Zwei Lastwagen voller Spitzenwein aus toskanischem Lager gestohlen

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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In der italienischen Toskana ist einem der bekanntesten Weinproduzenten des Landes ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. Aus einem Lager der traditionsreichen Firma Marchesi Antinori in Cortona wurden rund 30.000 Flaschen hochwertiger Rotwein gestohlen. Der geschätzte Warenwert liegt bei fünf Millionen Euro. Betroffen sind international bekannte Weine wie Solaia, Tignanello und Guado al Tasso. Die italienischen Behörden ermitteln, während das Unternehmen seine Kunden weltweit vor verdächtigen Angeboten warnt.

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Diebstahl in Cortona: Sieben Vermummte und zwei Lastwagen

Der Diebstahl ereignete sich am ersten Oktoberwochenende in einem Lager des Unternehmens in Cortona, einer Stadt in der Provinz Arezzo. Nach Angaben von Marchesi Antinori zeigen Überwachungskameraaufnahmen sieben maskierte Personen, die in die Lageranlage eindrangen. Dabei wurde auch die Alarmanlage außer Betrieb gesetzt. Anschließend transportierte die Gruppe größere Mengen Wein mit zwei Lastwagen ab.

Italienischen Angaben zufolge wurden zum Verladen Gabelstapler des Unternehmens verwendet. Die gestohlenen Flaschen waren bereits für eine Lieferung an ausländische Vertriebspartner vorbereitet. Dadurch befand sich eine große Menge hochwertiger Ware an einem Ort und konnte vergleichsweise schnell verladen werden.

Entdeckt wurde der Diebstahl erst am Montagmorgen, dem 5. Oktober 2026, als Beschäftigte das Lager betraten. Das Unternehmen geht aufgrund des Ablaufs von einem sorgfältig organisierten Vorgehen aus. Wie lange sich die Beteiligten auf dem Gelände aufhielten und auf welchem Weg die Lastwagen anschließend verschwanden, war zunächst nicht abschließend geklärt.

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Rund 10.000 Flaschen des Spitzenweins Solaia betroffen

Besonders schwer wiegt für Marchesi Antinori der Verlust einer großen Menge Solaia. Nach Unternehmensangaben wurden zwischen 8.000 und 10.000 Flaschen dieses Weins entwendet. Hinzu kommen zahlreiche Flaschen der ebenfalls bekannten Marken Tignanello und Guado al Tasso. Die gestohlenen Bestände stammen nach Angaben des Unternehmens aus dem Jahrgang 2023.

Solaia gehört zu den international renommierten Rotweinen der Toskana. Er wird auf dem Weingut Tignanello im Gebiet Chianti Classico hergestellt und verbindet vor allem Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Sangiovese. Tignanello stammt ebenfalls aus diesem Anbaugebiet, während Guado al Tasso in Bolgheri an der toskanischen Küste produziert wird.

Die Weine erreichen im Handel zum Teil Preise von mehreren Hundert Euro pro Flasche. Für besonders begehrte ältere Jahrgänge können deutlich höhere Summen verlangt werden. Bei einem Diebstahl dieser Größenordnung entsteht daher bereits durch die Menge ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden.

Solaia fällt zudem durch seine begrenzte Produktion ins Gewicht. Nach Angaben des Geschäftsführers Renzo Cotarella werden davon jährlich ungefähr 60.000 bis 70.000 Flaschen hergestellt. Der jetzt gemeldete Verlust entspricht damit einem beträchtlichen Anteil einer Jahresproduktion.

Marchesi Antinori gehört zu Italiens ältesten Weinunternehmen

Der betroffene Betrieb zählt zu den traditionsreichsten Weinproduzenten Europas. Die Geschichte der Familie Antinori im Weinhandel reicht bis 1385 zurück. Damals trat Giovanni di Piero Antinori der Florentiner Zunft der Weinhändler bei. Heute wird das Unternehmen bereits in der 26. Generation von der Familie geführt.

Marchesi Antinori hat seinen Sitz in der Nähe von Florenz und vertreibt seine Weine nach Unternehmensangaben in rund 170 Ländern. Mit seinen Weinbergen und Gütern in verschiedenen italienischen Anbauregionen gehört der Familienbetrieb zu den international bedeutenden Namen der Weinwirtschaft.

Die gestohlenen Weine stammen aus unterschiedlichen Produktionsgebieten. Der Standort Cortona war in diesem Fall ein Lagerort und nicht der gemeinsame Herstellungsort der betroffenen Weine. Damit trifft der Verlust auch das internationale Vertriebsnetz des Unternehmens, über das die bereits vorbereiteten Lieferungen ihre Abnehmer erreichen sollten.

Antinori warnt internationale Kunden vor verdächtigen Weinangeboten

Marchesi Antinori hat nach dem Diebstahl damit begonnen, seine Kunden außerhalb Italiens zu informieren. Das Unternehmen rät dazu, bei Angeboten über nicht autorisierte Verkaufskanäle besonders aufmerksam zu sein. Hintergrund ist die große Zahl verschwundener Flaschen, die möglicherweise wieder auf dem Markt auftauchen könnten.

Geschäftsführer Renzo Cotarella äußerte gegenüber der Financial Times die Hoffnung, zumindest einen Teil der gestohlenen Ware wiederzufinden. Gerade bei international bekannten Weinen könnte ein ungewöhnlich großes Angebot bestimmter Jahrgänge Fragen nach deren Herkunft auslösen. Ob die Flaschen bereits weiterverkauft wurden, war zunächst nicht bekannt.

Auch die finanzielle Absicherung des Unternehmens spielt eine Rolle. Nach Cotarellas Angaben gegenüber dem Corriere della Sera ist der Diebstahl in dieser Größenordnung nicht durch die bestehende Versicherung gedeckt. Das Unternehmen habe sich zuvor vor allem mit kleineren Verlusten während des Transports auseinandergesetzt. Ein Diebstahl von zwei vollständigen Lastwagenladungen habe dagegen außerhalb der bisherigen Erwartungen gelegen.

Italienische Polizei ermittelt nach dem Millionendiebstahl

Mit dem Fall beschäftigen sich die italienische Polizei und die Carabinieri. Die Ermittlungen betreffen sowohl die Umstände des Eindringens in das Lager als auch den Verbleib der gestohlenen Flaschen. Nach Angaben des Unternehmens liegen Überwachungsaufnahmen vor, die Teile des Geschehens dokumentieren.

Ob die Beteiligten bereits identifiziert werden konnten oder die beiden Lastwagen auf ihrem weiteren Weg erfasst wurden, war zunächst nicht gesichert. Auch zum möglichen Verbleib der Ware lagen keine bestätigten Erkenntnisse vor.

Cotarella hält es für möglich, dass Personen beteiligt waren, die auch hinter anderen größeren Weindiebstählen in Italien stehen. Eine solche Verbindung war zunächst allerdings nicht nachgewiesen.

Bereits weitere Weindiebstähle in Italien

Der Fall in Cortona ist nicht der einzige größere Diebstahl hochwertiger Weine in Italien in diesem Jahr. Ende Juni verschwanden aus einem Betrieb des Weinproduzenten Banfi in Strevi im Piemont rund 3.300 Flaschen. Dabei handelte es sich unter anderem um hochwertige Schaumweine der Herkunftsbezeichnung Alta Langa DOCG.

Im Juli konnten die Carabinieri einen Teil der gestohlenen Ware sicherstellen. Zwei Verdächtige wurden nach Angaben des italienischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks Rai festgenommen. Damit unterscheidet sich der damalige Fall deutlich vom aktuellen Diebstahl, dessen Warenwert um ein Vielfaches höher liegt.

Der Weindiebstahl in Cortona gehört angesichts der geschätzten fünf Millionen Euro zu den größten bekannt gewordenen Fällen dieser Art in Italien. Marchesi Antinori spricht von einem bisher beispiellosen Verlust für das Unternehmen und die italienische Weinbranche. Eine abschließende behördliche Bewertung als größter Weindiebstahl der Landesgeschichte lag zunächst nicht vor.

Für Marchesi Antinori steht neben dem wirtschaftlichen Verlust die Rückverfolgung der verschwundenen Flaschen im Mittelpunkt. Das Unternehmen setzt dabei auch auf Hinweise aus seinem internationalen Vertriebsnetz. Ob sich Teile des Bestands wiederfinden lassen, ist derzeit offen.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu