Neuer Waldbrand im Schwarzwald breitet sich über Nacht aus

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

Teilen:

Im Schwarzwald sind die Feuerwehren erneut mit einem größeren Waldbrand beschäftigt. Bei Schramberg im Landkreis Rottweil hat sich ein am Sonntagabend entdecktes Feuer in der Nacht zum Montag, 17. August 2026, deutlich ausgebreitet. Nach Angaben des Landkreises waren am frühen Montagmorgen rund zehn Hektar Wald betroffen. Andere Angaben der Polizei gingen von zehn bis zwölf Hektar aus. Mehr als 200 Einsatzkräfte mit rund 35 Fahrzeugen waren nach dem jüngsten Stand vor Ort. Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben des Landkreises zunächst nicht.

Damit setzt sich eine außergewöhnlich intensive Phase von Waldbränden im Schwarzwald fort. Bereits wenige Tage zuvor waren im Ortenaukreis gleichzeitig mehrere Feuer ausgebrochen. In der Nacht auf den 12. August waren dort insgesamt mehr als 700 Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Besonders stark betroffen war Zell am Harmersbach. Dort wurden etwa 16 bis 20 Hektar Wald erfasst.

Waldbrand bei Schramberg wächst auf rund zehn Hektar

Der neue Brand bei Schramberg wurde am Sonntagabend zunächst mit einer Größe von ungefähr zwei Hektar angegeben. Wegen starken Windes und der trockenen Vegetation rechneten die Einsatzkräfte früh mit einer weiteren Ausbreitung. Diese Befürchtung bestätigte sich in der Nacht. Am Montagmorgen waren nach Angaben des Landkreises rund zehn Hektar betroffen. Die Polizei nannte eine Größenordnung von zehn bis zwölf Hektar.

Die Lage war dabei nicht an allen Seiten des Brandgebietes gleich. In Richtung Lauterbach habe sich eine Brandflanke stabilisiert. In Richtung Tennenbronn und Schramberg blieben die Ränder dagegen am frühen Morgen dynamisch. Das Gelände erschwert den Einsatz erheblich. Die Feuerwehr kann nach Angaben des Landkreises einzelne Brandherde nicht unmittelbar erreichen. Neben den Feuerwehren sind das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz und die Polizei beteiligt. Ein Polizeihubschrauber sowie eine Drohne mit Wärmebildtechnik unterstützen die Suche nach Brandstellen.

Die Bevölkerung in Schramberg Tal, Sulgen, Tennenbronn und Lauterbach wurde vorsorglich aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungsanlagen sowie Klimaanlagen zunächst abzuschalten. Eine direkte Gefährdung von Wohngebieten meldeten die Behörden am frühen Montagmorgen nicht.

Landwirte sichern erneut die Löschwasserversorgung

Wie bereits bei den Bränden im Ortenaukreis helfen auch bei Schramberg Landwirte bei der Wasserversorgung. Das ist im steilen und teilweise schwer zugänglichen Schwarzwaldgelände besonders wichtig. Nach Angaben des Landkreises kann das öffentliche Trinkwassernetz nur begrenzt für die Brandbekämpfung genutzt werden. Zusätzlich wird deshalb Wasser aus anderen Quellen herangeführt, darunter aus einem Löschteich und aus einem Freibad in Tennenbronn.

Schon bei den Feuern rund um Zell am Harmersbach hatten Landwirte mit großen Wasserfässern einen wesentlichen Teil der Versorgung übernommen. Dort musste Löschwasser teilweise mehrere hundert Meter an steilen Hängen nach oben transportiert werden. Das Landratsamt Ortenaukreis bestätigte bereits am 11. August, dass zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe mit Wassertanks an den Einsatzstellen halfen.

Die schwierige Wasserversorgung gehört neben der Topografie zu den zentralen Problemen bei größeren Waldbränden im Schwarzwald. Steile Hänge, schmale Wege und dichter Bewuchs können verhindern, dass schwere Löschfahrzeuge unmittelbar bis an die Feuerfront gelangen.

Mehr als 700 Kräfte bei Brandserie in der Ortenau

Die Zahl von mehr als 700 Einsatzkräften, die im Zusammenhang mit den aktuellen Schwarzwaldbränden genannt wird, geht auf die Brandserie im Ortenaukreis zurück. Am 11. August waren dort innerhalb weniger Stunden mehrere Feuer gemeldet worden. Betroffen waren unter anderem Zell am Harmersbach, Steinach, Biberach, Nordrach und später Gengenbach.

Das Landratsamt meldete zunächst mehr als 600 Kräfte allein an den beiden größeren Einsatzstellen in Steinach und Zell am Harmersbach. Im Verlauf der Nacht waren insgesamt mehr als 700 Einsatzkräfte mit den verschiedenen Bränden und Folgearbeiten beschäftigt. Unterstützung kam auch aus den Landkreisen Rottweil und Emmendingen sowie aus dem Schwarzwald Baar Kreis.

In Zell am Harmersbach brannte nach späteren Einschätzungen eine Fläche von rund 16 bis 20 Hektar. Auch zwei Tage nach dem Ausbruch wurden dort noch Glutnester bekämpft. Rund 100 Kräfte waren am 13. August weiterhin mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Die L94 blieb wegen des Einsatzes und der Gefahren im Wald zeitweise gesperrt. Auch im Bereich der B33 hatte es während der Brände Verkehrseinschränkungen gegeben.

Weitere Feuer in Nordrach und im Bereich Biberach und Haslach konnten gelöscht werden. In Gengenbach Schwaibach brannten rund 2.500 Quadratmeter Vegetation. Ein Wohnhaus wurde dort vorsorglich kurzzeitig geräumt. Zur Ursache der Brandserie gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Die Kriminalpolizei bündelte die Ermittlungen. Konkrete Hinweise auf Brandstiftung lagen nach den bislang veröffentlichten Angaben zunächst nicht vor.

Hohe Waldbrandgefahr nach Hitze und Trockenheit

Die Einsätze fallen in eine Phase ausgeprägter Trockenheit in Baden Württemberg. Der Deutsche Wetterdienst hatte den Waldbrandgefahrenindex in den Tagen vor der Brandserie in großen Teilen des Landes auf hohe Werte angehoben. In weiten Teilen Baden Württembergs wurde zeitweise Stufe 4 von 5 erreicht, einzelne Stationen im Schwarzwald lagen zeitweise sogar bei Stufe 5. Der DWD unterscheidet zwischen fünf Stufen, wobei Stufe 1 für eine sehr geringe und Stufe 5 für eine sehr hohe meteorologische Waldbrandgefahr steht.

Der Index berücksichtigt unter anderem Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit und Wind. Er beschreibt das meteorologische Potenzial für Waldbrände und ist nicht mit einer örtlich von Behörden festgelegten Warnstufe gleichzusetzen.

Auch für den Schwarzwald blieb die Situation Mitte August angespannt. Anhaltende Hitze und fehlender ergiebiger Regen hatten Böden, Laub und abgestorbene Vegetation stark ausgetrocknet. Gerade Wind kann unter solchen Bedingungen dafür sorgen, dass sich ein zunächst kleiner Brand innerhalb kurzer Zeit stark vergrößert. Beim Feuer bei Schramberg wuchs die betroffene Fläche innerhalb weniger Stunden von etwa zwei auf rund zehn Hektar.

Süden Deutschlands mit mehreren größeren Brandeinsätzen

Die Lage im Schwarzwald steht zugleich in einem größeren Zusammenhang. Auch in anderen Teilen Süddeutschlands waren Feuerwehren in den vergangenen Tagen bei Wald und Vegetationsbränden im Großeinsatz. Im bayerischen Waldaschaff liefen am Wochenende beispielsweise noch Nachlöscharbeiten nach einem größeren Waldbrand, bei dem zeitweise bis zu 600 Kräfte eingesetzt waren.

Für Baden Württemberg bleibt am Montagmorgen vor allem der Brand bei Schramberg entscheidend. Die Feuerwehren haben dort Teile der Brandlinie stabilisiert, andere Bereiche blieben jedoch dynamisch. Wegen des schwierigen Geländes und der weiterhin vorhandenen Brandherde war eine vollständige Entwarnung am frühen 17. August noch nicht möglich. Zur Ursache des Feuers gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu