
Münster. Die Gerüchteküche rund um den SC Preußen Münster hatte bereits gebrodelt, nun ist die Entscheidung offiziell: Thomas Wörle wird neuer Cheftrainer an der Hammer Straße. Der 44-Jährige übernimmt den Adlerclub nach dem Abstieg in die 3. Liga und soll den sportlichen Neustart begleiten.
Der Verein reagiert damit auf eine Phase des Umbruchs. Die Zusammenarbeit mit Alois Schwartz wird nicht fortgesetzt. Nach Darstellung des Clubs sei diese Entscheidung nach offenen und wertschätzenden Gesprächen gefallen. Mit Wörle holen die Verantwortlichen einen Trainer, der zuletzt beim SSV Ulm Erfahrungen mit Aufstieg, Drittligafußball und strukturellem Aufbau gesammelt hat.
Thomas Wörle hatte den SSV Ulm von der Regionalliga Südwest bis in die 2. Bundesliga geführt. 2023 gelang der Aufstieg aus der vierten Liga, 2024 folgte der Titel in der 3. Liga. Diese Erfolge dürften bei der Entscheidung des SC Preußen Münster eine wichtige Rolle gespielt haben, zumal der Verein nach dem Abstieg Stabilität und sportliche Orientierung sucht.
Gleichzeitig bleibt die Aufgabe in Münster anspruchsvoll. Ein Abstieg bringt häufig personelle Veränderungen, neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen und hohe Erwartungen im Umfeld mit sich. Preußen Münster steht deshalb vor der Herausforderung, sportlichen Ehrgeiz mit einem realistischen Neuaufbau zu verbinden.
Geschäftsführer Ole Kittner ordnet die Verpflichtung nicht als kurzfristiges Rückkehrversprechen ein. Vielmehr verweist der Club auf einen schrittweisen Plan. Zunächst gehe es darum, sich in der 3. Liga zu stabilisieren, eine neue Traineridee umzusetzen und eine funktionierende Mannschaft zu formen.
Mittelfristig soll dennoch der Blick wieder in Richtung 2. Bundesliga gehen. Der Verein verbindet diese Perspektive auch mit der weiteren Entwicklung der eigenen Strukturen und dem künftig fertiggestellten LVM-Preußenstadion. Aus journalistischer Sicht ist dabei entscheidend: Die Rückkehr in die 2. Liga bleibt vorerst ein Zielbild, keine kurzfristig belastbare Prognose.
Sportdirektor Jan Uphues nennt drei Punkte, die bei der Trainersuche wichtig gewesen seien: eine aktive Spielweise, konsequente Spielerentwicklung und eine ausgeprägte Leistungskultur. Wörle soll demnach eine Mannschaft formen, die mit und gegen den Ball mutig auftritt und zugleich jungen Spielern Entwicklungsmöglichkeiten bietet.
Ob diese Idee in Münster schnell greift, wird sich erst im Ligaalltag zeigen. Die 3. Liga gilt als körperlich intensiv, schwer ausrechenbar und oft eng in der Tabelle. Gerade nach einem Abstieg entscheidet nicht nur die taktische Ausrichtung, sondern auch, wie schnell ein Kader Stabilität, Hierarchie und Selbstvertrauen findet.
Wörle selbst zeigt sich nach Vereinsangaben überzeugt von der Aufgabe. Er verweist auf die Tradition des Clubs, die Fanbasis und das Entwicklungspotenzial. Zugleich betont er, dass nach dem Abstieg zunächst tägliche Arbeit und der Aufbau eines neuen Teams im Vordergrund stehen müssten.
Diese Einschätzung passt zur Ausgangslage. Preußen Münster kommt aus erfolgreichen Jahren, muss nun aber den Rückschlag sportlich einordnen. Für Wörle geht es nicht nur darum, eine Spielidee zu vermitteln, sondern auch darum, eine neue Mannschaft mental und strukturell auf die Anforderungen der 3. Liga einzustellen.
Thomas Wörle wurde 1982 im schwäbischen Krumbach geboren und in der Jugend beim VfB Stuttgart sowie beim FC Augsburg ausgebildet. Als Profi spielte er unter anderem für Kickers Offenbach und die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga. Wegen gesundheitlicher Probleme beendete er seine aktive Laufbahn bereits mit 28 Jahren.
Anschließend wechselte Wörle früh auf die Trainerbank. Von 2010 bis 2019 betreute er die Frauenmannschaft des FC Bayern München. Mit dem Team gewann er zwei deutsche Meisterschaften und den DFB-Pokal. Seine jüngste Station beim SSV Ulm machte ihn auch im Männerfußball zu einem Trainer mit nachweisbaren Erfolgen im Aufbau einer Mannschaft.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu