Flughafen Frankfurt bietet im Winter weniger Flüge, aber neue Verbindungen nach Asien

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Frankfurt am Main. Am Flughafen Frankfurt ist das Flugangebot im neuen Winterflugplan deutlich kleiner als ein Jahr zuvor. Seit dem 25. Oktober 2026 stehen Reisenden 231 Ziele in 92 Ländern zur Verfügung. Das sind 13 Reiseziele weniger als im vergangenen Winter. Auch die Zahl der wöchentlichen Starts und der verfügbaren Sitzplätze sinkt. Gleichzeitig erweitern mehrere Fluggesellschaften ihre internationalen Verbindungen, darunter nach Kuala Lumpur, Agadir und Abu Dhabi. Der Winterflugplan 2026/2027 gilt bis zum 27. März 2027.

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Flughafen Frankfurt verliert 13 Ziele im Jahresvergleich

Nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport bieten in der laufenden Wintersaison 80 Fluggesellschaften rund 3.400 Abflüge pro Woche an. Insgesamt stehen wöchentlich etwa 650.000 Sitzplätze zur Verfügung.

Zum Start des vorherigen Winterflugplans waren noch 81 Airlines mit 244 Zielen in 96 Ländern vertreten. Damals lag die Zahl der wöchentlichen Abflüge bei rund 3.700, die Sitzplatzkapazität bei etwa 680.000.

Damit reduziert sich das Angebot gegenüber dem Vorjahr um rund 300 Abflüge und 30.000 Sitzplätze pro Woche. Die Zahl der geplanten Starts sinkt um gut acht Prozent.

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Die Differenz von 13 Reisezielen beschreibt allerdings die Veränderung des gesamten Streckennetzes. Sie bedeutet nicht, dass ausschließlich 13 bestehende Verbindungen gestrichen wurden. Neben wegfallenden Routen kommen auch neue Ziele hinzu.

Verbindungen nach Triest und Pisa fallen im Winter weg

Zu den Veränderungen zählt die Aussetzung der Direktverbindung zwischen Frankfurt und dem italienischen Triest. Die Lufthansa-Tochter Air Dolomiti bedient die Strecke vom 25. Oktober 2026 bis zum 27. März 2027 nicht.

Die Regionalregierung von Friaul-Julisch Venetien bestätigte am 20. Oktober, dass die Verbindung zum Beginn des Sommerflugplans am 28. März 2027 wieder aufgenommen werden soll. Vorgesehen sind dann 13 wöchentliche Flüge.

Auch die Air-Dolomiti-Verbindung zwischen Frankfurt und Pisa ist im Winterflugplan nicht mehr vorgesehen. Die Strecke war zuvor regelmäßig bedient worden. Eine Wiederaufnahme ist nach den veröffentlichten Buchungsangeboten für das Frühjahr 2027 vorgesehen.

Bei anderen Verbindungen verringert Lufthansa vor allem die Zahl der Flüge. Betroffen sind unter anderem die innerdeutschen Strecken von Frankfurt nach Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Hannover. Damit bleiben diese Städte erreichbar, allerdings mit einem kleineren Angebot als zuvor geplant.

Eine vollständige Aufstellung aller entfallenen Flugziele hat Fraport mit der Veröffentlichung des Winterflugplans nicht vorgelegt.

Lufthansa startet neue Direktflüge nach Kuala Lumpur

Während das Gesamtangebot schrumpft, baut Lufthansa ihre Langstreckenverbindungen von Frankfurt aus gezielt aus.

Seit dem 25. Oktober verbindet die Fluggesellschaft Frankfurt fünfmal wöchentlich nonstop mit Kuala Lumpur in Malaysia. Lufthansa setzt auf der Verbindung eine Boeing 787-9 mit ihrer neuen Allegris-Kabine ein. Damit entsteht eine zusätzliche Direktverbindung nach Südostasien.

Auch das Angebot in die Vereinigten Arabischen Emirate wächst. Condor nimmt am 4. November eine tägliche Verbindung nach Abu Dhabi auf, die in Zusammenarbeit mit Etihad Airways angeboten wird. Anschließend fliegt die Maschine weiter nach Bangkok.

Etihad plant ab Dezember einen weiteren täglichen Flug nach Abu Dhabi. Zusammen mit den bestehenden Verbindungen soll die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate damit bis zu dreimal täglich von Frankfurt aus erreichbar sein.

Eine weitere Neuerung folgt am 15. Dezember: Die Fluggesellschaft Air Arabia nimmt Frankfurt in ihr Streckennetz auf und verbindet den Flughafen täglich mit Sharjah. Für Reisende entsteht dadurch eine zusätzliche Direktflugverbindung in die Golfregion.

Auch neue Flüge nach Marokko und mehr Verbindungen nach Indien

In Nordafrika erweitert Discover Airlines ihr Angebot. Die Fluggesellschaft nimmt Agadir in Marokko erstmals in ihren Winterflugplan auf. Zwei wöchentliche Verbindungen sind vorgesehen.

Royal Air Maroc bedient die bislang saisonale Strecke von Frankfurt nach Nador künftig ganzjährig. Damit bleibt die nordmarokkanische Stadt auch während der Wintermonate direkt erreichbar.

Weitere Änderungen gibt es im Asienverkehr. Air India erhöht die Zahl ihrer Verbindungen nach Delhi und Mumbai. Delhi wird künftig 13-mal pro Woche angeflogen, Mumbai sechsmal.

Air China führt ihre im Sommer eingeführten Flüge zum Flughafen Peking-Daxing fort. Damit bleibt neben dem bisherigen Angebot nach Beijing Capital eine weitere Verbindung in die chinesische Hauptstadt bestehen.

Innerhalb Europas werden mehrere bereits im Sommer eingeführte Strecken fortgesetzt. Condor bedient London-Gatwick weiterhin mit bis zu drei Flügen täglich. Auch die Verbindung nach Linz in Österreich bleibt mit bis zu drei täglichen Flügen im Angebot.

Höhere Kosten und geringere Kapazitäten beeinflussen den Flugplan

Hinter den Anpassungen stehen unterschiedliche wirtschaftliche und betriebliche Entwicklungen bei den Fluggesellschaften.

Die Lufthansa Group hatte bereits im April 2026 angekündigt, ihr Flugprogramm aufgrund stark gestiegener Kerosinpreise und zusätzlicher Belastungen durch Arbeitskämpfe zu verkleinern. Dabei beschloss der Konzern auch, den Flugbetrieb der Tochter Lufthansa CityLine einzustellen und ältere, besonders treibstoffintensive Flugzeuge früher aus dem Betrieb zu nehmen.

Für die Wintersaison kündigte Lufthansa außerdem eine weitere Verringerung ihrer Kurz- und Mittelstreckenkapazität an.

Auch bei der vorübergehenden Einstellung der Verbindung nach Triest spielten nach den Angaben der zuständigen italienischen Regionalregierung, die sich auf Informationen der Fluggesellschaft berief, höhere Treibstoffkosten und die Neuorganisation des Flugprogramms eine Rolle.

Die wirtschaftlichen Entscheidungen einzelner Airlines erklären jedoch nicht sämtliche Veränderungen im Frankfurter Streckennetz. Fluggesellschaften passen ihre Angebote regelmäßig auch an saisonale Nachfrage und verfügbare Kapazitäten an.

Was der kleinere Winterflugplan für Reisende bedeutet

Für Passagiere hat der veränderte Flugplan unterschiedliche Folgen. Auf Strecken mit weniger Abflügen stehen weniger Abflugzeiten zur Auswahl. Wo Direktverbindungen entfallen, können zusätzliche Umstiege erforderlich werden.

Gleichzeitig verbessern die neuen Langstrecken und zusätzlichen Flüge die Reisemöglichkeiten in andere Regionen. Das gilt insbesondere für die neuen Direktverbindungen nach Malaysia und Sharjah sowie das erweiterte Angebot in Richtung Abu Dhabi.

Reisende mit bereits gebuchten Flügen sollten prüfen, ob ihre Verbindung unverändert angeboten wird. Bei einer tatsächlichen Annullierung gelten für Flüge ab Frankfurt grundsätzlich die europäischen Fluggastrechte. Betroffene Passagiere können insbesondere zwischen einer Erstattung und einer anderweitigen Beförderung wählen. Ob zusätzlich eine finanzielle Entschädigung zusteht, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

Der Winterflugplan bleibt bis zum 27. März 2027 gültig. Weitere Änderungen an einzelnen Verbindungen und Flugfrequenzen sind während der Saison möglich.

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