen Erkenntnissen nicht an dem Unfall beteiligt. Wie es dazu kam, dass die Fahrerin die Kontrolle über den Wagen verlor, war zunächst nicht geklärt. Der Unfall ereignete sich im Bereich von Münchberg im oberfränkischen Landkreis Hof.
Die 54-Jährige konnte das Fahrzeug nach dem Unfall nicht selbst verlassen. Einsatzkräfte der Feuerwehr verschafften sich Zugang zum Inneren des Vito und befreiten die Fahrerin mit technischem Gerät. Anschließend wurde sie zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Auch die beiden anderen Insassen im Alter von 21 und 26 Jahren wurden medizinisch versorgt und in Kliniken gebracht. Nach den bislang vorliegenden Angaben erlitten die drei Menschen teils schwere Verletzungen. Genauere Angaben zu ihrem Gesundheitszustand lagen zunächst nicht vor. Die Feuerwehr aus Münchberg und Helmbrechts, mehrere Rettungswagen und Polizeikräfte waren an der Unfallstelle im Einsatz.
Noch bevor Feuerwehr und Rettungsdienst die Unfallstelle erreichten, hielten mehrere Verkehrsteilnehmer an und kümmerten sich um die Insassen des verunglückten Fahrzeugs. Polizei und Feuerwehr würdigten das schnelle Eingreifen der Ersthelfer.
Bei schweren Unfällen auf Autobahnen sind die ersten Minuten besonders wichtig, da Einsatzkräfte aufgrund der Entfernung zur nächsten Anschlussstelle und des sich bildenden Rückstaus nicht immer unmittelbar vor Ort sein können. Zugleich müssen Helfer darauf achten, sich selbst nicht durch den nachfolgenden Verkehr zu gefährden. Bei dem Unfall bei Münchberg waren die ersten Helfer bereits am Fahrzeug, bevor die professionellen Rettungskräfte eintrafen.
Während die Ersthelfer schnell reagierten, bereitete die Anfahrt zur Unfallstelle offenbar Schwierigkeiten. Nach Angaben der Feuerwehr war die Rettungsgasse teilweise nur unzureichend gebildet worden. Vor allem größere Feuerwehrfahrzeuge kamen dadurch nur erschwert voran.
Eine Rettungsgasse muss bei stockendem Verkehr beziehungsweise bei einem Stau gebildet werden, nicht erst dann, wenn sich Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht nähern. Bei Autobahnen mit mehreren Fahrstreifen entsteht sie zwischen dem äußersten linken Fahrstreifen und den rechts danebenliegenden Spuren. Gerade bei schweren Unfällen kann eine blockierte Rettungsgasse die Anfahrt von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei erheblich erschweren.
Für die Versorgung der Verletzten, die Bergung des Mercedes und die Reinigung der Fahrbahn musste die A9 in Fahrtrichtung Berlin zeitweise vollständig gesperrt werden. Der Verkehr wurde im Bereich Münchberg abgeleitet. Nach Abschluss der Arbeiten konnte die Autobahn am Morgen wieder freigegeben werden. Gegen 7.40 Uhr lief der Verkehr nach regionalen Angaben wieder ohne größere Behinderungen.
Die A9 gehört zu den wichtigsten Nord Süd Verbindungen Deutschlands. Sie verbindet unter anderem den Großraum München und Nürnberg über Oberfranken mit Thüringen, Sachsen und dem Raum Berlin. Eine Vollsperrung in Oberfranken kann deshalb auch den überregionalen Verkehr betreffen.
Die Ermittlungen zum genauen Ablauf und zur Ursache des Unfalls dauern an. Bei der 54-jährigen Fahrerin ordnete die Polizei eine Blutentnahme an. Welche konkrete Fragestellung damit geklärt werden soll, wurde zunächst nicht näher erläutert. Eine gesicherte Ursache für den Unfall war am Montagmittag nicht bekannt.
Der Sachschaden wird nach Polizeiangaben auf mindestens 20.000 Euro geschätzt. Neben dem Mercedes wurden bei dem Unfall auch Einrichtungen an der Autobahn beschädigt. Hinweise darauf, dass weitere Fahrzeuge unmittelbar an dem Unfall beteiligt waren, gab es zunächst nicht.
Damit konzentrieren sich die weiteren Ermittlungen auf die Frage, weshalb der Mercedes zunächst nach links von der Fahrbahn geriet und anschließend über die Autobahn nach rechts gelenkt wurde. Bis diese Untersuchungen abgeschlossen sind, bleibt die Ursache offen.
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