Weltreise der Villa Vie Odyssey abgebrochen und Kreditgeber übernimmt das Schiff

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Symbolbild: Evan Wise

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Die als dauerhaft beworbene Weltreise der Villa Vie Odyssey ist nach gut zwei Jahren vorläufig beendet. Rund 200 Menschen mussten das Kreuzfahrtschiff im kambodschanischen Hafen Sihanoukville verlassen, nachdem der US-amerikanische Betreiber Villa Vie Residences den Betrieb wegen finanzieller Schwierigkeiten eingestellt hatte. Inzwischen hat nach Informationen des US-Senders CBS News ein Kreditgeber die Kontrolle über das Schiff übernommen. Ob die Bewohner ihre Reise jemals fortsetzen können, ist ungewiss.

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Rund 200 Passagiere mussten das Kreuzfahrtschiff verlassen

Am 27. Oktober 2026 erklärte Villa Vie Residences, den Betrieb in Kambodscha auszusetzen. Nach Angaben der örtlichen Behörden befanden sich 203 Passagiere und 156 Besatzungsmitglieder auf dem Schiff. Die Bewohner erhielten nur wenige Stunden Zeit, um ihre persönlichen Sachen zusammenzupacken und von Bord zu gehen. Einige verließen Kambodscha anschließend mit dem Flugzeug, andere blieben zunächst in der Hafenstadt Sihanoukville.

Die Villa Vie Odyssey war im Oktober 2024 nach mehrmonatigen Verzögerungen in Nordirland zu ihrer Weltreise aufgebrochen. Anders als bei gewöhnlichen Kreuzfahrten konnten Interessierte Kabinen für mehrere Jahre oder dauerhaft nutzen. Dafür wurden teilweise sechsstellige Dollarbeträge verlangt. Das etwa 200 Meter lange Schiff sollte seinen Bewohnern einen festen Lebensmittelpunkt bieten, während es fortlaufend verschiedene Länder ansteuerte.

Steigende Treibstoffkosten belasten den Betreiber

Als wesentlichen Grund für den Betriebsstopp nennt Villa Vie Residences die stark gestiegenen Treibstoffkosten infolge des Krieges mit Iran. Nach Unternehmensangaben lagen die monatlichen Treibstoffausgaben rechnerisch früher bei durchschnittlich etwa 1.800 US-Dollar je Kabine. In Teilen Asiens seien zuletzt geschätzte 6.000 bis 8.000 US-Dollar erreicht worden.

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Das Unternehmen habe versucht, die Kosten durch langsamere Fahrten und längere Hafenaufenthalte zu begrenzen. Diese Maßnahmen hätten jedoch nicht ausgereicht, um die Verluste auszugleichen. Eine vollständige Weitergabe der Mehrkosten an die Bewohner sei nach Darstellung des Betreibers keine realistische Möglichkeit gewesen. Villa Vie Residences kündigte deshalb an, innerhalb von 60 Tagen Möglichkeiten für eine finanzielle Neuaufstellung und die Beschaffung zusätzlichen Kapitals zu prüfen.

Kreditgeber übernimmt Kontrolle über die Villa Vie Odyssey

Anfang November verschärfte sich die Situation. Laut einem Bericht von CBS News vom 1. November wurde den Bewohnern in einer internen Mitteilung erklärt, dass ein Kreditgeber das Schiff in Besitz genommen habe. Der Unternehmensgründer bestätigte gegenüber dem Sender, dass der Geldgeber nun die Verantwortung für Betriebskosten, Treibstoff, Besatzung und Sicherung des Schiffes trage.

Nach Informationen des Senders könnte die Odyssey nach Singapur gebracht werden. Auch eine spätere Versteigerung ist demnach möglich. Ein Verkaufstermin wurde allerdings nicht festgelegt. Die Unternehmensführung versucht weiterhin, eine Finanzierung und einen neuen Betriebspartner zu finden, um das Schiff möglicherweise zurückzuerhalten.

Berichte über offene Rechnungen und Gehaltsrückstände

Die finanziellen Schwierigkeiten reichen offenbar weiter zurück als bis zum Reiseabbruch in Kambodscha. Nach internen Unterlagen, die CBS News ausgewertet hat, bestanden bereits im August erhebliche Zahlungsrückstände. Dazu gehörten Forderungen von Treibstofflieferanten, weiteren Dienstleistern und offene Zahlungen an die Besatzung.

Auch Bewohner hatten nach eigenen Angaben wiederholt zusätzliches Geld zur Finanzierung des Schiffsbetriebs bereitgestellt. Ob inzwischen sämtliche ausstehenden Gehälter beglichen wurden, war zunächst nicht gesichert. Die genaue Höhe der noch bestehenden Verbindlichkeiten ist ebenfalls unklar.

Mögliche Insolvenz und ungewisse Zukunft für die Bewohner

Die Unternehmensführung hat inzwischen auch ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 des US-amerikanischen Rechts ins Gespräch gebracht. Ein solches Verfahren kann Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen, ihre Schulden zu ordnen und den Geschäftsbetrieb neu aufzustellen. Ob ein entsprechender Antrag bereits eingereicht wurde, war zunächst nicht bestätigt.

Für die Bewohner geht es neben der weiteren Reise vor allem um die finanziellen Folgen. Viele hatten erhebliche Summen für langfristige Nutzungsrechte an ihren Kabinen bezahlt. Ob und in welchem Umfang sie Geld zurückerhalten könnten, ist bislang offen. Der Betreiber hat weder eine gesicherte Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs noch eine verbindliche Finanzierungslösung bekannt gegeben.

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