Union Berlin setzt auf Marvin Friedrich und wartet im Angriff weiter auf Andrej Ilić

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Der 1. FC Union Berlin hat nach dem deutlichen Pokalaus gegen den 1. FC Köln mehrere personelle Veränderungen vorgenommen. Beim 1:1 am Sonntag, 1. November 2026, feierte Innenverteidiger Marvin Friedrich sein Pflichtspiel-Comeback für die Berliner. Dagegen musste Trainer Mauro Lustrinelli weiterhin auf Angreifer Andrej Ilić verzichten. Der serbische Stürmer ist zwar ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, stand gegen Köln aber noch nicht zur Verfügung. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Rolle Nachwuchsspieler Mekhi Gray in den kommenden Wochen übernehmen kann.

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Fünf Tage nach der 0:5-Niederlage in der zweiten Runde des DFB-Pokals veränderte Lustrinelli seine Startformation auf fünf Positionen. Die Berliner zeigten sich defensiv stabiler, konnten ihre frühe Führung durch Janik Haberer jedoch nicht über die Zeit bringen. Der späte Ausgleich durch Malek El Mala machte erneut deutlich, dass Union Schwierigkeiten hat, sich über längere Spielphasen offensiv zu entlasten.

Andrej Ilić steht nach langer Pause wieder im Mannschaftstraining

Eine zentrale Personalfrage betrifft Andrej Ilić. Der 26-jährige Mittelstürmer hat in der laufenden Bundesligasaison 2026/27 noch kein Pflichtspiel bestritten. Seit der Sommervorbereitung fehlt der Serbe aufgrund gesundheitlicher Probleme. Nach Angaben der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers musste er sich unter anderem einer Blinddarmoperation unterziehen.

Ende Oktober absolvierte Ilić wieder Trainingseinheiten mit seinen Mannschaftskollegen. Bilder vom Mannschaftstraining zeigen den Angreifer gemeinsam mit weiteren Union-Profis auf dem Platz. Für das Heimspiel gegen Köln reichte seine Rückkehr allerdings noch nicht. Der Verein hatte bereits am 31. Oktober bestätigt, dass Ilić weiterhin ausfällt. Ein konkreter Termin für seinen nächsten Pflichtspieleinsatz wurde nicht genannt.

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Der Ausfall wiegt insbesondere wegen der sportlichen Bilanz des Stürmers schwer. In der vergangenen Bundesligasaison erzielte Ilić fünf Treffer. Nach Vereinsangaben bereitete er außerdem elf Tore vor und gewann 165 Kopfballduelle. Damit war er in dieser Statistik der erfolgreichste Spieler der Bundesliga.

Gerade diese Eigenschaften fehlen den Berlinern gegenwärtig im Angriff. Ilić kann hohe Zuspiele verarbeiten, Bälle behaupten und nachrückende Mitspieler in aussichtsreiche Positionen bringen. Solche Möglichkeiten sind besonders dann wichtig, wenn Union unter gegnerischem Druck Schwierigkeiten hat, Angriffe kontrolliert aufzubauen.

Mauro Lustrinelli sieht körperliche Präsenz als wichtigen Faktor

Trainer Mauro Lustrinelli hatte die Bedeutung körperlich starker Angreifer bereits vor dem Köln-Spiel angesprochen. Gegenüber der B.Z. erklärte der Schweizer: „Um unser Spiel zu spielen, brauchen wir körperliche Stürmer.“

Neben Ilić bietet auch Oliver Burke entsprechende Voraussetzungen. Emmanuel Latte Lath und Tim Skarke verfügen dagegen über andere Stärken im Angriff. Die unterschiedlichen Spielerprofile beeinflussen, wie Union gegen kompakte Gegner oder bei frühem Pressing Lösungen finden kann.

Die Rückkehr von Ilić würde Lustrinelli deshalb zusätzliche Möglichkeiten bei der Besetzung des Sturmzentrums eröffnen. Allerdings ist noch offen, wann der Serbe nach seiner mehrmonatigen Pause wieder über die notwendige körperliche Belastbarkeit für einen Bundesligaeinsatz verfügt. Eine verbindliche Einschätzung zu seiner Rückkehr gab es zunächst nicht.

Marvin Friedrich spielt erstmals seit Januar 2022 wieder für Union

Während Ilić weiter fehlte, kehrte Marvin Friedrich gegen Köln auf den Platz zurück. Der 30-jährige Innenverteidiger stand erstmals seit seinem Wechsel zurück nach Berlin wieder in einem Pflichtspiel für Union auf dem Rasen. Der Vereins-Liveticker bezifferte die Zeit seit seinem vorherigen Einsatz auf 1759 Tage.

Sein bis dahin letztes Bundesligaspiel für die Köpenicker hatte Friedrich am 8. Januar 2022 beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen absolviert. Drei Tage später gab Union seinen Wechsel zu Borussia Mönchengladbach bekannt. Im Juni 2026 verpflichteten die Berliner den Abwehrspieler erneut.

Friedrich hatte zwischen 2018 und 2022 bereits zu den prägenden Spielern der Berliner gehört. In seiner ersten Zeit bei Union absolvierte er insgesamt 141 Pflichtspiele und erzielte neun Treffer. Zu den wichtigsten Momenten gehörte sein Kopfballtor im Relegationshinspiel gegen den VfB Stuttgart 2019. Der Treffer trug dazu bei, dass Union später erstmals in die Bundesliga aufstieg.

Bei seiner erneuten Verpflichtung im Juni erklärte Friedrich: „Die Rückkehr zu Union fühlt sich für mich wie ein Nachhausekommen an.“ Geschäftsführer Profifußball Horst Heldt hob damals besonders die Erfahrung und Führungsqualitäten des Verteidigers hervor. Konkrete Angaben zur Vertragslaufzeit machte der Verein in seiner Transfermitteilung nicht.

Gegen Köln ersetzte Friedrich Leopold Querfeld in der Innenverteidigung und spielte neben Zeno Van den Bosch. Trotz des späten Ausgleichs sah der Rückkehrer Fortschritte in der Defensivarbeit. Nach der Begegnung erklärte er im Gespräch mit dem rbb, Union habe in der zweiten Halbzeit keine ausreichende Entlastung mehr gehabt und deshalb zunehmend tief verteidigt.

Damit benannte Friedrich zugleich eines der Probleme, an denen die Berliner unabhängig von der Aufstellung in der Defensive arbeiten müssen.

Nachwuchsstürmer Mekhi Gray sammelt erste Erfahrungen im Profifußball

Auch Mekhi Gray gehört inzwischen zu den personellen Alternativen von Trainer Lustrinelli. Der 19-Jährige stammt aus dem Nachwuchsleistungszentrum des Vereins und spielt seit 2020 für Union Berlin. Im Dezember 2025 erhielt er seinen ersten Lizenzspielervertrag, der im Juni 2026 langfristig verlängert wurde.

Gray ist 1,97 Meter groß und wird hauptsächlich als Mittelstürmer eingesetzt. In der Saison 2026/27 sammelte er seine ersten drei Bundesligaeinsätze. Hinzu kam seine erste Berufung in die Startelf beim DFB-Pokalspiel am 27. Oktober in Köln.

Bei der Ligabegegnung am Sonntag saß er dagegen wieder auf der Ersatzbank und kam nicht zum Einsatz. Für ihn rückte Livan Burcu in die Anfangsformation.

Gray besitzt aufgrund seiner Größe ähnliche körperliche Voraussetzungen wie die etablierten Zielspieler im Angriff. Im Vergleich zu Ilić fehlt ihm allerdings noch die Erfahrung aus regelmäßigen Bundesligaspielen. Seine bisherigen Einsätze zeigen zugleich, dass Lustrinelli den Nachwuchsangreifer bereits als Alternative für den Profikader berücksichtigt.

Sportgeschäftsführer Horst Heldt hatte bei der Vertragsverlängerung im Juni betont, der Verein wolle Grays weitere Entwicklung eng begleiten. Die Integration des Stürmers in den Profibereich bleibt damit ein Bestandteil der längerfristigen Kaderplanung.

Fünf Veränderungen zeigen die Suche nach der richtigen Besetzung

Die Aufstellung gegen Köln verdeutlichte, wie stark Lustrinelli nach dem Pokalspiel reagierte. Neben Friedrich kehrten Frederik Rönnow, Derrick Köhn, Livan Burcu und Kastriot Imeri in die Startelf zurück. Matheo Raab, Leopold Querfeld, Tom Rothe, Wooyeong Jeong und Mekhi Gray mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Vor der Partie hatte Lustrinelli bei DAZN erklärt, dass er nach einem solchen Ergebnis seine Aufstellung überdenken müsse. Neben Erfahrung sei ihm auch Kreativität im Spiel zwischen den gegnerischen Mannschaftsteilen wichtig. Die Veränderungen betrafen damit nicht ausschließlich die Defensive, sondern auch die Besetzung der Offensive.

Gegen Köln konnte Union zwar früh in Führung gehen, entwickelte nach der Pause jedoch kaum noch eigene Torgefahr. Die Berliner fanden zunehmend seltener den Weg aus der eigenen Hälfte und konnten ihre Angreifer nur unzureichend einbinden. Der Ausgleich in der 79. Minute kostete Union schließlich zwei Punkte.

Nach acht Bundesligaspielen steht die Mannschaft mit sieben Punkten auf dem Relegationsplatz 16. Die Berliner sind damit zwar seit vier Ligaspielen ungeschlagen, benötigen für eine Verbesserung ihrer Tabellenposition jedoch weitere Siege.

Für die kommenden Wochen rücken deshalb sowohl Ilićs mögliche Rückkehr als auch die weitere Einbindung von Friedrich und Gray in den Mittelpunkt. Beim nächsten Bundesligaspiel am 8. November beim SC Freiburg erhält Lustrinelli die nächste Gelegenheit, seine personellen Möglichkeiten neu zu bewerten.

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