VW-Konzern ruft Millionen Autos zurück: Probleme an der Lenkung betreffen vier Marken

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Der Volkswagen-Konzern hat wegen einer möglicherweise korrosionsanfälligen Schraube an der Lenkung umfangreiche Rückrufaktionen gestartet. Betroffen sind Fahrzeuge von Volkswagen, Audi, Seat und Škoda. Nach den veröffentlichten Zahlen zu den vier Rückrufaktionen geht es weltweit um rund 4,6 Millionen Autos, davon knapp 1,37 Millionen in Deutschland. Der Rückruf im VW-Konzern betrifft zahlreiche verbreitete Modelle, darunter Golf, Tiguan, Audi Q3, Seat Ateca und Škoda Octavia. Für betroffene Fahrzeughalter ist die Reparatur kostenlos. Wegen eines Engpasses bei verbesserten Ersatzschrauben kann allerdings ein zweiter Werkstattbesuch notwendig werden.

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Korrosion an einer Schraube kann die Lenkung beeinträchtigen

Auslöser der Rückrufaktionen ist eine Befestigungsschraube im Bereich des Lenkgetriebes. Volkswagen hatte nach eigenen Angaben bei internen Qualitätskontrollen festgestellt, dass unter bestimmten Bedingungen Korrosion an dieser Verbindung entstehen kann. Besonders relevant ist dabei der langfristige Kontakt mit Streusalz, wie er während der Wintermonate auf vielen Straßen vorkommt.

Schreitet die Korrosion fort, kann die Schraube beschädigt werden und im ungünstigsten Fall brechen. Dadurch könnte die Befestigung des Lenkgetriebes beeinträchtigt werden. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nennt als mögliche Folge einen Ausfall der Lenkung. Deshalb müssen die betroffenen Fahrzeuge vorsorglich überprüft und die entsprechende Schraube ersetzt werden.

Nach den Anfang Oktober veröffentlichten Herstellerangaben waren in Deutschland bis dahin keine Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit dem Mangel bekannt. Der Rückruf erfolgt vorsorglich, um eine mögliche sicherheitsrelevante Beeinträchtigung zu verhindern.

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VW, Audi, Seat und Škoda: Diese Modelle sind betroffen

Die Rückrufmaßnahmen verteilen sich auf vier Konzernmarken und zahlreiche Produktionsjahre. Bei der Kernmarke Volkswagen gehören Golf, Golf Variant beziehungsweise Golf Sportsvan, Tiguan, Touran und Caddy zu den betroffenen Baureihen. Der vom KBA angegebene Produktionszeitraum reicht vom 24. September 2013 bis zum 1. Juli 2024. Die Aktion läuft unter dem Herstellercode 48VS und der KBA-Referenznummer 17016R.

Bei Audi betrifft der Rückruf den Q3 aus dem Produktionszeitraum vom 31. Oktober 2017 bis zum 23. Mai 2024. Die KBA-Referenznummer lautet 17014R, der Herstellercode 48LG. Seat ruft Fahrzeuge der Baureihen Ateca und Tarraco zurück, die zwischen April 2016 und September 2024 produziert wurden. Hier gelten die KBA-Referenznummer 17017R und der Herstellercode 48T7.

Auch die Volkswagen-Tochter Škoda ist von dem Problem betroffen. Für die Modelle Kodiaq, Karoq, Octavia und Superb wurde Anfang Oktober eine entsprechende Aktion bekannt. Sie umfasst Fahrzeuge aus einem Produktionszeitraum von November 2015 bis August 2026. Der Herstellercode lautet 48LS, die KBA-Referenznummer 17091R. Damit sind auch vergleichsweise junge Fahrzeuge vorsorglich erfasst. Nicht jedes Auto der genannten Modellreihen und Baujahre ist automatisch betroffen. Entscheidend ist die jeweilige Fahrzeug-Identifizierungsnummer.

Rund 4,6 Millionen Fahrzeuge weltweit vom Rückruf betroffen

Die Größenordnung der Rückrufmaßnahmen ist erheblich. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes sind allein bei Volkswagen weltweit 2.159.054 Fahrzeuge potenziell betroffen, darunter 895.832 in Deutschland. Bei Audi umfasst die Aktion 696.547 Fahrzeuge weltweit und 58.555 in Deutschland. Die Angaben wurden unter anderem von ZDFheute veröffentlicht.

Für Škoda nennt der ADAC weitere 1.719.030 Fahrzeuge weltweit, davon 370.347 in Deutschland. Bei Seat sind nach den von der Tagesschau veröffentlichten KBA-Angaben 66.224 Fahrzeuge weltweit und 43.574 in Deutschland erfasst.

Zusammengerechnet ergeben diese vier Rückrufaktionen rund 4,64 Millionen potenziell betroffene Fahrzeuge weltweit und etwa 1,37 Millionen in Deutschland. Die Zahlen beschreiben den Umfang der Rückrufe und bedeuten nicht, dass an jedem einzelnen Fahrzeug bereits ein Schaden festgestellt wurde.

Ersatzteilengpass kann zweiten Werkstattbesuch notwendig machen

Für betroffene Fahrzeughalter erfolgt die Rückrufmaßnahme kostenlos. In den Werkstätten wird die Lenkungsverschraubung kontrolliert und die vorhandene Schraube vorsorglich ausgetauscht. Vorgesehen ist eine technisch überarbeitete Ausführung mit verbesserter Korrosionsbeständigkeit. Die eigentliche Reparatur soll nach früheren Herstellerangaben weniger als eine Stunde dauern.

Allerdings stehen die verbesserten Schrauben nach den veröffentlichten Angaben zunächst nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Volkswagen erklärte deshalb, dass bei einem Teil der Fahrzeuge vorübergehend eine neue Schraube des bisherigen Typs verwendet werden könne. Die bereits eingebaute Schraube werde unabhängig von ihrem Zustand ersetzt.

Sobald die korrosionsbeständigere Ausführung verfügbar ist, kann bei diesen Fahrzeugen ein weiterer Austausch erforderlich werden. Damit müssen manche Halter zweimal eine Vertragswerkstatt aufsuchen. Nach den vom ADAC wiedergegebenen Herstellerinformationen kann der zweite Austausch bis zum nächsten regulären Kundendienst erfolgen. Maßgeblich sind die Vorgaben für das jeweilige Fahrzeug.

Betroffene Fahrzeughalter werden schriftlich informiert

Wer ein Fahrzeug einer betroffenen Baureihe besitzt, sollte prüfen lassen, ob die eigene Fahrzeug-Identifizierungsnummer, kurz FIN, von der Rückrufaktion erfasst wird. Die 17-stellige Nummer befindet sich unter anderem in der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld E.

Die Hersteller informieren betroffene Halter schriftlich über die notwendigen Maßnahmen. Wer unabhängig davon Gewissheit haben möchte, kann sich mit der FIN an einen autorisierten Servicepartner wenden. Auch die Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes bietet Informationen zu den einzelnen Aktionen. Škoda stellt zusätzlich eine Online-Abfrage zur Verfügung.

Die Rückrufcodes 48VS bei Volkswagen, 48LG bei Audi, 48T7 bei Seat und 48LS bei Škoda erleichtern die Zuordnung. Erst die Prüfung der individuellen Fahrzeugdaten zeigt, ob tatsächlich ein Werkstatttermin erforderlich ist.

Bei Auffälligkeiten an der Lenkung ist Vorsicht geboten

Nach einer bei Bekanntgabe der Rückrufaktionen veröffentlichten Aussage von Volkswagen können die betroffenen Fahrzeuge grundsätzlich zunächst weitergefahren werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein möglicher Defekt ignoriert werden sollte. Die konkrete Vorgehensweise richtet sich nach den Anweisungen des jeweiligen Herstellers.

Bei ungewöhnlichen Geräuschen, schwergängiger Lenkung oder anderen Auffälligkeiten sollten Halter sicher anhalten und eine Vertragswerkstatt oder Pannenhilfe kontaktieren. Eine allgemeine Aussage zur Weiterfahrt kann insbesondere bei bereits erkennbaren Problemen nicht getroffen werden.

Unabhängig davon sollten betroffene Fahrzeughalter einer Rückrufaufforderung nachkommen und die kostenlose Reparatur durchführen lassen. Die große Zahl der erfassten Fahrzeuge und die zeitweise begrenzte Verfügbarkeit verbesserter Schrauben können dazu führen, dass einzelne Maßnahmen nicht bei einem einzigen Werkstatttermin abgeschlossen werden.

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