
Der 1. FC Nürnberg muss möglicherweise vorerst auf seinen erfolgreichsten Angreifer verzichten. Mohamed Ali Zoma hat sich beim Auswärtsspiel gegen Energie Cottbus am Freitagabend, 16. Oktober 2026, an der linken Schulter verletzt. Der Verein bestätigte anschließend eine ausgekugelte Schulter als erste Diagnose. Wie schwer die Verletzung tatsächlich ist und wann der 22-Jährige wieder spielen kann, blieb zunächst offen. Für Trainer Miroslav Klose kommt die Schulterverletzung von Mohamed Ali Zoma zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Der Club steht nach acht Spieltagen auf dem zweiten Tabellenplatz der 2. Bundesliga.
Der Zwischenfall ereignete sich bereits in der Anfangsphase der Begegnung in Cottbus. Nach einem Zweikampf mit Energie-Verteidiger Henry Rorig fiel Zoma in der sechsten Minute auf seine linke Schulter. Wie Sky Sport berichtete, konnte der Offensivspieler nach einer Behandlung zunächst weitermachen. In der 33. Minute musste er die Partie schließlich abbrechen.
Zoma verließ den Platz unter erheblichen Schmerzen. Nach Angaben von SPORT1 wurde zunächst eine Trage bereitgestellt, die der Spieler jedoch nicht benötigte. Er ging selbstständig vom Spielfeld und erhielt dabei auch Applaus der Cottbuser Zuschauer. Für ihn wurde William Bøving eingewechselt.
Der 1. FC Nürnberg bestätigte noch am Freitagabend auf seiner offiziellen Internetseite eine ausgekugelte Schulter als erste Diagnose. Auch Klose sprach nach der Begegnung bei Sky über diesen Befund. Weitere Untersuchungen sollten Klarheit über das Ausmaß der Verletzung bringen. Eine konkrete Ausfalldauer oder einen Termin für Zomas Rückkehr nannte der Verein zunächst nicht.
Trainer Miroslav Klose machte nach der Begegnung deutlich, welche Bedeutung Zoma für seine Mannschaft besitzt. In den vom Verein veröffentlichten Stimmen zum Spiel bezeichnete er den Angreifer als besonders wichtigen Spieler und äußerte die Hoffnung auf eine schnelle Genesung.
„Momo ist natürlich ein extrem wichtiger Spieler für uns“, sagte Klose. Gleichzeitig lobte er die Akteure, die während der Begegnung eingewechselt worden waren.
Bei Sky erklärte der frühere Weltmeister außerdem, dass Nürnberg grundsätzlich über weitere einsetzbare Offensivspieler verfüge. Diese hätten allerdings andere Qualitäten als Zoma. Damit machte der Trainer deutlich, dass sich ein möglicher Ausfall nicht zwangsläufig durch einen positionsgleichen Ersatz auffangen lässt.
Ob der Angreifer bereits beim nächsten Ligaspiel wieder zur Verfügung steht oder länger pausieren muss, war am Samstagvormittag noch nicht geklärt. Eine endgültige medizinische Diagnose lag zunächst nicht vor.
Die Bedeutung des 22-Jährigen für den Club lässt sich an seiner bisherigen Torbilanz ablesen. In den ersten acht Saisonspielen der 2. Bundesliga 2026/27 erzielte Zoma sieben Treffer. Damit gehörte er zu den erfolgreichsten Torjägern der Liga und war Nürnbergs bester Torschütze.
Bereits in seiner ersten Spielzeit beim FCN hatte er seine offensive Qualität unter Beweis gestellt. In der Saison 2025/26 erzielte er nach den offiziellen Statistiken der Deutschen Fußball Liga 14 Zweitligatore. Auch deshalb gilt er inzwischen als einer der zentralen Leistungsträger unter Klose.
Zoma wird überwiegend als beweglicher Angreifer eingesetzt und spielte zuletzt regelmäßig auf der linken Offensivseite. Dort ergänzt er Mittelstürmer Piet Scobel und den offensiven Mittelfeldspieler Julian Justvan. Sein Tempo und seine Fähigkeit, selbst Abschlüsse zu suchen, geben dem Nürnberger Angriff zusätzliche Möglichkeiten.
Noch vor der Verletzung hatte sich der Club durch eine erfolgreiche Saisoneröffnung im oberen Tabellendrittel festgesetzt. Beim 1:1 in Cottbus blieb Nürnberg zwar ungeschlagen, konnte den Rückstand auf Tabellenführer Hertha BSC aber nicht verkürzen.
Der am 15. Dezember 2003 im italienischen Merate geborene Zoma besitzt die italienische und ivorische Staatsangehörigkeit. Er war vor seinem Wechsel nach Deutschland für UC AlbinoLeffe aktiv und entwickelte sich dort vom Nachwuchsspieler zu einem erfolgreichen Angreifer.
Im August 2025 verpflichtete Nürnberg den damals 21-Jährigen aus der italienischen Serie C. Nach Vereinsangaben hatte Zoma in seiner letzten regulären Ligaspielzeit bei AlbinoLeffe 13 Tore in 35 Spielen erzielt. Der Wechsel zum FCN war seine erste Station außerhalb Italiens.
Sportvorstand Joti Chatzialexiou hob bei der Verpflichtung im August 2025 besonders Zomas Schnelligkeit und technische Fähigkeiten hervor. Der Verein wollte durch den Neuzugang seine offensive Variabilität erhöhen. Mittlerweile ist aus dem damaligen Perspektivspieler ein wichtiger Bestandteil der Stammformation geworden.
Im September 2026 erreichte Zoma zudem einen weiteren Karriereschritt und debütierte für die italienische Nationalmannschaft. Seine Entwicklung erhöhte damit auch über die 2. Bundesliga hinaus die Aufmerksamkeit für den Nürnberger Angreifer.
Sollte Zoma vorübergehend ausfallen, muss Klose seine Angriffsformation verändern. Eine erste Lösung war bereits in Cottbus zu sehen: William Bøving ersetzte den Verletzten auf dem Platz und übernahm Aufgaben in der Offensive. Der Däne gehört damit zu den naheliegenden Kandidaten für weitere Einsätze.
Daneben verfügt Nürnberg mit Rayan Ghrieb, Sigurd Haugen und Can Moustfa über weitere Spieler für den Angriff. Auch Piet Scobel, der gegen Cottbus bereits in der Startelf stand, ist eine wichtige Option im Sturmzentrum. Allerdings erfüllen die Akteure unterschiedliche Rollen, sodass nicht jeder als direkter Ersatz für Zomas bisherige Position infrage kommt.
Eine konkrete Entscheidung über die Besetzung der linken Offensivseite für die nächste Partie hatte Klose zunächst nicht bekannt gegeben. Die bisherige Aufstellung zeigt jedoch, dass der Trainer mehrere Möglichkeiten besitzt, auf einen personellen Engpass zu reagieren.
Gerade Bøving könnte dabei stärker in den Mittelpunkt rücken. Der 23-Jährige erhielt gegen Cottbus unmittelbar nach Zomas Verletzung seine Chance. Ob er auch in den kommenden Spielen beginnen wird, hängt neben den weiteren Untersuchungsergebnissen von Kloses personellen und taktischen Entscheidungen ab.
Die weitere Entwicklung ist für den FCN auch wegen des Spielplans von Bedeutung. Am Samstag, 24. Oktober, empfängt Nürnberg den 1. FC Kaiserslautern zum nächsten Ligaspiel. Vier Tage später, am Mittwoch, 28. Oktober, steht die zweite Runde des DFB-Pokals bei Bundesligist Bayer Leverkusen an.
Damit folgen innerhalb weniger Tage zwei anspruchsvolle Begegnungen. Sollte Zoma in dieser Phase nicht zur Verfügung stehen, müsste der Club seine bislang erfolgreiche Offensive ohne den besten Torschützen organisieren.
Die Mannschaft hat allerdings bereits gezeigt, dass sie auch ohne ihren Torjäger zu Chancen kommen kann. Nach Zomas Auswechslung in Cottbus gelang Nürnberg durch Styopa Mkrtchyan in der 79. Minute noch der Ausgleich zum 1:1.
Wie lange Klose auf den italienischen Nationalspieler verzichten muss, blieb zunächst offen. Entscheidend für die nächsten Personalentscheidungen sind die weiteren medizinischen Untersuchungen der verletzten Schulter. Bis zu deren Abschluss besteht für den 1. FC Nürnberg keine gesicherte Grundlage, um mit einer bestimmten Ausfallzeit zu planen.
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