Zwischen Iran-Krieg und Ölpreisschub: Der DAX gerät unter Druck

Das Paradoxon "Buy on Bad News, Sell on Good News" entschlüsseln wir in diesem Beitrag. Montagseffekt
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der DAX und der Iran-Krieg bestimmen am Donnerstagmorgen erneut die Lage an der Börse in Frankfurt. Nach einer Erholung zur Wochenmitte deutet sich für den deutschen Leitindex schon wieder ein schwächerer Start an. Gleichzeitig ziehen die Ölpreise weiter an, während Anleger neben der geopolitischen Lage auch auf zahlreiche Unternehmenszahlen blicken. Im Fokus stehen unter anderem Heidelberg Materials, Hensoldt, Porsche SE und Siemens Energy.

DAX verliert nach Zwischenhoch wieder an Schwung

Am Mittwoch hatte sich der deutsche Aktienmarkt zunächst noch spürbar stabilisiert. Auslöser waren Berichte über einen 15-Punkte-Plan, den die USA für ein mögliches Ende des Kriegs im Iran vorgelegt haben sollen. Der DAX ging daraufhin mit einem Plus von 1,4 Prozent aus dem Handel und schloss bei 22.957,08 Punkten. Diese Erholung erwies sich jedoch nur vorerst als Momentaufnahme. Bereits vor dem Start in den Donnerstag zeichnete sich wieder eine schwächere Tendenz ab. Der Broker IG taxierte den Leitindex am Morgen rund 0,9 Prozent tiefer bei 22.760 Punkten.

Damit bleibt die Lage am Markt stark von der politischen Entwicklung im Nahen Osten abhängig. Nach Medienberichten steht weiterhin die Frage im Raum, ob es zu einer Waffenruhe kommen könnte oder ob eine weitere Eskalation droht. Für die Börse bedeutet das vor allem Unsicherheit. Anleger reagieren in solchen Phasen empfindlich auf neue Schlagzeilen, insbesondere wenn sie sicherheitspolitische Risiken, Energiepreise oder mögliche wirtschaftliche Folgewirkungen betreffen. Die Stimmung am Markt bleibt deshalb nervös, obwohl am Vortag zwischenzeitlich Hoffnung auf eine diplomatische Lösung aufgekommen war.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Handelstag durch eine Reihe von Quartalsberichten. Unter anderem legen Cewe, SMA Solar, Wacker Neuson, Kontron, Heidelberg Materials, Delivery Hero, Deutz, CTS Eventim, Hapag-Lloyd, Hensoldt, Scout24, Eckert & Ziegler, Porsche SE und KSB neue Zahlen vor. Diese Unternehmensberichte könnten die Einzelwerte im Tagesverlauf teils stärker bewegen als der Gesamtmarkt.

Öl steigt, Edelmetalle geben nach und einzelne DAX-Werte rücken in den Fokus

Parallel zur angespannten geopolitischen Lage haben sich die Rohstoffmärkte erneut bewegt. Besonders beim Öl zeigte sich ein weiterer Anstieg. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Donnerstagmorgen gut 104 Dollar. Für ein Barrel der US-Sorte WTI wurden knapp 92 Dollar gezahlt. Höhere Ölpreise gelten an den Märkten regelmäßig als Warnsignal, weil sie Unternehmen und Verbraucher zusätzlich belasten und Inflationssorgen neu entfachen können. Gerade in einer ohnehin unsicheren Börsenphase verschärft das den Druck auf viele Aktienindizes.

Anders entwickelte sich die Lage bei Gold und Silber. Beide Edelmetalle gaben zuletzt wieder etwas nach. Eine Feinunze Gold kostete am Donnerstagmorgen 4.490 Dollar, Silber lag bei 70,91 Dollar je Feinunze. Auch der Bitcoin stand im Marktüberblick und wurde mit 69.949 Dollar angegeben. Diese Daten zeigen, dass Anleger derzeit nicht nur Aktien, sondern eine ganze Reihe von Anlageklassen im Blick behalten, um auf die geopolitische Unsicherheit zu reagieren.

Im DAX selbst dürften mehrere Werte besonders beachtet werden. Zu den stärksten Titeln des Vortags gehörten Siemens Energy, Infineon, Deutsche Bank, RWE, Commerzbank und Vonovia. Am unteren Ende des deutschen Leitindex fanden sich dagegen Deutsche Börse, SAP, Deutsche Telekom, Siemens Healthineers und DHL Group. Für den neuen Handelstag ist entscheidend, ob sich diese Bewegung fortsetzt oder ob neue Impulse aus Unternehmenszahlen und internationalen Meldungen die Kräfteverhältnisse im DAX erneut verschieben.

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Wall Street stabil, Asien schwach: Die internationale Börsenlage bleibt gespalten

Während sich der deutsche Markt am Donnerstag auf einen schwächeren Start einstellt, zeigte sich die Wall Street zur Wochenmitte in robusterer Verfassung. In den USA konnten die wichtigsten Indizes zulegen. Der Dow Jones Industrial gewann 0,7 Prozent und schloss bei 46.429,49 Punkten. Der S&P 500 rückte um 0,5 Prozent auf 6.591,90 Punkte vor. Der Nasdaq 100 legte ebenfalls 0,7 Prozent zu und beendete den Handel bei 24.162,98 Punkten. Damit sendeten die US-Börsen zunächst ein etwas stabileres Signal als viele andere Märkte.

In Asien überwog am Donnerstagmorgen dagegen klar die Vorsicht. Der japanische Nikkei 225 verlor 0,8 Prozent. Noch deutlicher fiel das Minus in Hongkong aus, wo der Hang Seng 2,1 Prozent nachgab. Der CSI 300 mit wichtigen chinesischen Festlandaktien notierte 1,1 Prozent tiefer. Die schwächeren Vorgaben aus Asien sprechen dafür, dass die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Iran-Konflikt international weiter hoch bleibt.

Für den Handel in Europa ergibt sich damit ein gemischtes Bild. Einerseits gibt es die Hoffnung auf diplomatische Initiativen, andererseits bleiben die Aussagen aus dem Konfliktumfeld widersprüchlich. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuletzt erneut mit härteren Angriffen gedroht, sollte die Führung des Landes nicht nachgeben. Zugleich hieß es in Medienberichten, Israel rechne damit, dass Trump bereits am Wochenende eigenständig eine Waffenruhe mit dem Iran verkünden könnte. Der Iran wies Berichte über entsprechende Gespräche allerdings zurück. Genau diese gegensätzlichen Signale machen die Entwicklung an den Börsen derzeit so anfällig für neue Schwankungen.

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