
Ein großer Waldbrand bei Gebhardshain im rheinland-pfälzischen Westerwald hat am Sonntag mehr als 300 Einsatzkräfte beschäftigt und zeitweise Wohnhäuser bedroht. Rund 20 Haushalte mussten vorsorglich verlassen werden. Am Abend konnten die Bewohner zurückkehren, nachdem die Feuerwehr eine weitere Ausbreitung des Feuers in Richtung der Bebauung verhindert hatte. Vier Feuerwehrleute wurden nach Angaben des Landkreises bei dem Einsatz verletzt, einer von ihnen kam in ein Krankenhaus. Der Löscheinsatz dauerte in der Nacht zu Montag weiter an.
Das Feuer war am Sonntagnachmittag in Gebhardshain im Landkreis Altenkirchen ausgebrochen. Nach Angaben des Landkreises könnte der Brand seinen Ausgang im Bereich eines Kleinspielfeldes am Sportplatz genommen haben und anschließend auf den angrenzenden Wald übergegriffen haben. Zur genauen Brandursache gab es zunächst keine gesicherten Angaben. Die Flammen näherten sich im Verlauf des Einsatzes bis auf etwa 20 Meter den ersten Wohngebäuden. Daraufhin wurden Menschen im unteren Abschnitt der Straße Im Eckewieschen vorsorglich aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Betroffen waren rund 20 Haushalte. Als Anlaufstellen standen unter anderem die Grundschule und das Bürgerforum in Gebhardshain zur Verfügung.
Die Größe der betroffenen Fläche wurde während des Einsatzes mehrfach neu eingeschätzt. Zunächst war von rund 6.000 Quadratmetern die Rede. Der Landkreis Altenkirchen meldete mit Stand 19.45 Uhr rund 10.000 Quadratmeter. Spätere Angaben, die sich auf den Landkreis stützten, bezifferten die betroffene Waldfläche auf rund zehn Hektar. Die unterschiedlichen Zahlen spiegeln damit verschiedene Zeitpunkte des sich ausbreitenden Brandes wider.
Mehr als 300 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Altenkirchen und darüber hinaus waren an der Brandbekämpfung beteiligt. Unterstützung kam auch aus der Landwirtschaft. Landwirte brachten mit Wasserfässern zusätzliches Löschwasser an die Einsatzstelle. Zwei Hubschrauber unterstützten die Arbeiten aus der Luft, ein weiterer Hubschrauber wurde im Laufe des Einsatzes angefordert. Die Feuerwehr konzentrierte sich insbesondere darauf, die angrenzenden Wohngebäude und die Westerwald-Schule vor dem Feuer zu schützen.
Nach Angaben des Landkreises wurden bei dem Einsatz vier Feuerwehrleute verletzt. Einer von ihnen musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Weitere Angaben zur Schwere der Verletzungen lagen zunächst nicht vor. Für Bewohner des angrenzenden Wohngebiets wurden keine Verletzungen gemeldet. Wegen einer starken Rauchbelastung in Teilen des Gebäudes blieb die Westerwald-Schule am Montag geschlossen. Eine unmittelbare Gefahr für das Schulgebäude bestand am Sonntagabend nach Angaben des Landkreises nicht mehr.
Gegen 19 Uhr hatte sich die Lage soweit stabilisiert, dass ein Übergreifen der Flammen auf die Wohnbebauung verhindert werden konnte. Die vorsorgliche Evakuierung wurde daraufhin aufgehoben und die Bewohner durften in ihre Häuser zurückkehren. Gelöscht war der Waldbrand zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Die Einsatzleitung ließ das Feuer in einem abgegrenzten Waldgebiet kontrolliert in eine vorgegebene Richtung weiterbrennen. Ziel war es, eine erneute unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern. Der Großeinsatz sollte deshalb bis weit in den Montag hinein fortgesetzt werden.
Die Bevölkerung wurde weiterhin aufgefordert, den Bereich der Einsatzstelle zu meiden und Zufahrten für Feuerwehr und Rettungsdienste freizuhalten. Bereits am späten Sonntagabend konnte eine Warnung wegen der Rauchausbreitung aufgehoben werden.
Der Waldbrand im Westerwald folgt auf einen weiteren Großeinsatz in Rheinland-Pfalz. Bei Langscheid in der Vordereifel waren seit Freitag rund 50 Hektar Wald und Vegetationsflächen von einem Brand betroffen. Dort waren insgesamt rund 650 Einsatzkräfte und Helfer beteiligt. Auch Häuser mussten zeitweise geräumt werden. Sieben Menschen wurden bei diesem Einsatz verletzt. Am Wochenende galt das Feuer als unter Kontrolle, die Feuerwehr suchte jedoch weiter nach Glutnestern und bewässerte gefährdete Bereiche.
Die allgemeine Waldbrandgefahr in Rheinland-Pfalz soll sich nach den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes zu Wochenbeginn jedoch abschwächen. Am Sonntag bestand an vielen Messstationen noch eine mittlere Gefahr, im Raum Bad Bergzabern wurde eine höhere Stufe erreicht. Mit niedrigeren Temperaturen und Niederschlägen soll das Risiko weiter sinken. Für die Wochenmitte wurde für Rheinland-Pfalz überwiegend nur noch eine sehr geringe Waldbrandgefahr erwartet.
Auch andere Teile Südwestdeutschlands waren am Wochenende von Vegetationsbränden betroffen. Im saarländischen Illingen kämpften zeitweise rund 400 Kräfte gegen einen mehrere Hektar großen Waldbrand. In Baden-Württemberg brannte bei Schramberg im Landkreis Rottweil eine etwa zwei Hektar große Waldfläche, dort waren mehr als 160 Einsatzkräfte vor Ort. Zusätzlich wurde in mehreren Regionen Baden-Württembergs Brandgeruch wahrgenommen, der teilweise auf Rauch großer Feuer in Westdeutschland und Belgien zurückgeführt wurde.
Für Gebhardshain bedeutete die Stabilisierung der Lage am Sonntagabend zunächst vor allem Entlastung für die Anwohner. Die Gefahr für die unmittelbar angrenzenden Häuser war gebannt, der Waldbrand selbst erforderte jedoch weiterhin einen umfangreichen Einsatz.






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