
Münster. Die Stadt Münster will erneut Geld am Kapitalmarkt aufnehmen und bereitet dafür einen Grünen Schuldschein über 100 Millionen Euro vor. Die Mittel sollen nach Angaben der Stadt für nachhaltige und soziale Investitionen eingesetzt werden, darunter Elektrobusse, energetische Gebäudesanierungen, erneuerbare Energien, Bildungsprojekte sowie Maßnahmen im Wasser- und Abwassermanagement. Es wäre bereits die dritte Finanzierung dieser Art: 2022 und 2024 hatte Münster über Grüne Schuldscheine zusammen 310 Millionen Euro eingeworben. Die neue Platzierung wird von DZ BANK und LBBW begleitet, der Abschluss ist für Ende Juni vorgesehen.
Die Vermarktung des neuen Grünen Schuldscheins ist am 10. Juni 2026 gestartet. Verantwortlich für das Vorhaben ist Stadtdirektorin und Kämmerin Christine Zeller. Ziel der Stadt ist es, bei institutionellen Investoren ein Volumen von 100 Millionen Euro einzuwerben. Begleitet wird die Platzierung von einem Bankenkonsortium aus DZ BANK und LBBW.
Mit der geplanten Neuaufnahme setzt Münster eine Finanzierungsstrategie fort, die bereits in den vergangenen Jahren genutzt wurde. Ob das angestrebte Volumen vollständig erreicht wird, entscheidet sich mit dem Abschluss der Platzierung, den die Stadt für Ende Juni erwartet.
Die aufgenommenen Mittel sollen nicht frei verwendet werden, sondern in vorher festgelegte grüne und soziale Investitionsbereiche fließen. Die Stadt nennt als Beispiele die Umstellung auf Elektrobusse, energetische Sanierungen an städtischen Gebäuden und Projekte im Bereich erneuerbarer Energien. Auch nachhaltiges Wasser- und Abwassermanagement, stromsparende Glasfasernetze und Bildungsprojekte gehören zu den möglichen Verwendungszwecken.
Damit stellt Münster die geplante Kapitalaufnahme in den Zusammenhang seiner Nachhaltigkeitsstrategie. Der Grüne Schuldschein ist also nicht nur ein weiteres Finanzierungsinstrument, sondern soll an konkrete ökologische und soziale Kriterien gebunden sein.
Für Münster wäre es die dritte Auflage eines Grünen Schuldscheins. Erstmals nutzte die Stadt dieses Instrument im Jahr 2022 und nahm damals 140 Millionen Euro auf. Zwei Jahre später folgte eine weitere Platzierung über 170 Millionen Euro.
Insgesamt kamen über die beiden bisherigen Grünen Schuldscheine damit bereits 310 Millionen Euro zusammen. Sollte die neue Kapitalaufnahme über 100 Millionen Euro wie geplant abgeschlossen werden, würde das Gesamtvolumen auf 410 Millionen Euro steigen.
Die bereits eingeworbenen Gelder wurden nach Angaben der Stadt unter anderem für energieeffizienten Schulbau eingesetzt. Außerdem flossen Mittel in Verbesserungen an der Kläranlage, insbesondere bei der Filterung von Mikroschadstoffen. Damit nennt Münster konkrete Beispiele dafür, wie die aufgenommenen Gelder städtischen Projekten zugeordnet wurden.
Für die öffentliche Einordnung ist vor allem die Nachvollziehbarkeit wichtig. Die Stadt berichtet online über Verwendung und Wirkung der Mittel, damit sichtbar bleibt, welche Investitionen über die Grünen Schuldscheine finanziert werden und welchen Beitrag sie zu den definierten Nachhaltigkeitszielen leisten sollen.
Ein Schuldscheindarlehen unterscheidet sich von einer klassischen börsengehandelten Anleihe. Im Kern handelt es sich um einen langfristigen Großkredit, der direkt bei institutionellen Investoren platziert wird, etwa bei Banken, Versicherungen oder anderen Kapitalgebern. An der Börse wird ein Schuldschein nicht gehandelt.
Für Kommunen kann ein solches Instrument eine Alternative zum klassischen Kommunalkredit sein. Der Zusatz „grün“ bezieht sich dabei auf die Zweckbindung der Mittel: Das Geld soll in Projekte fließen, die festgelegten ökologischen oder sozialen Kriterien entsprechen.
Für die neue Platzierung hat Münster sein Rahmenwerk für grüne und soziale Finanzierungen aktualisiert. Darin wird festgelegt, welche Projektarten finanziert werden können und nach welchen Kriterien die Mittelverwendung bewertet wird. Zusätzlich wurde das Rahmenwerk extern geprüft.
Die Stadt verweist darauf, dass sie auch bei der Kapitalbeschaffung nachhaltige Kriterien berücksichtigen will. Neben dem Rahmenwerk sind online auch Berichte zur Mittelverwendung und zur Wirkung der finanzierten Projekte hinterlegt. Dadurch sollen Investoren und Öffentlichkeit nachvollziehen können, wie die zweckgebundenen Mittel eingesetzt werden.
Die geplante Kapitalaufnahme über 100 Millionen Euro ist finanzpolitisch relevant, weil sie den Umfang nachhaltiger Schuldscheine in Münster deutlich erhöhen würde. Zugleich bleibt es eine Kreditaufnahme, die langfristig in den städtischen Haushalt eingeordnet werden muss. Der Zweck liegt nach Angaben der Stadt in Investitionen, die ökologische oder soziale Ziele unterstützen sollen.
Ob die neue Platzierung wie geplant abgeschlossen wird, soll sich Ende Juni zeigen. Dann steht fest, ob Münster das angestrebte Volumen von 100 Millionen Euro erreicht und das Gesamtvolumen der Grünen Schuldscheine auf 410 Millionen Euro steigt.
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