Staubwolke beim Start: Vietnam-Airlines-Dreamliner kehrt nach München zurück

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

Teilen:

Eine Boeing 787 von Vietnam Airlines in München ist am Samstag, 15. August 2026, nach einem ungewöhnlichen Start zum Flughafen zurückgekehrt. Flug VN34 sollte von München nach Hanoi fliegen. Nach Angaben des Flughafens hob die Maschine auf der südlichen Startbahn ungewöhnlich spät ab und erreichte dabei einen Bereich nahe dem Bahnende, der bei Starts normalerweise nicht genutzt wird. Dabei wurde eine große Staubwolke aufgewirbelt. Rund zwei Stunden später landete der Dreamliner wieder sicher in München. Verletzte wurden nach Angaben des Flughafens nicht gemeldet. Die Ursache des Vorfalls war am Samstagabend noch offen.

Anzeige

Flug VN34 sollte von München nach Hanoi fliegen

Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine Boeing 787-9 Dreamliner von Vietnam Airlines mit dem Kennzeichen VN-A867. Sie war als Flug VN34 auf dem Weg vom Flughafen München zum internationalen Flughafen Noi Bai in Hanoi. Der planmäßige Abflug war für 13.35 Uhr vorgesehen. Flugdaten weisen für Samstag einen tatsächlichen Abflug gegen 13.57 Uhr aus. Vietnam Airlines setzt auf ihren Verbindungen ab München Boeing 787 ein. Die Airline hatte ihre München-Verbindungen im Oktober 2024 aufgenommen.

Wie viele Menschen sich an Bord befanden, war bis Samstagabend nicht belastbar von einer offiziellen Stelle mitgeteilt worden. In einzelnen Luftfahrtkanälen kursierte die Zahl von 259 Insassen. Eine unabhängige behördliche oder unternehmenseigene Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor. Deshalb lässt sich diese Zahl derzeit nicht als gesichert angeben. Der Flughafen bestätigte dagegen, dass die Passagiere nach der Rückkehr mit Bussen vom Flugzeug abgeholt wurden und niemand verletzt worden sei.

Boeing hob erst ungewöhnlich weit hinten auf der Startbahn ab

Der entscheidende Vorfall ereignete sich beim Start auf der südlichen Bahn 26L. Die Start- und Landebahnen des Flughafens München sind rund vier Kilometer lang. Nach Angaben eines Flughafensprechers gegenüber dem Bayerischen Rundfunk hob die Boeing ungewöhnlich spät ab. Sie erreichte einen Abschnitt der Bahn, der bei normalen Starts nur sehr selten benötigt wird. In diesem Bereich entstand eine auffällige Staubwolke.

Anzeige

Videoaufnahmen des Starts zeigen die Maschine noch unmittelbar vor dem westlichen Ende der Piste am Boden beziehungsweise in der Rotationsphase. Mit Rotation wird beim Start der Moment bezeichnet, in dem die Flugzeugnase angehoben wird und anschließend das Hauptfahrwerk den Boden verlässt. Die Aufnahmen allein erlauben jedoch keine präzise Bestimmung des tatsächlichen Rotationspunktes oder der noch verfügbaren Bahnlänge.

Mehrere Luftfahrtfachmedien, darunter The Aviation Herald, berichten nach ersten Informationen von einem Überrollen des eigentlichen Bahnendes und von beschädigten Bahnleuchten. Diese Darstellung war am Samstagabend noch nicht in einer veröffentlichten Mitteilung des Flughafens oder einer deutschen Untersuchungsbehörde bestätigt. Offiziell bestätigt war zunächst, dass die Maschine ungewöhnlich weit bis an das Ende des nutzbaren Startbereichs gelangte und dort erheblich Staub aufwirbelte.

Berichte über Tailstrike sind noch nicht vollständig bestätigt

Auch die Frage, ob die Boeing beim Abheben mit dem Heck den Boden berührte, muss differenziert betrachtet werden. The Aviation Herald und weitere auf Luftfahrt spezialisierte Publikationen berichten von einem sogenannten Tailstrike. Dabei berührt der hintere Bereich des Flugzeugrumpfs während des Starts oder der Landung den Boden. Auf später veröffentlichten Aufnahmen wurden zudem Beschädigungen im unteren Heckbereich beschrieben.

Eine offizielle technische Schadensbilanz von Vietnam Airlines, Boeing oder einer deutschen Untersuchungsstelle lag am Samstagabend zunächst nicht vor. Deshalb lässt sich weder der genaue Umfang möglicher Schäden am Rumpf noch bestätigen, welche Bauteile tatsächlich betroffen sind.

Auch für Berichte über eine Bodenberührung des Fahrwerks außerhalb der befestigten Bahn beziehungsweise im Sicherheitsbereich gilt diese Einschränkung. Sichtbar und durch mehrere Aufnahmen dokumentiert ist die große Staubentwicklung am Bahnende. Ob und wie weit Teile des Flugzeugs den befestigten Bereich verlassen haben, muss technisch untersucht werden.

Maschine blieb rund zwei Stunden in der Luft

Nach dem Start setzte VN34 den geplanten Flug nach Hanoi nicht fort. Der Dreamliner blieb stattdessen im Großraum München und flog mehrere Schleifen über dem Gebiet rund um den Flughafen. Nach Angaben des Flughafens wurde in der Luft entschieden, nach München zurückzukehren. Flugdaten und der vom Bayerischen Rundfunk beschriebene Flugverlauf zeigen mehrere Warteschleifen vor der Landung.

Luftfahrtberichte nennen eine maximale Flughöhe von ungefähr 9.000 bis 10.000 Fuß und berichten, dass vor der Landung Treibstoff reduziert worden sei. Ob dabei tatsächlich Treibstoff abgelassen oder ein Teil lediglich während des Fluges verbraucht wurde, war offiziell zunächst nicht bestätigt. Auch Berichte über eine Reifendruckanzeige im Cockpit stammen bislang aus spezialisierten Luftfahrtquellen und nicht aus einer veröffentlichten Stellungnahme des Flughafens oder der Fluggesellschaft.

Gegen 15.57 Uhr, etwa zwei Stunden nach dem Start, setzte die Boeing wieder in München auf. Damit blieb sie erheblich kürzer in der Luft als bei einem regulären Flug nach Hanoi, der normalerweise mehr als zehn Stunden dauert.

Sichere Landung, danach blieb die Boeing auf der Bahn stehen

Die Rückkehr selbst verlief nach Angaben des Flughafens sicher. Die Boeing landete auf der nördlichen Start- und Landebahn. Anschließend konnte das Flugzeug diese Bahn allerdings nicht regulär verlassen. Die Maschine blieb dort stehen und blockierte den Flugbetrieb auf dieser Piste. Spezialisten begannen mit den Arbeiten zur Bergung beziehungsweise zum Abtransport des Flugzeugs.

Auf Videoaufnahmen der Landung und in Berichten von Luftfahrtmedien sind Schäden an mehreren Reifen beschrieben worden. Teilweise waren demnach Reifenteile abgelöst oder Reifen stark beschädigt. Der Flughafen bestätigte gegenüber dem BR zumindest, dass auf Videos abgelöste Reifenteile zu erkennen seien. Eine abschließende technische Bestandsaufnahme des Fahrwerks lag zunächst nicht vor.

Die Passagiere verließen das Flugzeug nach der Landung und wurden mit Bussen vom Standort der Maschine abgeholt. Verletzungen wurden nicht gemeldet. Hinweise auf eine Evakuierung über Notrutschen gab es nicht.

Nordbahn gesperrt, Flugbetrieb über südliche Bahn fortgesetzt

Die nördliche Start- und Landebahn war nach der Rückkehr von VN34 zunächst gesperrt, weil die Boeing darauf stand. Der Flughafen wickelte Starts und Landungen vorübergehend ausschließlich über die südliche Bahn ab. Nach Angaben des Flughafens blieben die daraus resultierenden Verspätungen zunächst begrenzt.

Für die südliche Bahn, auf der der ungewöhnliche Start stattgefunden hatte, gab es am frühen Samstagabend keine bestätigte längerfristige Sperrung. The Aviation Herald berichtete allerdings unter Berufung auf vorläufige Informationen von beschädigten Leuchten am Ende der Startbahn. Eine offizielle Schadensbilanz für die Flughafeninfrastruktur lag zunächst nicht vor.

Damit muss zwischen zwei unterschiedlichen Vorgängen unterschieden werden: Die südliche Bahn war Schauplatz des auffälligen Starts. Die nördliche Bahn fiel später aus, weil das zurückgekehrte Flugzeug dort nach der Landung nicht mehr abrollen konnte.

Vietnam Airlines äußert sich zunächst nicht detailliert

Von Vietnam Airlines lag bis zum frühen Samstagabend keine ausführliche öffentlich zugängliche Stellungnahme vor, in der Ursache, Schäden, Insassenzahl oder weitere Abläufe des Zwischenfalls erläutert wurden. Auch auf der öffentlich zugänglichen Nachrichtenseite des Münchner Flughafens war zunächst keine eigene Pressemitteilung zu VN34 veröffentlicht. Der Flughafen bestätigte Details des Geschehens jedoch gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Damit sind insbesondere Aussagen über den Grund für den langen Startlauf derzeit nicht belastbar. Im Internet verbreitete Vermutungen über Startgewicht, Klappenstellung, Leistungsberechnungen, Triebwerksleistung oder Eingaben in die Flugzeugsysteme sind nicht bestätigt. Für eine Zuordnung zu einem technischen Problem oder zu Handlungen der Besatzung gibt es bislang keine gesicherte Grundlage.

BFU-Ermittlung war am Samstagabend noch nicht bestätigt

Ob die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung den Vorfall bereits formell als Untersuchung übernommen hat, war am Samstagabend noch nicht öffentlich bestätigt. Eine aktuelle Mitteilung der BFU zu Flug VN34 lag zunächst nicht vor. Auch eine Einstufung als Unfall oder schwere Störung war damit öffentlich noch nicht dokumentiert.

Vorfälle wie ein Verlassen beziehungsweise Überrollen einer Startbahn, eine unerwartet geringe Startleistung oder ein Tailstrike gehören nach europäischen Meldevorschriften grundsätzlich zu sicherheitsrelevanten Ereignissen, die im Luftfahrtsystem gemeldet werden. Die formale Einstufung eines konkreten Ereignisses richtet sich jedoch nach den tatsächlich festgestellten Umständen und Schäden.

Sollte eine Sicherheitsuntersuchung eingeleitet werden, dient sie nicht der Klärung persönlicher Schuld. Flugunfalluntersuchungen sollen Ursachen und beitragende Faktoren feststellen und daraus gegebenenfalls Sicherheitsempfehlungen ableiten.

Ermittler prüfen bei solchen Vorfällen zahlreiche Faktoren

Startzwischenfälle mit einem ungewöhnlich langen Startlauf sind im Linienverkehr keine alltäglichen Ereignisse. Runway Excursions, also das seitliche oder längsseitige Verlassen einer Start- und Landebahn, gehören international allerdings zu den bekannten Risikokategorien der Luftfahrt. ICAO und EASA behandeln sie deshalb in eigenen Sicherheitsprogrammen.

Bei der Untersuchung eines solchen Vorgangs werden üblicherweise zahlreiche technische und operative Daten betrachtet. Dazu gehören unter anderem Flugzeuggewicht und Schwerpunkt, die für den Start berechneten Geschwindigkeiten, verfügbare Bahnlänge, Wetter und Wind, Zustand der Startbahn, Konfiguration des Flugzeugs sowie die tatsächliche Beschleunigungs- und Flugleistung. Auch technische Systeme und aufgezeichnete Flugdaten können eine Rolle spielen. Die EASA weist ausdrücklich darauf hin, dass Fehler bei Startleistungsparametern oder der zugrunde gelegten Position eines Flugzeugs zu Runway Excursions führen können. Das bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass ein solcher Fehler bei VN34 vorlag.

Für den Vorfall in München gibt es bislang keine bestätigte Ursache. Erst eine technische Untersuchung kann klären, weshalb die Boeing 787 auf einer rund vier Kilometer langen Startbahn ungewöhnlich spät abhob, was die Staubwolke genau verursachte und welche Schäden am Flugzeug und an der Flughafeninfrastruktur tatsächlich entstanden sind.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu